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09.02.2020, Bayern, München: Fußball: Bundesliga, Bayern München - RB Leipzig, 21. Spieltag in der Allianz Arena. Torwart Manuel Neuer (M) von München steht mit seinen Teamkollegen und Maskottchen Bernie nach Spielende in einer Reihe. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch bei den Bayern wird derzeit über einen möglichen Gehaltsverzicht diskutiert. Bild: dpa

Gehaltsverzicht statt Goldsteaks – Bundesliga-Stars geraten unter Spenden-Druck



Die Forderung wird immer lauter: Fussball-Profis sollen in Zeiten der Corona-Krise auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, um ihre Klubs und die Jobs der Mitarbeiter und Zulieferer der Branche abzusichern. Vor allem in der Bundesliga wird der öffentliche Druck immer höher. Sollte die Saison wegen des Coronavirus nicht beendet werden können, drohen Einnahmeverluste in Höhe von rund 750 Millionen Euro.

In den grossen us-amerikanischen Sportligen verzichten Spieler bereits auf Lohn oder spenden viel. NBA-Star Zion Williamson zahlt beispielsweise sämtlichen Arbeitern der Heimarena seiner New Orleans Pelicans den Lohn für 30 Tage.

Gemeinsam sollen auch die Bundesliga-Stars erkennen, dass sie auch ihren Teil dazu beitragen müssen, damit der Fussball einigermassen unbeschadet aus der Krise herauskommt. In der vergangenen Saison gaben die Bundesliga-Klubs 1,4 Milliarden Euro für Spielergehälter aus, was 35,6 Prozent aller Ausgaben ausmacht. Es ist der mit Abstand grösste Kostenblock im deutschen Profifussball.

«11-Freunde»-Chefredakteur Philipp Köster schlägt deshalb im «Stern» vor, dass die Spieler 15 Prozent ihres Gehalts in einen Solidaritätsfond einzahlen könnten, der vor allem den kleineren, in finanzielle Notlage geratenen Klubs zu Gute kommen soll. «Ein solcher gemeinsamer Lohnverzicht wäre ein grossartiges Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts – und würde ein für alle Mal all jene widerlegen, die in den Profis nur wandelnde Ich-AGs sehen, die ausschliesslich auf die eigene Karriere und das eigene Bankkonto starren», glaubt der Fussball-Experte.

«Wer so wenig mit seinem Geld anzufangen weiss, dass er in Dubai ein Goldsteak verzehren muss, kann auch ein paar Tausender spenden», forderte der «Tages-Anzeiger» zuletzt etwas populistisch, doch auch die Politik stimmt langsam mit ein.

Bayerns Ministerpräsident fordert ebenfalls mehr Solidarität: «Ich fände es in Ordnung, wenn Spieler, die ganz grosse Gehälter bekommen, ihrem Arbeitgeber gegenüber ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld», erklärte Markus Söder. Der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig gibt zu Bedenken: «Jeder sollte wissen, dass, falls es keinen Gehaltsverzicht der Spieler gibt, die Kosten woanders gespart werden müssen. Also werden die Vereine die Kader von 30 auf vielleicht 25 Spieler reduzieren. Damit fallen Arbeitsplätze auch bei den Spielern weg.»

Noch sträuben sich die Spieler allerdings. Im Moment besteht die Solidarität der meisten Fussball-Stars aus «Stay at Home»-Appellen und guten Wünschen auf Instagram. Zum Gehaltsverzicht will kaum einer Stellung nehmen: Die «Bild»-Zeitung wollte alle 18 Bundesliga-Captains zum Thema befragen, erhielt aber nur eine Antwort – von Bayern-Torhüter Manuel Neuer.

epa08259005 Bayern Munich's goalkeeper Manuel Neuer before the German Bundesliga soccer match between TSG 1899 Hoffenheim and Bayern Munich in Sinsheim, Germany, 29 February 2020.  EPA/ARMANDO BABANI CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Werden auch die Bundesliga-Stars auf einen Teil ihrer Millionen-Gehälter verzichten? Bild: EPA

