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Tennisspielerin Ashleigh Barty tritt überraschend zurück

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Ein historischer Moment: Zum ersten Mal seit 1978 hat Ashleigh Barty im Januar für einen Heim-Triumph an den Australien Open gesorgt.Bild: keystone

«Zeit, das Racket niederzulegen» – Tennis-Weltranglistenerste Ashleigh Barty tritt zurück

Erst noch im Januar feierte die Australierin Ashleigh Barty einen grandiosen Heimsieg am Australian Open. Jetzt zieht sich die Nummer 1 der Weltrangliste ganz plötzlich vom Tennis zurück. In einem Instagram-Video begründet sie ihren Entscheid.
23.03.2022, 04:4323.03.2022, 14:38

Überraschender Entscheid

Die Tennis-Weltranglistenerste Ashleigh Barty hat völlig überraschend ihr Karriereende angekündigt. «Heute ist ein schwieriger Tag voller Emotionen für mich, während ich meinen Abschied vom Tennis verkünde», schrieb die 25-jährige Australierin am Mittwoch auf Instagram.

Sie liess sich in einem Video von der ehemaligen australischen Tennisspielerin Casey Dellacqua interviewen, um so ihren Entscheid mitzuteilen und zu begründen. Es sei der perfekte Weg für sie, so ihren Rücktritt vom Tennis bekannt zu geben. Es sei schwierig, es auszusprechen, aber sie sei bereit und wisse in ihrem Herzen, dass es das Richtige sei.

«Ich bin so dankbar für alles, was mir dieser Sport gegeben hat, und verabschiede mich stolz und erfüllt. Es hat mir alle möglichen Träume erfüllt, aber ich weiss, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um mich davon abzuwenden und andere Träume zu verfolgen. Und ja, das Racket niederzulegen.»

«Wieso jetzt?»

Daraufhin stellt Dellacqua ihr die wohl brennendste Frage: «Wieso jetzt?» Sie habe schon seit längerem darüber nachgedacht, so Barty. Begonnen habe es mit ihrem Sieg in Wimbledon vergangenes Jahr. Ihr ganzes Leben habe sie hart auf dieses eine Ziel hingearbeitet und habe das mit vielen unglaublichen Leuten teilen können.

«Wimbledon gewinnen zu können – was im Tennis mein einziger wahrer Traum war – hat meine Perspektive verändert und ich hatte einfach dieses Bauchgefühl nach Wimbledon und habe oft mit meinem Team darüber gesprochen. Es gab einfach diesen kleinen Teil in mir, der nicht ganz zufrieden, nicht ganz erfüllt war.»

Doch Barty spielte weiter und holte sich auch den Sieg am Australian Open – in ihrer Heimat. Das sei für sie die perfekte Art und Weise gewesen, ihre tolle Reise in ihrer Tenniskarriere zu feiern. Jetzt wolle sie andere Träume verfolgen, die sie schon immer gehabt habe.

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Ashleigh Barty mit dem Daphne Akhurst Memorial Cup, den sie für ihren Sieg bei den Australian Open im Januar gewann.Bild: keystone

Ein Perspektivenwechsel

Dellacqua wirft daraufhin erneut ein, dass dieser Entscheid für viele schwierig nachvollziehbar sein dürfte. Barty sei dreifache Grandslam-Gewinnerin und habe die Australian Open als eine der bemerkenswertesten Athletinnen der Welt beendet. Sie möchte von Barty wissen, wie schwierig sei es gewesen, zu diesem Entscheid zu kommen. Diese antwortet:

«Es gab einen Perspektivenwechsel in der zweiten Phase meiner Karriere. Meine Zufriedenheit war nicht mehr abhängig von Resultaten, und Erfolg für mich, ist zu wissen, dass ich absolut alles Mögliche gegeben habe.»

Doch nun habe sie den benötigten körperlichen Antrieb und das emotionale Bedürfnis nicht mehr, sich den Herausforderungen der Weltspitze zu stellen.

«Ich weiss, dass ich körperlich nichts mehr zu geben habe und das ist für mich Erfolg.»

In ihren Ausführungen weist sie auch auf andere Herausforderungen des Profi-Tennissports hin: Sie wolle andere Träume verfolgen, für diese sie nicht um die Welt reisen und von ihrer Familie und ihrem Zuhause getrennt sein müsse. Tennis werde immer ein grosser Teil ihres Lebens sein, aber:

«Jetzt ist es wichtig, dass ich die nächste Phase meines Lebens geniessen kann – als Mensch Ash Barty, nicht als Sportlerin Ash Barty.»

Das Ende einer grossen Karriere

Anfang März hatte Barty bereits ihren Verzicht auf die Teilnahme an den prestigeträchtigen Tennis-Turnieren in Indian Wells und Miami verkündet. Nach dem Sieg bei den Australian Open sei sie körperlich noch nicht wieder bereit für die Events, hatte sie betont.

Barty hatte Ende Januar erstmals seit 1978 für einen Heim-Triumph in Melbourne gesorgt. Insgesamt hat sie in ihrer Karriere drei Grand Slams gewonnen. Vor den Australian Open gewann sie bereits in Wimbledon und bei den French Open.

Barty hatte ihre Karriere mit 18 Jahren schon mal für fast zwei Jahre unterbrochen und sich eine Pause genommen. Nach ihrer Rückkehr im Mai 2016 stieg sie schnell zu einer Spitzenspielerin auf und stand nun seit 114 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Nur drei Spielerinnen standen länger ununterbrochen auf Rang eins als Barty, die in einem Monat 26 Jahre alt wird. (saw)

Mit Material der Nachrichtenagentur sda.

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