Urs Lehmann tritt als FIS-CEO zurück – Krach mit Präsident Eliasch
Bereits mit seinem im vergangenen August verkündeten Abgang vom Schweizer Verband Swiss-Ski, dessen Präsident er während 17 Jahren war, hatte Lehmann überrascht - und mit der Übernahme der neu geschaffenen Stelle als Geschäftsführer des Internationalen Skiverbandes ebenso.
Eine Überraschung wars, zumal Lehmanns Verhältnis zu Eliasch lange alles andere als gut war, er, Lehmann, den Plänen und Ansichten des Präsidenten in vielerlei Hinsicht nichts abgewinnen konnte. Eine sich «sehr positiv entwickelnde Zusammenarbeit» mit Eliasch und geglättete Wogen sollen dann aber doch den Weg ins Führungsgremium der FIS möglich gemacht haben. Lehmann hatte den Posten angetreten, um die «Weiterentwicklung des Schneesports vorantreiben zu können», wie er damals seine Beweggründe nannte. An der Seite von Eliasch wollte er die FIS mit «vereinten Kräften in die Zukunft führen». Er wolle ein Brückenbauer sein, liess Lehmann auch noch ausrichten.
Streitpunkt Finanzen
Diese Brücke gibts anscheinend nun nicht mehr. Das Einvernehmen mit Eliasch hat offenbar wieder Schaden genommen, zu grossen Schaden, um die FIS gemeinsam zu einem erstarkten Player in der Welt des Sports machen zu können. Wie die Zeitung «Blick» auf ihrem Online-Portal schreibt, sollen unterschiedliche Einschätzungen betreffend die finanzielle Situation der FIS zum neuerlichen Zerwürfnis geführt haben. Gemäss Eliasch soll sich der Verband diesbezüglich im grünen Bereich bewegen, wogegen Lehmann gegenüber der Spitze von Swiss-Ski seine Bedenken vermeldet habe.
Zu den Finanzen äusserte sich auch Diego Züger, einer der Geschäftsführer von Swiss-Ski, in einem in der Zeitung «Tagesanzeiger» erschienenen Artikel. Es mangle an Transparenz in fast allen Angelegenheiten, vor allem bei den Finanzen, sagte der Bündner. Über konkrete Zahlen möge er nicht sprechen, aber dem Vernehmen nach habe die FIS im letzten Jahr über 20 Millionen Franken Verlust gemacht, seit Eliaschs Amtsantritt vor fünf Jahren sollen zwischen 80 und 100 Millionen «verbrannt» worden sein.
Akut gefährdete Wiederwahl
Solche und viele andere Machenschaften haben Eliasch zunehmend Kritik eingetragen. Es ist gut möglich, dass er bei seinem Vorhaben, das Amt weiter zu bekleiden, scheitern wird. Die Wahl findet in der kommenden Woche im Zuge des FIS-Kongresses in Serbiens Hauptstadt Belgrad statt. Als Gegenkandidaten haben sich die Britin Victoria Gosling und der Liechtensteiner Alexander Ospelt positioniert.
Lehmann selber wollte sich zu den neuesten Entwicklungen nicht äussern. «Aus Respekt vor den bevorstehenden Wahlen erteilt er keine Auskünfte», sagte Lehmanns Sprecher Lorenz Furrer auf Anfrage von Keystone-SDA. (abu/sda)