«Wie jeder andere Mensch in dieser Zeit machen auch ich und die anderen Fussballprofis uns darüber Gedanken, wie man mit der Situation am besten umgehen kann», erklärte Neuer. Viele Klubs bestätigten, dass die Spieler sich gemeinsam mit dem Verein mit einem möglichen Gehaltsverzicht beschäftigen. «Wir besprechen dieses Thema intern mit der Mannschaft», liess Borussia Dortmund beispielsweise verlauten.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der sich am Sonntag in einer Sondersendung der ARD schon gegen Solidaritätszahlungen der Klubs ausgesprochen hat, glaubt nicht an einen Gehaltsverzicht der Spieler: «Das geht nur auf freiwilliger Basis – und ich bin nicht der Zuversichtlichste, was das angeht», so der Dortmund-Boss am Sonntag.

Köln-Manager Horst Heldt kann mit dem öffentlichen Druck noch weniger anfangen. «Es wäre sinnhaft, sich mit populistischen Scheiss-Ausdrücken ein Stück zurückzuhalten. Man sollte sich darauf konzentrieren, was für die Menschen wichtig ist. Ich finde es unverschämt, das öffentlich zu diskutieren und öffentlich infrage zu stellen. Das finde ich anmassend und nicht in Ordnung», erklärte er gegenüber der «Bild»-Zeitung.

GC hat Spieler mit «Existenz-Ängsten»

In der Schweiz ist der Gehaltsverzicht der Spieler weniger ein Thema als in Deutschland – weil die Fussballer hierzulande deutlich weniger verdienen als in der Bundesliga. Viele könnten es sich wohl leisten, zumindest auf einen kleinen Teil ihres Lohns zu verzichten. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» schätzte ein «Insider» den Durchschnittslohn in der Super League im letzten Jahr auf 15'000 Franken pro Monat – allerdings inklusive Erfolgsprämien.

Fredy Bickel, Geschaeftsfuehrer GC Zuerich, an der Medienkonferenz der Vorstellung des neuen Trainers des Grasshopper Club Zuerich am Montag, den 10. Februar 2020 auf dem GC Campus in Niederhasli. (KEYSTONE/Christian Merz)

GC-Sportchef Fredy Bickel versteht die Ängste der Spieler. Bild: KEYSTONE

GC-Sportchef Fredy Bickel erklärte heute im «Tages-Anzeiger», dass noch keiner seiner Spieler auf ihn zugekommen sei, um auf Lohn zu verzichten. Im Gegenteil: «Wir haben Spieler, die Existenzängste haben», so Bickel. «Das verstehe ich. Einige mussten schon im Sommer drastische Sparmassnahmen hinnehmen; es gibt bei uns solche, die jetzt 2000 Franken und keine Prämien bekommen.»

Über Kurzarbeit für die Spieler wollte Bickel aber nicht sprechen. «Der Lead ist beim Schweizer Fussballverband, und wir sind sehr dankbar, dass Bern das in die Hand genommen hat und eine einheitliche Lösung für alle Vereine sucht.»

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wasps 18.03.2020 18:46
    Highlight Highlight Diese verwöhnten Bubis werden einen Dreck tun. Die leben in einer ganz anderen Welt, halten sich für das Zentrum des Kosmos. Zugegen, daran sind wir Fans eben auch Schuld.
  • Staedy 18.03.2020 16:34
    Highlight Highlight So nun nachziehen, ihr Engländer, Spanier, Italiener, Portugiesen, Brasilianer, Gauchos usw.

