Japan schockt die Niederlande spät – Schweden gewinnt dank Traumtoren und Rekordjoker
Niederlande – Japan 2:2
Im ersten Spiel der WM-Gruppe F trennen sich die Niederlande und Japan in Arlington bei Dallas leistungsgerecht 2.2 unentschieden.
Eine erste Halbzeit zum Gähnen und eine spektakuläre zweite Hälfte resultierten am Ende in einem gerechten 2:2-Unentschieden. Zweimal gingen die Niederländer nach der Pause in Führung, zweimal glichen die Asiaten aus. Der Ausgleich durch Daichi Kamada fiel in der 89. Minute und bestrafte die «Elftal» dafür, dass sie zu früh aufs Halten des Resultats umstellte.
Mehr als 500 Minuten war Japan in den letzten Spielen ohne Gegentor geblieben und hatte unter anderem auch Brasilien und England bezwungen. Dann schlug es gleich zweimal innerhalb einer Viertelstunde hinter dem Goalie Zion Suzuki ein. Sowohl Captain und Abwehrchef Virgil van Dijk mit einem Kopfball (51.) als auch Crysencio Summerville, der Ersatz des angeschlagenen Memphis Depay (64.) trafen präzise via Innenpfosten. Dazwischen glich Keito Nakamura aus..
In einer voraussichtlich starken und ausgeglichenen Gruppe, zu der auch Schweden und Tunesien gehören, konnten am Ende beide mit dem Punkt leben. Japan ist seit letzten September und mittlerweile acht Spielen ungeschlagen, agierte aber in der ersten Hälfte ungewohnt passiv. Mit dem Rücken zur Wand zeigten die blauen Samurai aber, dass sie durchaus zu viel fähig sind.
Niederlande - Japan 2:2 (0:0)
Dallas. 69'285 Zuschauer. SR Elfath.
Tore: 51. van Dijk (Gravenberch) 1:0. 57. Nakamura (Kubo) 1:1. 64. Summerville (Gravenberch) 2:1. 88. Kamada (Ogawa) 2:2.
Niederlande: Verbruggen; Dumfries, van Hecke, van Dijk, van de Ven; Gravenberch (81. Aké), de Jong, Reijnders (70. Timber); Summerville (70. Koopmeiners), Malen (70. Depay), Gakpo (85. Brobbey).
Japan: Zion Suzuki; Watanabe (75. Tomiyasu), Taniguchi, Hiroki Ito; Doan (75. Sugawara), Sano, Kamada, Nakamura; Kubo (75. Ogawa), Maeda (66. Ito); Ueda (84. Shiogai).
Verwarnungen: 61. Summerville. 83. Depay. 91. van de Ven.
Schweden – Tunesien 5:1
Schweden gewinnt in Monterrey das erste WM-Spiel gegen Tunesien 5:1. Die Skandinavier schreiben weiter an ihrer ganz speziellen Geschichte.
Da ist mal die Vergangenheit: 1994, bei der letzten WM in den USA, belegten die Schweden den 3. Platz – bezwungen einzig im Halbfinal vom späteren Weltmeister Brasilien. Dann ist da aber auch der schier unglaublich Fakt, dass sich Schweden für die WM qualifizierte, obwohl es in der Schweizer WM-Qualifikationsgruppe kein einziges Spiel gewann. Auch aus den Vorbereitungspartien resultierte gegen Griechenland (2:2) und Norwegen (1:3) kein Erfolg. Einzig die Playoff-Partien gegen die Ukraine (3:1) und Polen (3:2) gewann das Team von Graham Potter im Lauf des letzten Jahres.
Nun glänzten die Schweden aber zum WM-Auftakt. Die Starstürmer Alexander Isak von Liverpool (2:0) und Viktor Gyökeres von Arsenal (3:1) trafen. Yasin Ayari eröffnete das Skore und setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Der 22-jährige Aufbauer von Brighton hämmerte Schweden in der 7. Minute auf die Siegesstrasse. Der Mann mit der dezenten Dauerwelle freute sich nur still über seinen Sonntagsschuss: Ayaris Vater ist Tunesier. Yasin Ayari hätte auch für Tunesien spielen können; er entschied sich für Schweden.
Im Finish brachen die Schweden noch einen WM-Rekord. Matthias Svanberg erzielte mit der ersten Ballberührung zwölf Sekunden nach der Wiederaufnahme der Partie nach seiner Einwechslung das 4:1. Noch nie an einer WM hatte ein «Joker» schneller getroffen.
Schweden führt nach dem ersten Spieltag die Tabelle der Gruppe F vor den Niederlanden und Japan an.
Schweden - Tunesien 5:1 (2:1)
Monterrey. 50'987 Zuschauer. SR Falcón Pérez.
Tore: 7. Ayari 1:0. 30. Isak 2:0. 43. Rekik 2:1. 59. Gyökeres 3:1. 84. Svanberg 4:1. 96. Ayari 5:1.
Schweden: Nordfeldt; Lagerbielke, Hien, Lindelöf; Karlström (84. Svanberg); Bernhardsson (91. Svensson), Gudmundsson (65. Stroud); Nygren (65. Bergvall), Ayari; Gyökeres, Isak (91. Elanga).
Tunesien: Chamakh; Rekik, Talbi, Ben Hmida; Valery (72. Mahmoud), Abdi; Khedira (83. Gharbi), Skhiri (72. Achouri), Mejbri; Saad (72. Tounekti), Ben Slimane (84. Chaouat).
Verwarnungen: 54. Khedira. (nih/sda)
