Welcher Transfer für WM-Star Manzambi Sinn ergibt und wohin er besser nicht wechselt
Für viele Fussball-Fans ist der heutige 1. Juli wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern zusammen. Warum? Das Transferfenster ist wieder offen. Zwei Monate lang dürfen die Klubs wieder neue Spieler verpflichten. Zwei Monate, in denen Fans nach Transfer-Gerüchten lechzen, die ihren Klub betreffen. Und inständig hoffen, dass alsbald mehr daraus wird. Immer in der Hoffnung, diese Saison wird alles besser.
Noch ist WM. Und natürlich werden die Spieler, die in diesem grössten aller Schaufenster glänzen, noch einmal kräftig teurer. Der Schweizer Johan Manzambi ist eines dieser Juwelen. Manzambi, 20-jährig erst, hat an dieser WM bereits drei Tore erzielt und ein weiteres vorbereitet. Das freut auch den SC Freiburg. Weil Manzambis Preis weiter in die Höhe getrieben wird. Auf 50 Millionen Euro wird Manzambis Marktwert vor der WM in Fachkreisen angesiedelt. Nach der WM? Ein Anstieg auf 70 bis 80 Millionen ist realistisch.
Erst eine Saison als Stammspieler
Die grosse Frage ist nun: Erliegt Manzambi den Verlockungen eines Top-Klubs? Wechselt er von Freiburg gleich zu einem Team aus dem obersten Regal?
Bayern München, Barcelona, Real Madrid, Liverpool, Arsenal oder Manchester City? Fragezeichen sind erlaubt. Ganz einfach, weil Manzambi erst eine einzige Saison als Stammspieler in der Bundesliga absolviert hat. Ein Zwischenschritt wäre vermutlich besser.
Erste Gerüchte über mögliche Interessenten schossen gegen Ende der letzten Woche durchs Fussball-Universum. Newcastle United soll an Manzambi interessiert sein, falls Sandro Tonali den Klub verlässt. Manzambi in der Premier League? Warum nicht. Könnte sogar sehr gut passen für einen polyvalenten Spieler, der sowohl im Mittelfeld wie auch in der Offensive jede Position bestücken kann, zudem athletisch und dynamisch ist.
«Vielleicht bleibe ich auch»
Nur: Das Beispiel Dan Ndoye zeigt, dass selbst ein Schritt ins Mittelfeld der Premier League Risiko trägt. Vor einem Jahr wechselte Ndoye für 40 Millionen Euro von Bologna zu Nottingham Forest. Nach einem ansprechenden Saisonstart verlor er indes seinen Stammplatz. Seit Januar totalisiert er nur noch 170 Premier-League-Minuten.
Angesprochen auf einen möglichen Transfer äusserte sich Manzambi vor der WM in alle Richtungen völlig offen. «Vielleicht bleibe ich auch in Freiburg», sagte er. Für seine Entwicklung wäre es vermutlich nicht die schlechteste Entscheidung.
Doch die Gesetze des Fussballmarkts sprechen dagegen. Es scheint klar: Manzambi ist zu gross geworden für den Tabellensiebten der Bundesliga (und Europa-League-Finalisten). Auch dass Manzambi kürzlich seine Berater-Agentur gewechselt hat, spricht für einen Transfer. Er wird neu von «The Team» betreut, Hauptsitz Los Angeles, grösster Star im Portfolio: Reals Federico Valverde.
Neues Team, keine neue Liga?
Die vermutlich vernünftigste Zwischenlösung wäre ein Transfer innerhalb der Bundesliga. Warum? So müsste sich Manzambi nur an ein neues Team und nicht gleichzeitig auch noch an eine neue Liga gewöhnen.
Diese Gedanken könnte nun ein anderer europäischer Transfer befeuern. Yan Diomande, 19-jähriger Flügelspieler von RB Leipzig, soll sich mit Paris Saint-Germain über einen Wechsel einig sein. Im Raum steht eine Ablösesumme von etwa 100 Millionen Euro. Noch ist der Deal nicht durch. Aber klar ist jetzt schon: Wenn Leipzig diese Summe erhält, sind die Geldspeicher voll für einen Ersatz – zum Beispiel Johan Manzambi.
Zwei Dinge scheinen jedenfalls klar: Manzambi wird wechseln. Und er wird der Schweizer Rekordtransfer. Diesen hält noch immer Nati-Captain Granit Xhaka. Er wechselte 2016 für 45 Millionen Euro von Mönchengladbach zu Arsenal.

