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(GERMANY OUT) Foto .....  Schiedsrichter Carlos Bernardes Tennis French Open Paris So. 26.05.2013  (Photo by Bergmann/ullstein bild via Getty Images)

Carlos Bernardes auf dem Schiedsrichterstuhl. Bild: ullstein bild

Weil er als Einziger die Tennis-Regeln konsequent durchsetzte – dieser Schiedsrichter wurde von Rafael Nadal abgesägt

Nach seinem Auftaktsieg beim French Open in Paris hat Rafael Nadal am Dienstagabend gestanden, dass er die ATP darum gebeten habe, Schiedsrichter Carlos Bernardes nicht mehr seine Matches leiten zu lassen. Der Grund für das Zerwürfnis: Bernardes hat die Regeln (zu) strikt befolgt.



Die Gerüchte schleichen schon länger durch den Tennis-Zirkus: Rafael Nadal soll von der ATP gefordert haben, den Stuhlschiedsrichter Carlos Bernardes nicht mehr für seine Spiele einzusetzen. Eine schwere Anschuldigung, dachten viele.

Nach Nadals lockerem Auftaktsieg an den French Open gegen den französischen Teenager Quentin Halys hat an der anschliessenden Pressekonferenz ein mutiger Reporter nachgefragt, und vom Spanier die deutliche Antwort erhalten: «Ja, ich habe die ATP danach gefragt.»

Bild

Werden wohl keine Freunde mehr: Rafael Nadal und Carlos Bernardes. bild: twitter/abc_deportes

Nadal spricht, die ATP spurt

So geschehen kurz nach seiner Halbfinal-Niederlage in Rio de Janeiro diesen Februar. Nadal forderte, «zumindest eine zeitlang» nicht mehr unter den Augen von Bernardes spielen zu müssen. Und die ATP ist dieser Bitte offensichtlich nachgekommen – in den folgenden drei Monaten sind sich die beiden auf dem Court nämlich nicht mehr begegnet.

Wie sollen die Schiedsrichter auf ein Zeitspiel reagieren?

Man mag sich an das ausschlaggebende Match gegen Fognini in Rio erinnern, als der Stier von Manacor die Nerven verlor, Bernardes zusammenstauchte und mit den schicksalschweren Worten schloss: «Ich werde dafür sorgen, dass du nie wieder ein Spiel von mir leitest.»

Hier wurde Nadal zum Stier:

abspielen

YouTube/Alexandre Cossenza

Der Grund für den Wutausbruch? Bernardes hat Nadal zweimal wegen Zeitspiels verwarnt. Zu Recht.

Zeitspiel und Nadal, das ist definitiv keine Liebesbeziehung. In fast keinem Match bleibt der Mallorquiner im Durchschnitt unter den geforderten 25 Sekunden zwischen zwei Ballwechseln. Gegner und Fans regen sich schon seit Jahren über die eigenwillige Regelauslegung der aktuellen Weltnummer 7 auf.

Einige wenige Schiedsrichter verwarnen Nadal deswegen hin und wieder selbst, weiter hat sich aber selten einer gewagt. Bis auf Bernardes. Der Brasilianer hat entschieden, seine Matches streng nach Regelbuch zu führen und hat Nadal deswegen konsequenterweise mehrmals verwarnt.

Seitens der ATP meint man zwar, mehrere Fakten würden in die Schiedsrichterzuteilung einfliessen, doch abstreiten kann sie nicht, dass Bernardes seit dem Eklat keine Nadal-Matches mehr arbitrierte.

Wo die Tennis-Stars (ohne Federer) schon Tennis gespielt haben

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    Alle Leser-Kommentare
  • Anded 27.05.2015 12:59
    Highlight Highlight Wenn es die 25-Sekunden Regel gibt, dann diese bitte während den Ballwechseln auf der Uhr einblenden (Countdown). Bei 0 ertönt ein Ton, und das Zeitspiel ist Fakt und liegt somit nicht mehr im Ermessen des Schiedsrichters. In anderen Sportarten geht es auch (Shot Clock Basketball, Play Clock Football).
  • 8004 Zürich 27.05.2015 09:31
    Highlight Highlight Carlos Bernardes ist nach Pascal Maria der wohl renommierteste Tennis-Referee. Ein sehr, sehr guter Schiedsrichter, der durch Konsequenz besticht (Maria eher durch sein Fingerspitzengefühl). Das zeigt die Machtfülle der Topcracks im Tennis - mehr als Nadal hat wohl nur noch Roger Federer zu melden (die sich im Spielerrat immer wieder in wichtigen Fragen uneinig waren). Ich denke, dass die ATP extrem auf ihre Aushängeschilder angewiesen ist und es ist gut möglich, dass man als langjähriger Top10-Crack einen gewissen Schutz geniesst (und als Legende?).
    • 8004 Zürich 27.05.2015 09:47
      Highlight Highlight Man erinnere sich an die Wett-Manipulationsvorwürfe gegen Nikolay Davidenko in den Nuller-Jahren. Mehrmals spielte er so fehlerhaft (v.a. Doppelfehler), dass er von den Schiris verwarnt und aufgefordert werden musst, "ordentlich" zu spielen. Dazu immer wieder komische Verletzungen, die zu einer Aufgabe Davidenkos führten. Auf diese Spiele wurde jeweils unlogisch geboten (sehr hohe Beträge auf unwahrscheinliche Ergebnisse - gerade Livewetten). Ein Turniermanagement wollte ihn büssen, weil er sich nicht angestrengt habe - die Busse musste zurückgezogen werden. die Wettanbieter stoppten...
    • 8004 Zürich 27.05.2015 09:57
      Highlight Highlight ...zuerst die Livewetten bei Spielen Davidenkos, dann wurden gewisse Spiele rückwirkend mit einer Quote 1.0 gewertet (man verdient keinen Cent, wenn man "gewinnt") und schlussendlich wurden Davidenkos Spiele von den Wettanbietern ganz aus dem Sortiment genommen. Und was machte die ATP? Sie leitete bei einem (!) Turnier (Sopot 2007) Untersuchungen ein, nachdem ein grosser Wettanbieter Druck machte. Die Untersuchungen blieben "zunächst ohne Ergebnis" und mussten schlussendlich "erfolglos (erfolgreich?) abgeschlossen werden ". Davidenko und ein weiterer bezichtigter Spieler wurden freigesprochen.
    • 8004 Zürich 27.05.2015 10:08
      Highlight Highlight Das führt mich zum Gedanken, wie die ATP wohl reagieren würde, wenn bei einem der Big Four Doping nachgewiesen werden könnte. Ich WILL zwar nicht an Doping im Spitzentennis glauben, aber realistisch gesehen gibt es durchaus Indizien dafür. Und leider bin ich ganz sicher: Wenn bei Federer, Nadal oder Djokovic (und evlt. Murray) ein Dopingvegehen nachgewiesen werden könnte, würde die ATP alles unternehmen, um dies zu vertuschen. Ansonsten könnten die ihren Zirkus nämlich gleich schliessen.

      Hoffentlich passiert das nie (etwas blauäugig, ich weiss)!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lil'Ecko 27.05.2015 09:31
    Highlight Highlight Ähm für was ist die Regel dann da? Joke...

Wie Federer und Nadal reagierten, als sie den Djokovic-Ausraster sahen

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