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FIFA-Schiri-Chef Collina: Deutschland schimpft zu Unrecht über VAR

Germany's Joshua Kimmich (6) argues with referee Jalal Jayed from Morocco during the World Cup round of 32 soccer match between Germany and Paraguay in Foxborough, Mass., near Boston, Monday, Jun ...
Die Deutschen ärgerten sich über ein aberkanntes Tor im Sechzehntelfinal – doch FIFA-Schiedsrichterchef Collina stärkt dem Unparteiischen Jayed den Rücken.Bild: keystone

Schiri-Chef Collina stellt klar: Deutsche schimpfen zu Unrecht über den VAR

Der viel diskutierte Entscheid, das 2:1 des Deutschen Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinal gegen Paraguay zu annullieren, war laut FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina korrekt.
01.07.2026, 01:5001.07.2026, 01:50

In einem Beitrag des Weltverbands schrieb der Italiener grundsätzlich über Situationen wie die in der Verlängerung des am Ende von Deutschland verlorenen Spiels. «Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden», sagte Collina.

Tah hatte Deutschland nach einem Corner in der Verlängerung scheinbar zur 2:1-Führung geköpft. Doch dann griff der Videoschiedsrichter nach einem Kontakt von Waldemar Anton mit Paraguays Goalie Orlando Gill ein. Nachdem der Unparteiische Jalal Jayed aus Marokko einen Hinweis aufs Ohr bekommen und sich die Aktion noch einmal angesehen hatte, entschied er zügig auf Foulspiel.

Collina nannte Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, sein Beitrag endete aber mit einem grossen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des Verteidigers mit Gill wird dabei grafisch hervorgehoben.

Den Schiedsrichtern sei empfohlen worden, besonderes Augenmerk auf bestimmte Situationen zu legen, die «im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können», schrieb Collina. «Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern.»

epa12104142 Chairman of the FIFA Referees Committee Pierluigi Collina speaks during the 75th Ordinary Congress in Ascuncion, Paraguay, 15 May 2025. EPA/Juan Pablo Pino
Der frühere Schiedsrichter arbeitet heute für die FIFA: Pierluigi Collina.Bild: keystone

Zwar stelle das blosse Einnehmen oder Halten einer Position für sich genommen kein Foul dar. «Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen», sagte Collina. «Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.» (nih/sda/dpa)

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