Französisches Nationalteam flog an der WM in Abschiebe-Jets der ICE-Behörde
Die Französische Nationalmannschaft nutzte laut «The Guardian» während des Turniers mehrfach Flugzeuge der US-Firma Global Crossing Airlines (GlobalX) – die Firma steht im Zentrum einer Kontroverse, weil es einen grossen Teil der Abschiebeflüge der US-Einwanderungsbehörde ICE abwickelt. Konkret soll das Team von Didier Deschamps die Gesellschaft bei mindestens drei Inlandflügen zwischen seinen Spielorten und dem Trainingsquartier in Boston gebucht haben.
Besonders brisant sind die Details zu einer der Maschinen: Sie absolvierte laut den Daten des «ICE Flight Monitor» allein 2026 rund 44 Abschiebeflüge und seit 2022 etwa 950. Nur drei Tage bevor sie die französische Delegation nach dem Paraguay Spiel transportierte, hatte dieselbe Maschine noch inhaftierte Migranten von Arizona nach Louisiana geflogen.
GlobalX war schon in einer früheren Recherche des «Guardian» als Betreiberin von mehr als der Hälfte aller ICE-Abschiebeflüge in den Jahren 2024 und 2025 identifiziert worden. Menschenrechtsorganisationen werfen der Firma vor, an Praktiken beteiligt zu sein, die Grundrechte verletzen – unter anderem an Transporten in das umstrittene Mega-Gefängnis Cecot in El Salvador.
Für zusätzliche Sprengkraft sorgt das politische Profil mehrerer französischer Spieler. Superstar Kylian Mbappé gilt als erklärter Kritiker der extremen Rechten und der Anti-Immigrations-Politik – vor den französischen Wahlen 2024 rief er öffentlich zum Votum gegen das Rassemblement National auf. Auch weitere Spieler wie Ousmane Dembélé, Jules Koundé und Marcus Thuram äusserten sich in der Vergangenheit ähnlich. Allerdings dürften die Spieler auch nichts mit der Auswahl der Fluggesellschaften zu tun haben.
Weder der französische Verband noch GlobalX beantworteten die Anfragen des «Guardian». Frankreich war zudem nicht das einzige Team, das auf die Airline zurückgriff: Laut «Daily Mail» nutzten auch England und der Iran während des Turniers Flüge von GlobalX. (car)
