«Ich warte, bis es vorübergeht» – Sofia Goggia kämpft mit seltener Viruserkrankung
Ende September kam die Meldung, dass Sofia Goggia ihr Trainingslager in Argentinien vorzeitig hat abbrechen müssen. Die italienische Skifahrerin und Bronzegewinnerin in der Olympia-Abfahrt von Cortina d'Ampezzo im vergangenen Februar leide an «rätselhaftem Unwohlsein», hiess es.
Nun ist der Grund dafür bekannt. Gemäss einer Mitteilung des italienischen Skiverbands FISI werde Goggia gleich von zwei Viruserkrankungen geschwächt. Gegenüber Sky verriet die Italienerin, dass sie von einer infizierten Mücke gestochen wurde und deshalb am Chikungunya-Virus erkrankt ist. Gleichzeitig mache ihr auch noch eine Infektion mit dem Parvovirus B19 zu schaffen.
Wie Goggia sagt, seien die ersten Symptome starke Schmerzen gewesen, zudem habe sie sich schwach gefühlt. «Ich konnte keine Treppen steigen, hatte das Gefühl von ungewöhnlicher Müdigkeit und Erschöpfung. Meine Beine waren unkoordiniert und zitterten», erklärt die 33-Jährige. Die akute Phase der Erkrankung sei mittlerweile vorbei, doch die Beschwerden bleiben bestehen. Es gebe immer noch Tage, an denen sie sich schlapp fühle. Insbesondere durchs Chikungunya-Virus verursachte Gelenkschmerzen können teilweise monatelang anhalten. Ein Heilmittel gibt es nicht.
«Ich warte darauf, dass es vorübergeht», sagt Goggia. Anders als bei anderen Verletzungen könne sie die Situation nicht einfach mit ihrer Willenskraft meistern. Ihre Leistungen vor der Krankheit seien gut gewesen, doch aktuell könne sie noch nicht wieder auf den Ski stehen: «Dafür muss ich zuerst wieder geistig klar und motorisch koordiniert sein.»
Ob Goggia beim Saisonauftakt in Sölden (am 24. Oktober) wieder am Start stehen kann, ist darum noch unsicher. (abu)
