Beinahe-Weltrekord mit 13 Jahren – das ist Chinas Schwimmwunder Yu Zidi
Yu Zidi ist erst 13 Jahre alt und hat bei den Asienspielen in Tokio über 200 Meter Lagen einen Junioren-Weltrekord aufgestellt und gar am Weltrekord der Erwachsenen gekratzt. In 2:06,10 Minuten unterbot sie die bisherige Nachwuchs-Bestmarke von Summer McIntosh (2:06,56) und schwamm gar die zweitschnellste Zeit der Geschichte in dieser Disziplin – nur 0,4 Sekunden hinter McIntoshs Weltrekord bei den Erwachsenen von 2:05,70.
Der Erfolg kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist die Fortsetzung einer bemerkenswerten Entwicklung: Als 11-Jährige schwamm Zidi 2024 noch 2:14 Minuten, ein Jahr später als Zwölfjährige bereits 2:09,2 – womit sie an der WM in Singapur einen sensationellen vierten Platz belegte, nur 0,06 Sekunden von der Medaille entfernt. Im Jahr 2025 folgte als 13-Jährige der Asien-Rekord in 2:07,4 Minuten, ehe sie diesen nun in Tokio nochmals um über eine Sekunde auf 2:06,10 verbesserte.
Im Freizeitpark entdeckt
Im Alter von nur sechs Jahren wurde Yu angeblich von einem Trainer entdeckt, als ihr Vater sie in einen Freizeitpark mitnahm. Seither hat sie sich zu einer der grössten Nachwuchshoffnungen des Weltschwimmens entwickelt – ihr grosses Vorbild ist ausgerechnet Summer McIntosh, deren Nachwuchsrekord sie nun gebrochen hat.
Neben dem Lagen-Erfolg gewann Zidi in Tokio bereits einen Tag zuvor Gold über 200 Meter Schmetterling (2:05,08 Minuten, die beste je aufgestellte Zeit bei Asienspielen). Am Mittwoch soll mit den 400 Metern Lagen ein möglicher dritter Einzeltitel folgen – für die 4×200‑m-Freistilstaffel der Frauen ist sie hingegen nicht nominiert.
Wegen Erschöpfung beinahe aufgehört
Die Öffentlichkeit reagiert bei ihrem Erfolg gespalten. Die Hongkong-Schwimmerin Siobhan Haughey, selbst eine Veteranin im Vergleich zu Zidi, sieht darin einen grösseren Trend: Immer mehr junge Athletinnen würden bereits in jungen Jahren Spitzenzeiten schwimmen – ähnlich wie einst McIntosh selbst. Haughey traut Zidi durchaus eine erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu.
Kritischere Stimmen gibt es vor allem für den Aufwand und die Belastung, die ein solcher Erfolg mit sich bringt. Bereits nach ihrem vierten Platz bei der WM 2025 hatte Zidi öffentlich gemacht, dass sie wegen Erschöpfung durch Training und Studium ans Aufhören gedacht habe. Der Rückhalt von Trainern, Teamkolleginnen, Freunden und Eltern habe sie dann wieder umgestimmt. Auch wird bereits hinterfragt, ob die junge Schwimmerin allenfalls gedopt sei.
Sportlich ist Yu Zidi längst keine Anfängerin mehr, sondern mit ihren jungen Jahren eine ernsthafte Medaillenkandidatin für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028. (car)