    https://m.bild.de/sport/fussball/nationalmannschaft/corona-krise-dfb-stars-spenden-2-5-mio-euro-69467106.bildMobile.html
  • feuseltier 18.03.2020 15:48
    Highlight Highlight Wurde zeit, dass man das endlich alles überdenkt mit den horrenden Ablösesummen & Lohn etc
  • Uretsukitoshi Ruebario 18.03.2020 13:15
    Highlight Highlight Warum nur Fussballer? Deutsche Promis wie Bohlen und die Geissens und Rapperlis wie Bushido zeigen doch so gerne, wie viel Kohle sie haben ...
  • mc_diver 18.03.2020 12:59
    Highlight Highlight Reichlich Empörung in der Kommentarspalte. Geflogen wird nur, wenn die Nachfrage besteht. Wer schaut regelmässig Bundesliga? Wer NBA? Wer ermöglicht den TV-Stationen die horrenden Verträge?
  • TanookiStormtrooper 18.03.2020 12:42
    Highlight Highlight Die Situation in Europa kann man aber auch schwer mir den USA vergleichen. Wir haben ein soziales Auffangnetz und der Staat wird sich wohl koordiniert um die Menschen kümmern.
    In den USA ist man jetzt auf den Goodwill von Sportlern angewiesen und ich wette, dass Leute mit sehr viel mehr Kohle sich einen Scheiss um ihre Mitmenschen kümmern werden und es am Ende lieber für den Wahlkampf des Orangen spenden werden, sonst müssen sie ja plötzlich Steuern zahlen.
  • Holzkopf 18.03.2020 12:40
    Highlight Highlight Es erstaunt mich, dass nicht schon viel mehr Solidarität von Superverdienern und Superreichen ganz im Allgemeinen gefordert oder sogar angeboten wird:

    Die bisherige Wirtschaft hat fast allen von uns Schweizern/Europäern Wohlstand gebracht. Einige Profiteure aber haben nochmals unverhältnismässig viel aus der Weltwirtschaft abgeschöpft. Diese sollten sich solidarisch zeigen. Vermögen und Einkommen sind derart ungleich verteilt, dass da noch massiv Kapazität für (freiwillige) Umverteilung ist.

    Ausserdem stabilisiert es die Wirtschaft, wenn die allgemeine Kaufkraft erhalten bleibt.
  • Staedy 18.03.2020 12:31
    Highlight Highlight Typische Deutsche und Schweizer Mentalität, die anderen sollen Spenden. Aber dann nur diese. Blödsinn, wir alle sind aufgerufen zu helfen, jeder. Auch ich.
  • L4c3 18.03.2020 12:15
    Highlight Highlight Lächerlich, hier unten müssen viele auf 20% oder mehr vom Einkommen verzichten und die Fussballer bringens nicht hin auf 15% zu verzichten.
    • T13 18.03.2020 13:43
      Highlight Highlight Nicht alle "Profis" verdienen Millionen.
      Aber gerade die welche solche summen bekommen, könnten sogar auf viel mehr als nur 15% verzichten.
  • Hä?Nö! 18.03.2020 12:05
    Highlight Highlight Die Manager können ihren Gehalt abgeben. Die Löhne der Spieler sind peanuts im Vergleich dazu.
    • DerMeiner 18.03.2020 12:39
      Highlight Highlight Warum die Manager? Im Vergleich zu den Fussballern versuchen die die Wirtschaft am laufen zu halten.
    • Doradal 18.03.2020 12:46
      Highlight Highlight Nein.
    • Hä?Nö! 18.03.2020 15:45
      Highlight Highlight Der Meiner, ja die Fussball Manager sind ja so wichtig du Held.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Buchstabe I 18.03.2020 11:49
    Highlight Highlight Buuhuuu... als ob die zu wenig auf der Seite hätten um zu überleben..
    Benutzer Bildabspielen
  • länzu 18.03.2020 11:49
    Highlight Highlight Die Grossverdiener aller Sportarten, und dies nicht nur in Deutschland, sollten so viel Anstand halten und mit ihren Topsälären wenigsten dafür sorgen, dass jene, welche dafür sorgen, dass sie ihren Job ausüben können, möglichst unbeschadet durch die Krise kommen. angestellte der Clubs, der Stadien etc. Wenn da jedes Multimillionärs-Bubi schon nur einen Monatslohn dazu beisteuert, kann schon viel Schaden abgewendet werden.
  • jellyshoot 18.03.2020 11:47
    Highlight Highlight „NBA-Star Zion Williamson zahlt beispielsweise sämtlichen Arbeitern der Heimarena seiner New Orleans Pelicans den Lohn für 30 Tage“.

