Er wählte kurz vor dem Ziel eine andere Linie, um an Viktor Koretzky vorbei zu kommen. Pidcock schaffte das, hatte das Rad vorne – und das könnte dafür sorgen, dass es bei seinem Sieg bleibt.
Pidcock gewinnt nach hartem Manöver Gold – Schweizer Mountainbiker geschlagen
Gold holte sich wie erwartet der grosse Topfavorit Thomas Pidcock, und dies trotz beträchtlichem Zeit- und Positionsverlust aufgrund eines Plattens. Der 24-jährige Brite setzte sich nach einem grenzwertigen Manöver kurz vor dem Ziel vor dem Franzosen Victor Koretzky durch. Bronze ging nach Südafrika an Alan Hatherly.
Rad-Allrounder Pidcock, der schon 2021 in Tokio im Cross-Country triumphiert hatte und amtierender Mountainbike-Weltmeister ist, griff bereits in der zweiten von acht Runden an und setzte sich ab. Durch einen Platten fiel er jedoch wieder zurück und musste zur Aufholjagd ansetzen, um den Anschluss an die Medaillenränge wieder zu schaffen.
Manöver, das zu reden gibt
Im packenden Finish schien Koretzky im Duell mit Pidcock nach einem erfolgreichen Konterangriff zunächst die Nase vorne zu haben. Dann konterte Pidcock jedoch noch einmal, indem er mit einem Antritt im letzten Waldstück sein Vorderrad vor Koretzky brachte und diesem den Weg abschnitt.
Für Koretzky, der stark in die Saison startete und den Gesamtweltcup nach vier Stationen anführte, ehe er durch eine Corona-Erkrankung ausgebremst wurde und sich bis Paris vom Wettkampf-Geschehen zurückzog, ist auch Olympiasilber der grösste Karriere-Erfolg. WM-Bronze 2021 war zuvor die einzige Silberware des zweifachen Weltcupsiegers an Titelkämpfen.
Flückiger knapp, Schurter deutlich geschlagen
Mathias Flückiger und Nino Schurter fuhren zu Beginn an der Spitze, hatten der Tempoverschärfung von Pidcock zu Beginn der zweiten von acht Runden in der Hitze Frankreichs aber nichts entgegenzusetzen und mussten auch anderen Fahrern den Vortritt lassen. «Ich habe mehr erwartet», gab Flückiger im SRF zu. «Mit der Leistung bin ich grundsätzlich zufrieden. Ich hatte nirgends einen grossen Hänger drin, über den ich mich ärgern müsste. Vielleicht habe ich in den Abfahrten etwas zu wenig riskiert, nachdem ich die vielen Defekte im Frauen-Rennen gesehen habe. Rang 5 ist auch kein mega schlechtes Ergebnis.»
Während sich Pidcock wieder in die Medaillenränge und an die Spitze zurückkämpfte und Flückiger den 24-jährigen Engländer erst in der drittletzten Runde ziehen lassen musste, büsste der sichtlich leidende Schurter früh an Terrain ein. «Ich gab alles, aber ich fand von Beginn an nicht ganz ins Rennen. Es wollte irgendwie nicht heute», sagte Schurter im SRF. Er habe sich auf der Strecke mit dem kiesigen Untergrund nie ganz wohl gefühlt.
Nach den Rängen 3 (2008), 2 (2012), 1 (2016) und 4 (2021) resultierte für den 38-jährigen Bündner an seinen fünften Sommerspielen als Neunter schliesslich das schlechteste aller guten Olympia-Ergebnisse. Auch ein weiteres Olympia-Diplom blieb dem Mountainbike-Rekordmann verwehrt. «Ich konnte es trotzdem nochmals richtig geniessen und alles aufsaugen.»
