«Hatte ihn in meinen Gedanken» – warum Yakin Okafor trotzdem wieder nicht gebracht hat
Die Schweiz schliesst die WM-Gruppenphase nach dem 2:1-Sieg gegen Co-Gastgeber Kanada auf dem ersten Platz ab. Wie in den beiden Partien zuvor sass Noah Okafor erneut über 90 Minuten auf der Bank.
Dies, obwohl sich der Stürmer von Premier-League-Club Leeds United berechtigte Hoffnungen auf einige Einsatzminuten gemacht hatte. An der Pressekonferenz vor dem Kanada-Spiel sagte Nationaltrainer Murat Yakin noch, dass Okafor die Möglichkeit erhalten werde, sich zu zeigen.
Nachdem die Schweiz den Anschlusstreffer zum 1:2 kassierte, wurden stattdessen Cedric Itten und Christian Fassnacht eingewechselt. Yakin erklärte nach dem Spiel in Vancouver: «Ich hatte Noah in meinen Gedanken und wenn es 2:0 geblieben wäre, hätte ich ihn auch gebracht. Aber dann kam eine schwierige Phase. Das Gegentor ist gekommen und Kanada hat Druck gemacht. Deshalb wollte ich auf Erfahrung setzen. Auf Spieler, welche die Abläufe kennen.»
Dem 26-Jährigen droht nun ein bitteres Déjà-vu. Bereits vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Deutschland blieb Okafor ohne Spielzeit. Daraufhin kam es auch zu einem kleinen Bruch zwischen Yakin und Okafor. Erst kurz vor der Weltmeisterschaft kam es zu einem Versöhnungsgespräch zwischen den beiden. Es bleibt zu hoffen, dass Okafor bei Laune bleibt und nicht zu einem Unruheherd wird.
Im Mittelfeld gibt es mit Ardon Jashari von der AC Milan ebenfalls einen Kandidaten, der wohl mit mehr Einsatzzeit gerechnet hat. Jashari wurde einzig gegen Katar in der 89. Minute eingewechselt. Die letzten zwei Partien sah der 23-Jährige von der Bank aus. Zu Jashari sagt Yakin: «Es schmerzt, dass ich Ardon nicht bringen kann. Er trainiert sehr gut, aber mit Xhaka und Freuler haben wir ein eingespieltes Duo im Mittelfeld.» Yakin spielt aber mit dem Gedanken, Jashari auf der Aussenbahn oder als Linksverteidiger einzusetzen.
Bis zum Sechzehntelfinal hat Yakin noch viel Zeit, um sich die richtige Taktik zu überlegen. Es geht noch eine Woche, bis in der Nacht auf Freitag (Schweizer Zeit) das erste K.-o.-Spiel für die Schweizer Nati ansteht. (riz)
