Djokovic muss sich mehrmals übergeben und segelt in der Startrunde raus
Den Verlust des ersten Satzes vermochte der Weltranglisten-Fünfte Djokovic mit dem Gewinn der nächsten zwei Durchgänge noch zu korrigieren. Der vierfache US-Open-Sieger schien mit etwas Verzögerung den Rank doch noch gefunden zu haben, obwohl er sich von Beginn der Partie an nie wohl fühlte auf dem Platz.
Die Wende war allerdings nur eine Momentaufnahme. Der 39-jährige Djokovic zollte danach dem Abnützungskampf Tribut; der Kräfteverschleiss war zu gross – so gross, dass er sich mehrfach übergeben musste.
Too much pesto on the omelette at brunch: Navone has Djokovic losing his lunch in first round #USOpen #Tennis pic.twitter.com/QhCe7J2sQb
— Jay7 (@LJayy7) August 31, 2026
«Ein ernstes Problem»
«Das ist etwas, womit ich leider in diesem Jahr so ziemlich in jedem Spiel zu kämpfen hatte: Erbrechen, Übelkeit, es ist ein ernstes Problem», sagte Djokovic. «Dann bricht mein ganzer Körper im Grunde zusammen, mit Krämpfen und Schmerzen.» Zudem hätten am Ende auch Rücken und Schulter nicht mehr mitgemacht.
Mit dem 6:7 (5:7), 7:5, 6:4, 2:6, 1:6 nach vier Stunden und 36 Minuten war die erste Erstrunden-Niederlage von Djokovic bei 20 Teilnahmen in Flushing Meadows Tatsache. «Ich möchte seinen Sieg nicht schmälern. Glückwunsch an ihn. Er ist ein netter Kerl, ein Kämpfer. Aber ich hatte keinen guten Tag», sagte Djokovic an Navones Adresse.
Auftaktpartien bei Grand-Slam-Veranstaltungen hatte er ohnehin nur zwei verloren. Zu Beginn seiner Karriere schied er 2005 und 2006 beim Australian Open in der 1. Runde aus – vor zwanzig Jahren. «Ja, das ist ein Rekord, noch einer. Aber ich denke nicht daran. Ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe. Aber ich lebe im Moment. Ich bin gerade vom Platz gegangen und versuche, mich zu erholen.»
Navone könnte auf Wawrinka treffen
Navone, im Ranking die Nummer 49, kam mit dem Sieg im ersten Aufeinandertreffen mit einem seiner Idole zum bisher grössten Erfolg seiner Karriere. «Das bedeutet mir viel», sagte Navone, «damit geht ein Traum in Erfüllung.»
Der Südamerikaner hatte in diesem Jahr vorab auf Sandplätzen sein Talent angedeutet. Ende Mai stiess er beim Geneva Open bis in den Final vor, in dem er dem Amerikaner Learner Tien unterlag. Zwei Monate zuvor errang er beim Event der Kategorie 250 in Bukarest seinen ersten Turniersieg auf der Tour.
Navones nächster Gegner könnte Stan Wawrinka sein. Der am Ende der Saison zurücktretende Waadtländer, der dank einer spät erhaltenen Wildcard doch noch einmal beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres teilnehmen kann, spielt in der 1. Runde (Montag, 20.30 Uhr) gegen den Italiener Matteo Berrettini. (ram/sda)