Überdies verpasste es der ungewohnt fehlerhaft fahrende zehnfache Weltmeister und neunfache Gesamtweltcupsieger, sich mit einer vierten Medaille zum erfolgreichsten Schweizer Olympioniken der Neuzeit zu küren und Fabian Cancellara mit einer zweiten Goldmedaille und dem schon kompletten Medaillensatz als erfolgreichsten Schweizer Radsportler an Sommerspielen abzulösen. (ram/sda)
Das spannende Rennen im Ticker:
Gibt es ein Nachspiel?
Er wählte kurz vor dem Ziel eine andere Linie, um an Viktor Koretzky vorbei zu kommen. Pidcock schaffte das, hatte das Rad vorne – und das könnte dafür sorgen, dass es bei seinem Sieg bleibt.
Flückiger belegt Rang 5
Mathias Flückiger und Nino Schurter belegen die Ränge 5 und 9. Flückiger büsst 1:20 Minute auf Pidcock ein, Schurter 2:22 Minuten.
Pidcock ist Olympiasieger
Oder hat seine Aktion noch ein Nachspiel?
Hartes Manöver von Pidcock
Pidcock wieder da
Koretzky kommt weg
Flückiger ist geschlagen
Hatherly muss beissen
Braidot holt auf
Nach Runde 7
1. Tom Pidcock GBR
2. Viktor Koretzky FRA +0:00
3. Alan Hatherly RSA +0:01
4. Luca Braidot ITA 0:15
5. Mathias Flückiger SUI +0:29
Pidcock gibt Gas
Bald haben sie Koretzky
Braidot 16 Sekunden dahinter, Flückiger mit 22 Sekunden Rückstand auf Rang 5.
Nach Runde 6
1. Viktor Koretzky FRA
2. Alan Hatherly RSA +0:17
3. Tom Pidcock GBR +0:17
4. Luca Braidot ITA +0:23
5. Mathias Flückiger SUI +0:24
9. Nino Schurter SUI +1:30
Schurter kann Sturz verhindern
Pidcock holt auf
Nach einer Rennstunde
Dahinter ein Trio mit Pidcock, Flückiger und dem Italiener Braidot noch 25 Sekunden hinter Koretzky.
Flückiger hält mit Pidcock mit
Nach Runde 5
1. Viktor Koretzky FRA
2. Alan Hatherly RSA +0:13
3. Tom Pidcock GBR +0:36
4. Sam Gaze NZL 0:36
5. Charlie Aldrige GBR +0:37
6. Mathias Flückiger SUI +0:37
7. Luc Braidot ITA +0:37
8. Riley Amos USA 0:39
Ging es Flückiger zu schnell an?
Koretzky baut Vorsprung aus
Nach Runde 4
1. Viktor Koretzky FRA
2. Alan Hatherly RSA +0:10
3. Mathias Flückiger SUI +0:20
4. Sam Gaze NZL +0:20
5. Charlie Aldrige GBR +0:20
6. Tom Pidcock GBR +0:34
9. Nino Schurter SUI +0:40
Plattfuss bei Pidcock
Vorne damit der Franzose Koretzky alleine voraus. Flückiger belegt Rang 3, sein Rückstand 17 Sekunde.
Nach Runde 3
Schweizer verlieren den Anschluss
Angriff Pidcock!
Noch 13 Fahrer
Flückiger drückt auf die Tube
Nach Runde 2
Mathias Flückiger führt, Nino Schurter belegt Zwischenrang 4.
Munter wechselt die Führung
Kleine Probleme bei Schurter
Pech für den Rumänen
Die Schweizer ganz vorn
Nach Runde 1
Pidcock auf Rang 11
Die Schweizer vorne dabei
Der Start ist erfolgt
Gleich geht es los
Der Experte
Der Zürcher rechnet mit einem ausgeglicheneren Rennen als bei den Frauen, wo Pauline Ferrand-Prévot überlegen allen davon fuhr.
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Die Fakten
Der Abwesende
Der Exot
Das Frauen-Rennen
Die Schweizerin Alessandra Keller hatte als Führende im Gesamtweltcup mit einer Medaille geliebäugelt. Am Ende wurde es Rang 7.
