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Vendée Globe: Alan Roura segelt wieder ganz alleine um die ganze Welt

Le navigateur suisse Alan Roura navigue sur son bateau "La Fabrique" SUI 7 un IMOCA de 60 pieds le mardi 18 aout 2020 au large de Lorient en France. Alan Roura va prendre le depart du procha ...
Vor dem Start gut gelaunt: Alan Roura auf seiner Jacht «La Fabrique».Bild: keystone

Weg von Corona – Alan Roura segelt mutterseelenalleine um die Welt

Alan Roura sticht am Sonntag zur Weltumsegelung in See. Der 27-jährige Genfer visiert bei der Vendée Globe eine Top-Ten-Klassierung an.
07.11.2020, 12:5207.11.2020, 18:10
Hans Leuenberger / Keystone-sda

Alan Roura hisst bereits zum zweiten Mal die Segel zur härtesten Regatta der Weltmeere. 2016 hatte er mit einem veralteten Boot und einem bescheidenen Budget bloss das Ziel, den Wettkampf zu beenden.

Diesmal präsentieren sich die Voraussetzungen besser. Seine 18 Meter lange Jacht ist zwar älteren Datums, allerdings hat er sie bereits mehrfach in Rennen getestet und immer wieder optimiert. «Die Performance der Boote wird unterschiedlich sein. Es wird schnellere geben als das meine. Aber der Plan war immer, auf ein auf dem Papier weniger leistungsfähiges Boot zu setzen, dass man dafür zu 100 Prozent, also bis ans Limit, segeln kann», sagte Roura, der das ganze Jahr über in Lorient in der Bretagne ansässig ist.

In 80 Tagen um die Welt

Der erst kürzlich Vater gewordene Hochseesegler plant, bereits nach 80 Tagen seine Familie wieder in die Arme zu schliessen – vier Wochen früher als bei seiner Ankunft 2017. Der Schweizer verfolgt somit ein sehr ambitioniertes Ziel, das erst fünf Segler unterboten. Aber die Jachten der sogenannten Imoca-Klasse werden immer leistungsfähiger. 2017 kam der Sieger nach 74 Tagen ins Ziel, 2013 nach 78 Tagen, 2009 nach 84 Tagen, 1993 bei der ersten Ausgabe nach 110 Tagen.

Alan Roura stellt uns sein Boot vor (französisch).Video: YouTube/Alan Roura – La Fabrique

Die Everest-Besteigung der Weltmeere, bei der sich die allerbesten Seemänner alle vier Jahre messen, verlangt den Akteuren alles ab. Der Kampf gegen Wind und Wetter und die stete Müdigkeit lässt die Seglerinnen und Segler an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit vorstossen. Die Skipper werden trotz des Autopiloten nie richtig tief schlafen und während den stürmischen Bedingungen kaum ein Auge zudrücken.

Kleinere Reparaturen am Boot, Monotonie, Heimweh, harte körperliche Arbeit oder das Studium der Wetterkarten prägen den Alltag. Dabei dürfen die Solosegler nicht die Hilfe eines Beratungsteams an Land in Anspruch nehmen, sondern müssen sich anhand der Informationen der Rennleitung oder der Daten im Internet ihre Route zurechtlegen.

Die Teilnehmer werden rund 25'000 Seemeilen zurücklegen, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen oder Land zu betreten. Der Start- und Zielort ist Les Sables d'Olonne an der französischen Atlantik-Küste. Acht festgelegte, virtuelle Tore müssen passiert werden. Der Parcours führt zunächst an den Kalmen vorbei Richtung Südafrika zum Kap der Guten Hoffnung. Danach geht es im indischen Ozean innerhalb von 1000 Seemeilen südlich an Australien und Neuseeland vorbei rund um die Antarktis und quer durch den Pazifik zum Kap Hoorn. Nach der Passage der Südspitze Südamerikas wird im Atlantik wieder ein nördlicher Kurs zum Ausgangshafen eingeschlagen.

Hier müssen die Skipper durch.Video: YouTube/VendeeGlobeTV

So viele Starter wie nie

Der Startschuss im Fischerort fällt am Sonntagmittag um 13.02 Uhr. Bei der 9. Vendée Globe fehlen allerdings coronabedingt die Zuschauermassen, welche die Parade der auslaufenden Boote durch den langen Kanal beklatschen. Die Rekordzahl von 33 Jachten, von denen sechs von Frauen gesteuert werden, machen sich auf den Weg, den Globus im Alleingang zu erobern.

Die besten Schweizer Klassierungen gehen auf das Konto von Dominique Wavre (4. 2005, 5. 2001, 7. 2013). In den bislang acht Austragungen stachen 167 Jachten in See, aber nur deren 89 erreichten den Ausgangshafen. Aufgaben wegen Materialverschleiss oder Havarien mit Treibgut sind Teil des Spiels.

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Der Franzose Armel Le Cléac'h, der Sieger 2017, geht nicht an den Start. Der Brite Alex Thomson ist auf dem Papier der erste Anwärter auf den Sieg, vor vier Jahren wurde er Zweiter. Aber das Meer wird bei der Wahl des Triumphators ein Wörtchen mitreden.

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