Und dann sagt Murat Yakin über Viertelfinalgegner Argentinien: «Wir sind vorbereitet»
Lange hat die Schweizer Nati darauf gewartet: Erstmals seit 1954 steht sie in einem WM-Viertelfinal. Als Lohn für den Sieg nach Penaltyschiessen gegen Kolumbien, das einem ab dem zweiten Spiel starken Turnier den nächsten Höhepunkt verpasste, wartet dort nun Argentinien.
Die Schweizer freuen sich auf das Duell mit dem Titelverteidiger um Superstar Lionel Messi. «Wir werden das Spiel geniessen», erklärte Captain Granit Xhaka mit Blick auf «einen Riesenbrocken mit einem der besten Spieler des Planeten». Gleichzeitig stellte er nach dem erreichten Ziel Viertelfinal aber auch klar: «Der Hunger ist so gross wie nie zuvor. Ziel Nummer 1 ist erreicht, aber wenn man eine noch grössere Geschichte schreiben kann, muss man alles dafür geben.»
Und dieses Argentinien scheint für die Schweizer Nati keine unüberwindbare Hürde zu sein. Zwar zeigt Messi auch mit 39 Jahren, dass er jederzeit ein Spiel an sich reissen und fast im Alleingang entscheiden kann. Der achtfache Weltfussballer erzielte bereits acht Tore und einen Assist und war auch im Achtelfinal wieder entscheidend. Doch hatte die Albiceleste gegen Ägypten wie schon zuvor gegen Kap Verde grosse Mühe.
Bei Argentinien läuft alles über Messi
Die Ägypter führten bis zur 79. Minute 2:0, bis sie sich das Spiel noch vor der Verlängerung aus der Hand reissen liessen. Überraschungsteam Kap Verde kam trotz zweimaligen Rückstands zurück und zwang Argentinien in die Verlängerung, an deren Ende es dann auch 2:3 verlor. Der Weltmeister von 2022 geriet am laufenden Turnier also schon mehrmals ins Wanken.
Der Blick auf die Skorerliste zeigt: Das Team von Trainer Lionel Scaloni ist viel zu abhängig von Lionel Messi. Keiner seiner Teamkollegen hat mehr als ein Tor erzielt. Auch in der Schlussphase des Achtelfinals, als die Argentinier mit dem Rücken zur Wand standen, lief sozusagen jeder Angriff über Messi.
Dabei hat Argentinien mit Julian Alvarez und Lautaro Martinez zwei herausragende Stürmer im Kader und sind auch die Mittelfeldspieler Alexis Mac Allister oder Enzo Fernandez für ein Tor gut. Dazu kommen die bei Standards gefährlichen Verteidiger Christian Romero und Lisandro Martinez. Dennoch wird sich der Matchplan der Nati in der Defensive wohl darauf fokussieren, Lionel Messi – so gut wie es bei einem Spieler dieses Kalibers möglich ist – das Leben zu erschweren.
Yakin plant schon länger für Spiel gegen Argentinien
Die Aufgabe, sein Team bestmöglich auf den prägendsten Fussballer dieses Jahrtausends vorzubereiten, kommt als Nächstes Murat Yakin und seinem Staff zu. Der Schweizer Nati-Trainer ist bekannt für seine taktischen Einfälle, die bei grossen Turnieren schon mehrmals zum Erfolg geführt haben. Auch nach dem Sieg im Achtelfinal gegen Kolumbien nach Penaltyschiessen sagte er beim SRF: «Vieles von unserem Matchplan ist aufgegangen.»
Gegen die robusten Kolumbianer habe es gerade am Anfang viel Kampfeswillen gebraucht und auch die nötige Mentalität. Deshalb habe er im offensiven Mittelfeld auf Ardon Jashari als Ersatz für den verletzten Johan Manzambi gesetzt, obwohl der 23-Jährige diese Position zuvor kaum einmal gespielt hat. Jashari konnte seine Stärken dort nicht richtig einbringen, doch sprach Yakin dennoch davon, dass der Spieler der AC Milan einen guten Job gemacht habe.
Zur zweiten Halbzeit brachte der 51-Jährige dann Djibril Sow für Jashari, um mehr Ballkontrolle zu gewinnen. Sow rückte auf den rechten Flügel, Fabian Rieder dafür ins Zentrum. «Das war die richtige Lösung», zeigt sich Yakin glücklich. Auch die weiteren Wechsel hätten den gewünschten Effekt gebracht. In Bezug auf die Spieler, die er auch mit Blick auf ein mögliches Penaltyschiessen gebracht hat, kann er dies definitiv mit Fug und Recht behaupten. Von den Jokern traten Zeki Amdouni, Cedric Itten und Ruben Vargas an: Allesamt verwandelten souverän.
Im WM-Viertelfinal gegen Argentinien (Sonntag, 3 Uhr, Schweizer Zeit) wird sein taktisches Geschick wohl wieder gefragt sein. Zumal Manzambi womöglich erneut ausfallen könnte. Doch Yakin ist längst für die Partie gegen den Titelverteidiger bereit. «Ich habe mir die Spiele der Argentinier von Anfang an angeschaut und auch geguckt, wie sie spielen. Also wir sind vorbereitet und es wird ein gigantisches Spiel für uns.»
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