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Sind sie echt? Fan-Aufmärsche vor der WM in Katar sorgen für Aufsehen

Grosse WM-Stimmung in Katar? Das suggerieren zumindest diese «Fanaufmärsche»

Videos kursieren von Fans verschiedener Nationen, die in Katar bereits jetzt für gute Fussball-Stimmung sorgen. So ganz echt scheinen diese «Fanaufmärsche» aber nicht zu sein.
13.11.2022, 13:1813.11.2022, 13:18

Lionel Messi geht mit Argentinien in sein letztes grosses Turnier. Die Erwartungen seiner Landsleute an ihn und seine Teamkollegen sind ein weiteres Mal gewaltig, nichts weniger als den langersehnten Titel soll es endlich geben. Die Chancen der «Albiceleste» sind durchaus vorhanden: Die Argentinier gehören zum engeren Favoritenkreis auf den Titel. Dementsprechend gross scheint die Vorfreude bei den argentinischen Fans zu sein.

Und so kursieren in den sozialen Medien aktuell Videos, die eine Ansammlung argentinischer Fans beim munteren Aufmarsch im WM-Austragungslands Katar zeigen. Und die Argentinier sind nicht die einzigen, die sich vorfreuen. Auch brasilianische, englische, spanische und deutsche Fans sind anscheinend schon frühzeitig angereist, um ihr Teams zu feiern.

Nur: Irgendwie schauen diese Fangruppen alle ziemlich ähnlich aus.

Die Vermutung liegt nahe, dass es nicht um tatsächliche Anhänger der Argentinier, Briten und Deutschen handelt, sondern mehr um inszenierte Auftritte. Viele Twitter-Nutzer vermuten, dass die Fans von den Organisatoren der WM bezahlt wurden. Erwiesen ist das nicht. Aber völlig aus der Luft gegriffen scheinen die Vermutungen auch nicht. Denn die Videos schauen – irgendwie – ein wenig künstlich aus.

Dieser Twitterer teilt den Verdacht. Er schreibt:

«Ich sage nicht, dass Katar uns für Idioten hält. Ich weise nur darauf hin, dass diese ‹Fans aus aller Welt› alle den gleichen Hauttyp haben, ein bisschen orientalisch ausschauen und ALLE die gleichen traditionellen Instrumente spielen, egal aus welchem Land sie zu kommen scheinen. Das ist alles.»

Und «Boycott Qatar 2022» schreibt:

Das Phänomen der falschen Fans ist nicht neu

Bereits vor gut einer Woche berichtete die deutsche Sportschau unter Berufung auf ein Schreiben des WM-Organisationskomitees, dass in Katar bezahlte Fans für gute Stimmung in den sozialen Medien sorgen sollen.

Dass sich Katar nicht scheut, Fake-Fans einzusetzen, um Stimmung zu machen, zeigte sich bereits 2014 während des Qatar Open des internationalen Beachvolleyballs. Damals bezahlte der Golfstaat 150 Arbeitsmigranten, damit sie die fast leeren Ränge füllten.

In der Volleyball-Arena sah man sie dann zu Get Lucky von Daft Punk klatschen – oder einfach nur auf ihre Mobiltelefone starren. Der «Guardian» vermutete damals, dass das wohl daran liege, dass die Leute auch mit kostenlosem WLAN gelockt wurden.

Zahlreiche Menschen gaben zudem gegenüber dem «Guardian» an, dass sie regelmässig dafür bezahlt würden, bei Sportveranstaltungen als Fan aufzutrten. So seien bei Fussballspielen der Katar-Liga 2014 20 oder 25 Riyal (6 Franken) gezahlt worden und für Handball sogar 50 Riyal (12.50 Franken).

Vom Vorwurf, dass viele Fans bezahlt seien, wollte Aphrodite Moschoudi, die die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Katar mitverantwortete, nichts wissen:

«Katar hat eine echte Leidenschaft für den Sport. In unserem Land dreht sich alles um den Sport.»

Die kommende Fussball-WM wird es zeigen, wie fussballbegeistert die Kataris wirklich sind. Denn für die Spiele sind noch verhältnismässig viele Tickets verfügbar.

(con/yam)

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