Horrorstart bringt die Nati nicht aus der Fassung: Schweiz gewinnt auch gegen Slowenien
In der 90. Minute müssen die Schweizer plötzlich doch noch um den Sieg bangen. Praktisch aus dem Nichts kommt der eingewechselte Zan Celar aus aussichtsreicher Position an den Ball, sein Schuss ist jedoch zu unplatziert. Gregor Kobel wehrt ab und sichert den dritten Sieg in Serie. Damit dürfen sich die Schweizer Spieler am Ende im ausverkauften Stadion von Luzern für ihr gelungenes Comeback feiern lassen.
Denn begonnen hatte das Spiel mit einem frühen Rückschlag. Nach einem Corner liessen sich die Schweizer von einem zügig vorgetragenen Gegenangriff überraschen. Zachary Athekame rückte zu spät auf und hob damit das Offside auf. Nico Elvedi stand anschliessend etwas zu weit von Zan Vipotnik entfernt, der sich drehte und den Ball mit einem präzisen Flachschuss im Tor unterbrachte.
Gut 90 Sekunden waren da erst gespielt. So früh ist die Schweiz unter Murat Yakin noch nie in Rückstand geraten. Beeindruckt oder gar eingeschüchtert zeigten sich die Schweizer dadurch aber nicht. Sie spielten weiter nach vorne und versuchten, umgehend auf das erste Gegentor in der laufenden Kampagne zu reagieren.
Das gelang relativ früh – und auf kuriose Weise. In der 10. Minute wurde Remo Freulers Schuss vom Slowenen Erik Janza so abgelenkt, dass Goalie Jan Oblak sichtlich überrascht war. Er griff zwar noch nach dem Ball, musste diesen aber quasi durch seine Hände gleiten lassen. Ein Fehler, wie man ihn vom Atlético-Goalie und Captain der slowenischen Nationalmannschaft selten sieht.
Die Taktik der Slowenen schien klar: Mit einem dichten Defensivblock aus fünf Verteidigern und einer harten, mehrmals auch überharten Gangart wollte die Mannschaft des ehemaligen Innenverteidigers Bostjan Cesar die Schweizer Angriffe stoppen. Vor allem Johan Manzambi bekam die Härte der Einsteigen immer wieder zu spüren, während Dan Ndoye auf der Seite ebenfalls eng bewacht wurde.
Die Schweizer behielten trotz der Provokationen die nötige Coolness und zeigten auch die erforderliche Geduld. In der 38. Minute beschäftigte der fleissige Zeki Amdouni gleich mehrere Gegenspieler im Strafraum. Der Ball konnte ihm zwar weggespitzelt werden, landete dabei jedoch bei Dan Ndoye, der aus kurzer Distanz zur Führung traf. Damit krönte der 25-Jährige sein 40. Länderspiel mit seinem elften Tor, dem ersten seit dem 1:1-Ausgleich im WM-Viertelfinal gegen Argentinien.
Obwohl nun die Gäste unter Zugzwang standen, war die Schweiz auch in der zweiten Halbzeit über weite Strecken das spielbestimmende Team. Der erlösende dritte Treffer wurde gesucht, aber nicht gefunden. Oblak liess sich kein weiteres Mal übertölpeln und wehrte die Abschlüsse von Remo Freuler und Johan Manzambi ab. Zeki Amdouni, der Torgarant in den ersten beiden Spielen, blieb diesmal ohne Treffer. Dafür machte der Stürmer mit viel Laufarbeit und Balleroberungen auf sich aufmerksam.
Beinahe hätte der in der 77. Minute eingewechselte Winsley Boteli in seinem zweiten Länderspiel seinen ersten Treffer bejubelt. Bei einer Hereingabe in der 80. Minute verpasste er den Ball nur knapp. Am Ende brauchte es den dritten Treffer aber auch nicht.
Mit drei Siegen weist die Schweiz nun einen komfortablen Vorsprung von fünf Punkten auf Slowenien und Schottland auf. Noch eine Partie steht in diesem Zusammenzug aus: Am Dienstag spielen die Schweizer erneut in Luzern gegen Nordmazedonien, das sie auswärts mit 3:0 besiegt haben und das noch ohne Punkte dasteht.
Schweiz - Slowenien 2:1 (2:1)
Luzern. - 15'240 Zuschauer. - SR Kruzliak (SVK).
Tore: 2. Vipotnik 0:1. 10. Janza (Eigentor) 1:1. 38. Ndoye 2:1.
Schweiz: Kobel; Athekame (87. Bajrami), Elvedi, Akanji, Rodriguez (67. Britschgi); Jashari, Freuler; Aebischer (67. Sow), Manzambi, Ndoye (87. Rieder); Amdouni (77. Boteli).
Slowenien: Oblak; Karnicnik, Drkusic (46. Brekalo), Bijol, Zec, Janza; Matko (65. Begic), Zabukovnik, Lovric (65. Gnezda Cerin), Sturm (89. Horvat); Vipotnik (78. Celar).
Bemerkungen: Schweiz ohne Itten (überzählig).
Verwarnungen: 23. Vipotnik, 27. Zec, 29. Drkusic, 40. Aebischer, 58. Bijol, 80. Janza. (riz/sda)