    Nur schon dieser Satz zeigt doch, dass viele Sportler einfach viel zu viel verdienen.
    Wenigstens hilft er nun mit der Kohle anderen ...
    • sapnu puas 18.03.2020 14:42
      Highlight Highlight ...der Typ ist 19 und in seiner ersten Profisaison & trotzdem schon viel umsichtiger als so mancher BuLi Profi
    • Madeso 18.03.2020 18:07
      Highlight Highlight Wieso zahlt ein 19 Jähriger diese Löhne und nicht sein Chef, welcher ein Vermögen von 3 Milliarden hat?
  • Posersalami 18.03.2020 11:38
    Highlight Highlight Wie bitte? 15% sollen gespendet werden von Löhnen, die weit jenseits dessen sind, was in der Wirtschaft gezahlt wird?

    Die sollen solidarisch sein und gemeinsam mit den Vereinen alle Löhne von Angestellten und Lieferanten im Zusammenhang mit den Stadien zahlen oder nie wieder das Wort Solidarität in den Mund nehmen.

    Leisten können sich das ziemlich sicher alle Profis in der Bundesliga. Am meisten "darben" müssen die Profis des SC Freiburg und die verdienen trotzdem noch eine halbe Million im Jahr! https://tinyurl.com/vcodztv

    Da kann man doch mal 2 Monate lang aufs Gehalt verzichten..
  • Mr. Wayne 18.03.2020 11:38
    Highlight Highlight Da gäbe es auch noch einige Politiker die mitziehen könnten
    • fabianhutter 18.03.2020 12:13
      Highlight Highlight Wenn Sie irgendwo einen Politiker finden, der auch nur halb so viel Geld verdient wie Manuel Neuer...

      Manuel Neuer: ca.15Mio CHF
      Bundesrat: 0.45 Mio CHF
      Bundeskanzlerin Merkel: 0.35 Mio CHF
    • Staedy 18.03.2020 12:40
      Highlight Highlight @Fabian Hutter: ....und sorgen auch für Unterhaltungswert, die Politiker. Aber warum sie gerade Neuer nehmen? Weil man Deutsche und Schweizer gerne als Beispiel nimmt um ihnen den Lohn unter die Nase zu reiben? Wenn wir schon Gehälter von Fussballern vergleichen, dann die mit den ganz unanständigen Zahlen,

      die Ronaldos, Messis und Neymars, die weit über 40 Millionen plus liegen mit Werbung, da mal anfangen am Kopf des Übels. Nicht bei der Mittelschicht

      .....ups....Mittelschicht.....schlechte Wortwahl...egal.
    • fabianhutter 18.03.2020 13:23
      Highlight Highlight @Staedy: Neuer wurde im Artikel erwähnt, deshalb habe ich ihn als Beispiel genommen.
      Ausserdem sind auch 15Mio schon sehr, sehr viel... Alle die nach ihrer Fussballkarriere ausgesorgt haben würde ich bereits zur Oberschicht zählen. Im Fussball zählt Neuer bestimmt nicht zur Mittelschicht. Zur Mittelschicht zählt das Gros der Super League, oder der 2.Bundeslige...
      Die Unterschicht wäre dann Challange League und 3. Bundesliga und tiefer...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Therealmonti 18.03.2020 11:37
    Highlight Highlight Es wird wohl den einen oder anderen Fussballer geben, der Herz zeigt und wohl auch die Weitsicht hat, dass er auf lange Sicht besser fährt, wenn er jetzt auf einen Teil seines eh völlig überrissenen Salär verzichtet und so eventuell den sogar den Profifussball rettet. Aber der Grossteil dieser tätowierten Bubis wird, wenn überhaupt, die Achseln zucken und sich sagen; Ich bin doch nicht blöd.
  • Didihu 18.03.2020 11:37
    Highlight Highlight Es wird auch mit 15% weniger Gehalt noch für Goldsteaks reichen
  • db13 18.03.2020 11:11
    Highlight Highlight Warum nur die Bundesliga-Profis? Kein Mensch braucht einen "Lohn" von mehreren Millionen!

    Wie wärs, wenn mal eine Lohn-Obergrenze definiert würde. Mit dem "übrigen" Geld könnten die Gehälter derer erhöht werden, die nicht mal den Mindestlohn bekommen, obwohl sie ihn mehr als verdienen würden!

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