Sport
Schweiz

FCZ und GC sollen nicht zusätzliche Sicherheitskosten bezahlen

GC Fans zuenden Feuerwerk vor Dirk Abels (GC) im Fussball Schweizer Cup Achtelfinal zwischen dem Grasshopper Club Zuerich, GC, und dem Zuerich, FCZ, im Stadion Letzigrund, am Dienstag, 3. Dezember 202 ...
GC-Fans zünden ein Feuerwerk nach dem Spiel gegen den FCZ am 3. Dezember. Die Clubs sollen nicht stärker zur Kasse gebeten werden bezüglich den Sicherheitskosten.Bild: KEYSTONE

Stadtzürcher Parlament: FCZ und GC sollen nicht zusätzliche Sicherheitskosten bezahlen

12.12.2024, 22:58
Mehr «Sport»

Der Stadtzürcher Gemeinderat hat sich am Donnerstag für eine Signalanlage an der Langstrasse ausgesprochen, die rund eine Million Franken kostet. Den Fussballklubs FCZ und GC überwälzt er keine weiteren Kosten. Die rund 110 Anträge erledigte das Parlament in zwei Tagen.

Am zweiten Tag der Budgetdebatte gewährte der Stadtzürcher Gemeinderat einige zusätzliche Ausgaben. Klar sprach sich der Gemeinderat etwa für den Versand der umstrittenen Entsorgungscoupons aus.

Einzig die Grünen waren aus Gründen des Verursacherprinzips dagegen. 300'000 Franken soll der Versand an die Haushalte kosten. Der Stadtrat will die Gratis-Coupons eigentlich abschaffen.

Keine zusätzlichen Sicherheitskosten für Fussballclubs

Diverse beantragte Einsparungen kamen nicht durch. Das Stadtzürcher Parlament hat es am Mittwoch bei der Budget-Debatte abgelehnt, FCZ und GC zusätzliche Sicherheitskosten zu verrechnen. Einige störten sich an der Überwälzung von Polizeikosten, andere fanden den Zeitpunkt falsch. Den Antrag scheiterte mit 27 zu 82 Stimmen.

500'000 Franken zusätzlich sollten FCZ und GC bei den Sicherheitskosten übernehmen, forderten FDP und SVP. Bisher liegt der Betrag bei bis zu einer Million. Perparïm Avdili (FDP) begründete die Forderung damit, dass «einer der beiden Präsidenten» nur die Sprache des Geldes verstehe.

Markus Haselbach (Mitte) erinnerte daran, dass der Vertrag über die Kostenverteilung jeweils zwei Jahre laufe und für 2025 gar nicht gekündigt werden könne. Für Moritz Bögli (AL) ist die Übertragung von Polizeikosten an Veranstalter ohnehin der falsche Weg.

Es gebe aber durchaus Handlungsbedarf bei der Fangewalt, sagte Florian Utz (SP). Der Rat überwies denn auch diskussionslos ein Postulat zur Fankultur. FDP und Mitte/EVP fordern darin ein Vier-Säulen-Modell zur Eindämmung der Fangewalt. Das reicht von Prävention bis Repression, darunter sind auch höhere Kostenbeteiligungen genannt.

Auch die Fan-Sozialarbeit des FCZ unterstützt die Stadt weiterhin mit 130'000 Franken. Die SVP forderte, das Geld zu streichen, solange der Verein «seine gewaltbereiten Fans nicht in den Griff bekommt». Die Fan-Arbeit sei ein «Flop», hiess es von der SVP. Die anderen Parteien überzeugte sie damit nicht.

Chancenlos blieb ein Antrag der AL, eine teure Signal-Anlage an der Langstrasse zu streichen. Die eine Million Franken teure Anlage soll den Automobilisten anzeigen, wann auf der Langstrasse ein Fahrverbot herrscht und wann nicht. Prüfen muss der Stadtrat hingegen, ob ein generelles Fahrverbot und eine automatische Kontrolle möglich sind.

