DFB-Legende glaubt nicht an die Nati: «Freuen sich am meisten auf ein Messi-Trikot»
Jens Lehmann weiss, was es bedeutet, Geduld zu haben. 1998 debütierte der Torhüter in der deutschen Nationalmannschaft. 1998, 2000, 2002 und 2004 war er bei Welt- und Europameisterschaften im Kader, absolvierte aber keine einzige Partie. Erst 2006 wurde er zur Nummer eins befördert und hexte Deutschland an der Weltmeisterschaft im eigenen Land bis in den Halbfinal.
Lehmann weiss also auch, was es braucht, um auf dieser Stufe Erfolg zu haben. Und was es braucht, um Argentinien in einem WM-Viertelfinal zu bezwingen. Vor 20 Jahren führte er die DFB-Elf im Penaltyschiessen zum Sieg gegen die Albiceleste, obwohl sein weltbekannter Spickzettel unnütz war.
Einen gleichen Coup traut der mittlerweile 56-Jährige der Schweizer Nationalmannschaft nicht zu. In einer WM-Sendung von Welt-TV teilt er ziemlich gegen die Mannschaft von Murat Yakin und die Schweizer Mentalität im Allgemeinen aus. So sagt er: «Ich glaube, die Schweizer freuen sich am meisten darauf, irgendwie nach dem Spiel von Messi vielleicht ein Trikot zu bekommen oder so.»
Der frühere Spitzentorhüter sagt zwar auch, dass die Nati bislang ein gutes Turnier gespielt habe. Doch er fügt an: «Die Schweizer sind halt die Schweizer. Am Ende, wenn es darauf ankommt, denken sie sich: ‹Wie sollen wir gegen die Argentinier gewinnen?›». Es sei nicht förderlich, wenn man sich ständig selbst so beschränke.
Es gebe kaum Schweizer, die diesen grossen Sprung geschafft hätten. Deshalb ist es so überraschend, dass Roger Federer so ein Weltstar im Tennis war, sagt der Deutsche.
Dabei ignoriert Lehmann, dass die Schweiz an den letzten fünf grossen Turniern – inklusive dieser WM – viermal weiter und einmal gleich weit gekommen war als Deutschland. Dabei bezwang die Nati durchaus auch grosse Gegner wie Frankreich (EM 2021) oder Italien (EM 2024). (abu)
