Sport
Fussball

WM 2026: Jaminton Campaz wird nach seinem Fehlschuss bedroht

Colombia's Jaminton Campaz (21) misses a shot on goal as Switzerland goalkeeper Gregor Kobel (1) defends during the World Cup round of 16 soccer match in Vancouver, British Columbia, Tuesday, Jul ...
Jaminton Campaz schoss Kolumbien fast in den Viertelfinal. Bild: keystone

Erinnerungen an erschossenen Escobar: Campaz kehrt aus Angst nicht nach Kolumbien zurück

Am Dienstag setzte sich die Schweizer Nati im Achtelfinal gegen Kolumbien im Elfmeterschiessen durch. Nach dem kolumbianischen Ausscheiden werden Jaminton Campaz, der in der Verlängerung den Sieg auf dem Fuss hatte, und seine Familie im Internet bedroht.
10.07.2026, 17:1810.07.2026, 17:18

Im WM-Achtelfinal zwischen der Schweiz und Kolumbien läuft die 115. Minute, als dem Nati-Kapitän Granit Xhaka ein grosser Fehler unterläuft und der kolumbianische Stürmer Jaminton Campaz plötzlich alleine vor Torhüter Gregor Kobel steht. Doch Campaz haut den möglichen Matchball über das Gehäuse. Wenige Minuten später setzt sich die Schweiz im Elfmeterschiessen durch und steht erstmals seit 72 Jahren in einem WM-Viertelfinal.

Campaz war dann nach der Niederlage aus Sicht vieler Fans der grosse kolumbianische Sündenbock. Wie OneFootball berichtet, hat sich der 25-Jährige dazu entschieden, aus Sicherheitsgründen vorerst nicht nach Kolumbien zurückzukehren. Campaz erhielt nach der Partie mehrere Drohungen, welche sich auch gegen seine Tochter und weitere Familienangehörige richteten. Einige Angehörige des Stürmers leben in Ibagué im Departement Tolima.

Vor 32 Jahren wurde der kolumbianische Spieler Andrés Escobar nach einem Eigentor gegen WM-Gastgeber USA weniger als zwei Wochen später in seiner Heimat erschossen. Verantwortlich dafür waren wahrscheinlich die Drogenbosse Santiago und Pedro Gallon, welche deswegen beim Wetten eine grosse Stange Geld verloren haben.

Campaz selbst, welcher im Elfmeterschiessen gegen die Schweiz seinen Versuch verwandelte, meldete sich mit einem Beitrag auf Instagram zu Wort. Der Spieler vom argentinischen Verein Rosario Central bedankte sich zum einen bei den Fans, welche die Mannschaft während des Turniers unterstützten, schrieb aber auch noch: «Kolumbien, bitte lasst uns den Respekt niemals vergessen. Wir können unterschiedlicher Meinung sein, frustriert oder traurig, aber keine Leidenschaft rechtfertigt Hass oder ein Leben in Angst.» (riz)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 145
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Spanien um Captain Rodri ist am Ende der grössten WM der Geschichte der verdiente Sieger.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die Reaktionen der Kommentatoren auf Vargas' Penalty
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gattaca
10.07.2026 17:45registriert April 2017
Nach dem Sieg der Schweizer habe ich an Andrés Escobar gedacht ( früherer YB Spieler) der 1994, wie im Bericht erwähnt, erschossen wurde. Ich hoffte , das so etwas nicht wieder zum Thema wird aber …..
1076
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fabius
10.07.2026 18:00registriert März 2024
Schon krass!
Und auch noch die tochter bedrohten, geht ja gar nicht.
902
Melden
Zum Kommentar
avatar
Beggride
10.07.2026 17:45registriert November 2015
Manche nehmen sich und den Fussball einfach zu Ernst!
857
Melden
Zum Kommentar
27
Bleibt Infantino FIFA‑Präsident? «Ich halte das für sehr unwahrscheinlich»
Keine Entspannung für FIFA-Präsident Gianni Infantino. Mehrere aktive und ehemalige Spielerinnen und Spieler kritisieren den Schweizer scharf.
Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Der frühere französische Nationalspieler Mikaël Silvestre, der auch Mitglied eines 16-köpfigen Spielerbeirats zum Kampf gegen Rassismus beim Fussball-Weltverband ist, hat ein scharfes Statement gegen Infantino veröffentlicht.
Zur Story