Eliasch abgesägt – Liechtensteiner nach Wahl-Krimi neuer FIS-Präsident
Alexander Ospelt ist neuer Präsident des Internationalen Ski- und Snowboard-Verbandes FIS. Der Liechtensteiner gewinnt die Wahl beim Kongress in Belgrad gegen den bisherigen Amtsinhaber Johan Eliasch.
Die Auszählung der Wahlzettel – 75 Nationen vereinigten 129 Stimmen auf sich – förderte das knappstmögliche Ergebnis zutage. Ospelt brachte es auf 65 Stimmen und schaffte damit exakt das nötige absolute Mehr, Eliasch holte 64 Stimmen.
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— Ski Chrono (@Ski_Chrono) June 11, 2026
Alexandre Ospelt élu nouveau président de la FIS pour une voix face à Johan Eliasch. pic.twitter.com/g2bkRqVLgQ
Mit dem für vier Jahre gewählten Ospelt an der Spitze, so hoffen die Vertreter vorab der grossen Nationalverbände, kann die FIS wieder in ruhigeres Fahrwasser geführt, können Ruhe, Sachlichkeit und Transparenz zurück in die Dachinstitution des internationalen Schneesports gebracht werden.
Eliasch hatte mit seinem geschäftlichen Gebaren, seiner Art, den Verband zu führen, seine Kollegen in den Gremien der FIS und auch die Vertreter vieler angeschlossener Verbände vor den Kopf gestossen. Seine Alleingänge, seine oft ohne Absprache mit anderen Entscheidungsträgern gefällten Beschlüsse sorgten für Irritationen und führten schliesslich zum Bruch.
Zum grössten der vielen Kritikpunkte entpuppte sich die finanzielle Lage der FIS, die sich zusehends verschlechterte - und unter anderen Exponenten von Ski Austria und Swiss-Ski dazu bewog, Alarm zu schlagen, auf die Gefahr aufmerksam zu machen, dass dem Weltverband bei gleichbleibenden Geschäftspraktiken der Kollaps drohe.
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Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei
Die Warnungen verfehlten ihre Wirkung nicht. Auch kleinere Verbände, dank deren Stimmen vor allem Eliasch vor fünf Jahren die Wahl zum Präsidenten unter anderem gegen den damaligen Swiss-Ski-Vorsitzenden Urs Lehmann für sich entschieden hatte, sahen mit dem schwedisch-britischen Geschäftsmann an der Spitze keine Zukunft mehr. Offenbar gelang es den härtesten Kritikern Eliaschs, auch viele der bisherigen Befürworter davon zu überzeugen, dass es einen Neuanfang braucht, die Rückkehr zu bewährten Werten unabdingbar ist für eine erfolgreiche Zukunft der FIS.
Die Erleichterung nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahl war entsprechend gross. Mit Alexander Ospelt, einem Rechtsanwalt mit Doktortitel und eigener Kanzlei in Schaan, soll die Zeit der Zerrüttung ein Ende haben, soll die FIS wieder im Sinne der Sache geführt werden. Mit der FIS ist der einstige Präsident des Liechtensteinischen Skiverbandes bereits bestens vertraut. Seit zwei Jahren hat er dem Council angehört. (ram/sda)