Mehrheit gegen Förderklassen

FDP und SVP scheiterten mit einem Angriff auf die inklusive Schule deutlich. Gleich mit sieben Vorstössen forderten sie Einsparungen beziehungsweise eine Umwandlung der Ressourcen hin zu Förderklassen. Die Anträge sind vor dem Hintergrund einer kantonalen Initiative aus diesen Kreisen zu sehen, die Förderklassen statt inklusiver Schule fordert.

In einer teils heftig geführten Debatte warfen sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier gegenseitig fehlende Empathie und unnötige Emotionalisierung vor.

Hingegen nahm der Gemeinderat Anträge der linken Parteien für mehr Geld zur Stärkung der inklusiven Schule an. Auch eine Stelle für Gewaltprävention will das Parlament angesichts der zunehmenden Jugendgewalt schaffen. Rund 3,7 Millionen Franken sprach es für mehr Lektionen in «Deutsch als Zweitsprache».

Sozialinspektoren bleiben

Der «traditionelle» Angriff von Grünen und AL auf die Sozialinspektoren scheiterte. Die Parteien stören sich an der «verdeckten Überwachung» von Sozialhilfebezügern und fordern jedes Jahr die Auflösung des Inspektorats. Der SP ging dies aber zu weit, entsprechend fehlten die Stimmen.

Forderungen der SVP, die etwa 32 Millionen Franken für die Asylorganisation AOZ oder rund 634'000 Franken für das Arbeiterhilfswerk SAH streichen wollte, fanden bei den anderen Parteien keine Unterstützung. Auch 41'700 Franken für den Verein Transgender Network Switzerland sprach das Parlament gegen den Widerstand der SVP.

Die Budgetdebatte wird noch am Donnerstag mit zwei Anträgen zur Steuerfusssenkung abgeschlossen. (sda/nzu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hadock50
12.12.2024 23:16registriert Juli 2020
Klar, der Steuerzahler zahlt ja gerne wenn die Clubs ihre Fans nicht im griff haben.
Danke für gar nichts.
😡
8419
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rethinking
13.12.2024 05:58registriert Oktober 2018
Ich würde die Clups zu 100% die Kosten tragen lassen, die sie verursachen…

Sollen sie halt Ticketpreise erhöhen
4118
Melden
Zum Kommentar
avatar
Schneider Alex
13.12.2024 06:38registriert Februar 2014
Danke, dass wir brave Steuerzahlende für die Sicherheitskosten der Fussballspiele mit überbezahlten Fussballern aufkommen dürfen!
207
Melden
Zum Kommentar
28
    Also doch: Kein Frauenhockey – kein Geld mehr von der Postbank
    Im letzten Herbst hat die Postbank (PostFinance) angekündigt, künftig nur noch NL-Klubs mit Direktsponsoring zu alimentieren, die ein Frauenteam in der höchsten Liga betreiben. Nun folgt die offizielle Bestätigung, dass diese «Drohung» tatsächlich wahr gemacht wird.

    Die Kommunikations-Abteilung der PostFinance bestätigt auf Anfrage: «Ja, das Konzept wird wie angekündigt umgesetzt.» Und im Detail wird ausgeführt: «Unsere Ligapartnerschaften mit der National League und der PostFinance Women’s League stehen im Mittelpunkt unseres Engagements. Alle Klubs beider Ligen profitieren weiterhin von der Topscorer-Prämie, die direkt an die Klubs ausgezahlt wird. Zusätzlich engagieren wir uns gezielt im Sponsoring von einzelnen Klubs. Ab der nächsten Saison ist eine der Voraussetzungen für ein solches Sponsoring, dass der Klub sowohl in der National League als auch in der PostFinance Women’s League ein Team stellt. Mit den betroffenen NL-Klubs haben wir bereits vor über einem Jahr das Gespräch gesucht und unsere Strategieanpassung frühzeitig kommuniziert. Die Partnerschaften mit dem HC Ambri-Piotta und dem SC Bern sind verlängert worden.»

    Zur Story