Fussball und Skispringen in einer Arena? Spektakuläres Stadion-Projekt in Wien
Der Bundeskanzler hat neuen Schwung in die Diskussion gebracht: Österreichs Fussballer sollen ein modernes Nationalstadion erhalten. Er sei optimistisch, sagte Christian Stocker beim Besuch der Mannschaft in Dallas: «Wir werden eine Lösung für das Stadion finden, da bin ich überzeugt.»
Bislang werden die meisten Heimspiele im Ernst-Happel-Stadion in Wien ausgetragen, das beinahe hundert Jahre alt ist und zuletzt vor der EM 2008 modernisiert wurde. Für Kanzler Stocker steht ausser Frage, dass der Staat sich finanziell am Bau beteiligen wird. Allerdings: Ein neues Stadion müsse als Multifunktions-Arena geplant werden.
Und da kommt Bauingenieur Kurt Zöchling ins Spiel. Laut österreichischen Medien beschäftigt er sich – ohne Auftrag und aus persönlichem Antrieb – seit vielen Jahren mit dem Thema eines solchen Stadions. Das Portal «oe24» schrieb von einer «Vision für ein Bauwerk der Superlative». «Der Standard» wählte das Adjektiv «gigantomanisch».
Schanzen mitten in Wien
Tatsächlich ist der Entwurf von Zöchlings «Arena Austria» spektakulär. Denn er verbindet den Fussball mit Österreichs Leidenschaft für den Schneesport. Das Projekt sieht Skisprung-Schanzen vor, der Turm wäre fast so hoch wie der Stephansdom. Der frühere Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel machte sich schon vor Jahren stark für die aussergewöhnliche Idee: «Das Projekt ist gut, es lohnt sich meiner Meinung nach, da dranzubleiben.»
Vorgesehen sind mobile Tribünen und bewegliche Baumodule, so dass das Stadion je nach Anlass gestaltet werden kann. Es soll Platz für bis zu 72'000 Fans bieten, beim Fussball rund 60'000. «Wenn der politische Wille da ist, könnte die Arena in zwei Jahren stehen», glaubt Zöchling. Er schätzt die Baukosten auf rund 700 Millionen Euro. Die «Kleine Zeitung» hält jedoch fest, dass man von einer Umsetzung noch weit entfernt sei.
Ein Erfolg des ÖFB-Teams an der WM in Nordamerika könnte die Realisierung der Pläne beschleunigen. In der Nacht auf Sonntag (4 Uhr, Schweizer Zeit) trifft Österreich auf Algerien. Beide sind potenzielle Gegner der Schweiz im Sechzehntelfinal.
