Sport
Skicross

Urs Lehmann tritt als FIS-CEO zurück – wegen Streit mit Johan Eliasch

Johan Eliasch, left, President of the International Ski Federation, (FIS) talks with Urs Lehmann, right CEO of the the International Ski Federation, (FIS) during the women's Downhill race at the  ...
Urs Lehmann hat sich mit FIS-Präsident Johan Eliasch zerstritten.Bild: keystone

Urs Lehmann tritt als FIS-CEO zurück – Krach mit Präsident Eliasch

Die Zeit von Urs Lehmann als Geschäftsführer bei der FIS ist bereits wieder zu Ende. Der Aargauer stellt das Amt zur Verfügung.
05.06.2026, 11:3105.06.2026, 13:03

Bereits mit seinem im vergangenen August verkündeten Abgang vom Schweizer Verband Swiss-Ski, dessen Präsident er während 17 Jahren war, hatte Lehmann überrascht - und mit der Übernahme der neu geschaffenen Stelle als Geschäftsführer des Internationalen Skiverbandes ebenso.

Eine Überraschung wars, zumal Lehmanns Verhältnis zu Eliasch lange alles andere als gut war, er, Lehmann, den Plänen und Ansichten des Präsidenten in vielerlei Hinsicht nichts abgewinnen konnte. Eine sich «sehr positiv entwickelnde Zusammenarbeit» mit Eliasch und geglättete Wogen sollen dann aber doch den Weg ins Führungsgremium der FIS möglich gemacht haben. Lehmann hatte den Posten angetreten, um die «Weiterentwicklung des Schneesports vorantreiben zu können», wie er damals seine Beweggründe nannte. An der Seite von Eliasch wollte er die FIS mit «vereinten Kräften in die Zukunft führen». Er wolle ein Brückenbauer sein, liess Lehmann auch noch ausrichten.

Streitpunkt Finanzen

Diese Brücke gibts anscheinend nun nicht mehr. Das Einvernehmen mit Eliasch hat offenbar wieder Schaden genommen, zu grossen Schaden, um die FIS gemeinsam zu einem erstarkten Player in der Welt des Sports machen zu können. Wie die Zeitung «Blick» auf ihrem Online-Portal schreibt, sollen unterschiedliche Einschätzungen betreffend die finanzielle Situation der FIS zum neuerlichen Zerwürfnis geführt haben. Gemäss Eliasch soll sich der Verband diesbezüglich im grünen Bereich bewegen, wogegen Lehmann gegenüber der Spitze von Swiss-Ski seine Bedenken vermeldet habe.

Zu den Finanzen äusserte sich auch Diego Züger, einer der Geschäftsführer von Swiss-Ski, in einem in der Zeitung «Tagesanzeiger» erschienenen Artikel. Es mangle an Transparenz in fast allen Angelegenheiten, vor allem bei den Finanzen, sagte der Bündner. Über konkrete Zahlen möge er nicht sprechen, aber dem Vernehmen nach habe die FIS im letzten Jahr über 20 Millionen Franken Verlust gemacht, seit Eliaschs Amtsantritt vor fünf Jahren sollen zwischen 80 und 100 Millionen «verbrannt» worden sein.

Akut gefährdete Wiederwahl

Solche und viele andere Machenschaften haben Eliasch zunehmend Kritik eingetragen. Es ist gut möglich, dass er bei seinem Vorhaben, das Amt weiter zu bekleiden, scheitern wird. Die Wahl findet in der kommenden Woche im Zuge des FIS-Kongresses in Serbiens Hauptstadt Belgrad statt. Als Gegenkandidaten haben sich die Britin Victoria Gosling und der Liechtensteiner Alexander Ospelt positioniert.

Lehmann selber wollte sich zu den neuesten Entwicklungen nicht äussern. «Aus Respekt vor den bevorstehenden Wahlen erteilt er keine Auskünfte», sagte Lehmanns Sprecher Lorenz Furrer auf Anfrage von Keystone-SDA. (abu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die letzten Schweizer Sieger im Skiweltcup
So verbringen die Ski-Profis den Sommer
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Röms
05.06.2026 12:32registriert März 2022
Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass Lehmann diesen Posten vor neun Monaten übernommen hat & nun kurz vor der Wahl zurückgetreten ist, vor allem mit Verweis auf die desaströsen finanziellen Verhältnisse, welche Eliasch zu verantworten hat. Dies sendet auch ein Zeichen in Richtung der stimmberechtigten Verbände, dass dieser Wichtigtuer nicht mehr tragbar ist und den Skizirkus ins Verderben reiten würde. Ich hoffe schwer, dass er mit dem „Erwerben“ des georgischen Passes bei der Wiederwahl nicht durchkommt und endlich ein fähiger Präsident das Amt übernehmen kann.
291
Melden
Zum Kommentar
11
Nati-Star Schertenleib: «Deshalb konnte ich Anfang Saison nicht 100 Prozent geben»
Sydney Schertenleib ist im Schweizer Nationalteam Leistungs- und Hoffnungsträgerin. Im Verein hat sie derweil noch eine andere Rolle. Am Freitagabend empfängt sie mit dem Schweizer Nationalteam am zweitletzten Spieltag der ersten WM-Qualifikationsphase Malta.
Es ist Mitte April, als Sydney Schertenleib über 12'000 Menschen im Letzigrund zum Jubeln bringt. Die 19-Jährige zeigt sich an jenem Abend im Nations-League-Spiel gegen die Türkei von ihrer besten Seite. Während Captain Lia Wälti im Mittelfeld einen für sie unterdurchschnittlichen Tag erwischt, prägt Schertenleib die Partie. Und hat damit grossen Anteil am 3:1-Sieg.
Zur Story