Ärger bei der Leichtathletik-EM: Latte beim Stabhochsprung zu tief eingestellt
Die Zehnkämpfer haben an zwei Tagen ein dichtes Programm zu absolvieren. Umso wichtiger ist es, nicht unnötig Kräfte zu verbrauchen. Dies funktionierte am zweiten Tag ihrer Wettbewerbe für einige Athleten aber überhaupt nicht.
Beim Stabhochsprung war die Latte gleich für sieben Zehnkämpfer falsch eingestellt. Statt 4,80 m wurden 4,70 m übersprungen. Dazu gehörte auch der amtierende Weltmeister und Leader Leo Neugebauer. Bei Temperaturen weit über 30 Grad mussten der Deutsche und die sechs weiteren Athleten erneut versuchen, die 4,80 m zu meistern. Dann waren aber auch noch die Abstände der Ständer, wo die Querlatte draufliegt, nicht richtig eingestellt.
Neugebauer verlor dadurch sichtlich den Faden und riss die «richtigen» 4,80 m dreimal hintereinander. Doch die Jury hat den Überblick wohl komplett verloren und der 26-Jährige startete seinen insgesamt fünften Versuch auf diese Höhe. Dieses Mal blieb die Stange oben und Neugebauer schaffte auch noch die 4,90 m, bevor er bei fünf Metern dreimal hintereinander scheiterte. Der Deutsche hat sich wohl zu allem Überfluss noch eine kleine Verletzung an der Wade zugezogen.
Das ganze Chaos sorgte bei Bundestrainer Jörg Roos für riesigen Frust. Im Interview mit dem ZDF reklamierte er: «Bei den Witterungsbedingungen ist das natürlich fatal und meiner Meinung nach eine absolute Wettkampfverzerrung.» Neugebauer bleibt aber in Führung und könnte sich heute Abend die erste EM-Goldmedaille der Karriere sichern.
Der Schweizer Leon Krummenacher (war vom ganzen Chaos nicht betroffen) war der beste Schweizer im Stabhochsprung und stellte seine persönliche Besthöhe mit fünf Metern ein.
Im Zehnkampf stehen heute Abend mit dem Speerwerfen und 1500 m noch zwei Disziplinen aus. Ebenfalls springen die Stabhochspringerinnen heute Abend um die Medaillen. Titelverteidigerin Angelica Moser strebt die nächste Goldmedaille an. Bleibt zu hoffen, dass die Latten richtig eingestellt werden. (riz)
