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Unvergessen

Mujinga Kambundji mit dem grössten Missgeschick ihrer Karriere

Switzerland's Mujinga Kambundji reacts after she lost the baton at the start, of the women's 4x100m relay round 1 race, at the sixth day of the European Athletics Championships in the Letzig ...
Mujinga Kambundji kann selber nicht fassen, was im Staffellauffinal passiert ist.Bild: KEYSTONE
Unvergessen

Aus dem Schweizer Sprint-Juwel wird «die Frau, die den Stab verlor»

17. August 2014: Ihr gehört das Stadion. Fünf Tage lang hat Zürich eine neue Liebe gefunden: Mujinga Kambundji – eine 22-jährige Bernerin, schnell, schüchtern und lächelnd nach jedem Rennen. Ihr letzter Auftritt an der Heim-EM wird zum Fiasko.
17.08.2026, 00:01

Am letzten Tag der Europameisterschaft stehen die Schweizerinnen im 4x100-m-Staffellauf im Final. Mujinga Kambundji, Marisa Lavanchy und die Schwestern Ellen und Léa Sprunger haben sich im Vorlauf mit 42,98 Sekunden für den Final qualifiziert. Die Zeit hätte im Final für Bronze gereicht, wie sich später herausstellen sollte.

Doch dazu kommt es nicht. Als Startläuferin nimmt Kambundji den Stab auf, macht zwei Schritte – und verliert ihn. Er gleitet ihr einfach aus der Hand. Ihre drei Teamkolleginnen müssen machtlos zuschauen, wie sich der Traum von der ersten Schweizer Staffel-Medaille seit Jahrzehnten in Luft auflöst, noch bevor das Rennen richtig begonnen hat.

Die Bilder gehen um die Schweiz: vier junge Athletinnen mit roten, verweinten Augen im Medienbereich des Letzigrundstadions.

«So auszuscheiden ist einfach blöd», sagt Kambundji unter Tränen, «es tut mir echt leid.» Es ist das bittere Ende einer Woche, in der es für sie fast nur nach oben ging.

Switzerland's Marisa Lavanchy, Lea Sprunger, and Ellen Sprunger, from left to right, react after her teammate Mujinga Kambundji (unseen) lost the baton at the start of the women's 4x100m rel ...
Der Frust bei den Schweizerinnen war nach dem verlorenen Staffellauf-Final gross.Bild: KEYSTONE

Ein Fluch, der lange nachwirkt

Rückblickend liest sich der 17. August 2014 fast wie eine Vorlage für das, was die Schweizer Sprint-Staffel der Frauen in den folgenden zehn Jahren immer wieder erleben sollte. 2024, ziemlich genau zehn Jahre später, scheitert das Team gleich zweimal auf ähnlich schmerzhafte Art: Disqualifikation wegen Stabverlusts an der EM in Rom, Disqualifikation wegen Wechselfehlers an den Olympischen Spielen in Paris.

Die so ersehnte erste Schweizer Staffelmedaille lässt lange warten. Am 15. August 2026, fast auf den Tag zwölf Jahre nach dem Fiasko in Zürich, wird sie Tatsache. Géraldine Di Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora sprinten an der EM in Birmingham zur Silbermedaille.

Mujinga Kambundji wird über 200 m zwei Mal Europameisterin und gewinnt 2019 WM-Bronze, dazu ist sie zweifache Hallen-Weltmeisterin über 60 m. Der verlorene Stab im Letzigrund ist längst nur noch eine Fussnote ihrer für die Schweiz bislang einzigartigen Karriere.

Mujinga Kambundji from Switzerland poses with the bronze medal of the women's 200 meters race during the IAAF World Athletics Championships, in the sand dunes near Doha, Qatar, Sunday, October 6, ...
Mujinga Kambundji posiert mit ihrer WM-Bronzemedaille 2019 in Doha.Bild: KEYSTONE
Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Höhen und Tiefen Mujinga Kambundjis Karriere in 21 Bildern
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Höhen und Tiefen Mujinga Kambundjis Karriere in 21 Bildern
2009: Schweizermeisterschaften ZürichDie 17-jährige Mujinga Kambundji holt sich ihre ersten Schweizermeistertitel über 100 und 200 Meter. Ihre Zeiten damals: 11,66 respektive 23,87 Sekunden.
quelle: keystone / keystone
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TV-Kommentatoren bei Kambundji-Sieg aus dem Häuschen
Video: watson
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