Lugano und St.Gallen träumen von Europa – reicht dann auch die Kraft, YB zu ärgern?
Nach zwei Spieltagen führt YB die Tabelle der Super League mit dem Punktemaximum an, aber auch Lugano und St.Gallen konnten die ersten beiden Partien erfolgreich gestalten. Allerdings gelang ihnen dies nicht mit einem so starken Torverhältnis wie den Bernern.
Nach zwei Partien ist es zwar früh, eine Prognose abzugeben, aber St.Gallen und Lugano, die bereits in der letzten Spielzeit die Plätze zwei und drei belegten, gelten aktuell als die grösstmöglichen Herausforderer der Berner Young Boys. Nach zwei durchzogenen Jahren scheint YB wieder in die Spur gefunden zu haben und wird in diesem Jahr den Fokus voll auf das nationale Geschäft legen können. Anders als der FCSG und Lugano.
Beide Teams konnten in der dritten Runde der Conference-League-Qualifikation das Hinspiel für sich entscheiden und werden wohl die letzte Qualirunde erreichen. Auch in dieser dürfen sich die beiden Super-League-Vertreter gute Chancen ausrechnen. Das Erreichen der Ligaphase ist also durchaus realistisch.
Das könnte allerdings zu einem Problem in der Meisterschaft führen. Denn während YB abgesehen vom Schweizer Cup keine weiteren Partien absolvieren wird, hätten Lugano und St.Gallen bei einer erfolgreichen Qualifikation bis zum Jahresende zwölf Partien mehr gespielt als die Berner.
Personalsorgen bei St.Gallen
Besonders bei St.Gallen könnte dies zu einem Problem führen. Die Ostschweizer haben bereits jetzt mit einem zu dünnen Kader zu kämpfen, besonders in der Verteidigung hat die Verletzungshexe bereits zugeschlagen. Im Hinspiel gegen Sheriff Tiraspol fehlten in der Defensive gleich mehrere Akteure.
Im letzten Super-League-Spiel gegen Vaduz war dem Cupsieger bereits ein wenig anzumerken, dass er auf dem Zahnfleisch läuft. Gegen den Aufsteiger reichte es aber gerade noch so zum Sieg. Captain Lukas Görtler sagte direkt nach der Partie im Interview bei blue Sport: «Heute hat es nicht viel Spass gemacht.»
Ein goldenes Händchen hat bisher Trainer Enrico Maassen bewiesen. Bei den beiden Siegen in der Meisterschaft und am Donnerstag gegen Sheriff erzielten die Joker jeweils die entscheidenden Treffer. In Moldau trafen sogar nur Spieler, welche von Maassen eingewechselt wurden.
Lugano nicht nur überzeugend
Bei Lugano waren die europäischen Strapazen besonders am letzten Sonntag in der ersten Halbzeit gegen GC anzusehen. Die Luganesi waren offensiv absolut ungefährlich und lagen nach 45 Minuten zurück. Im zweiten Abschnitt konnten sich die Tessiner aber deutlich steigern und gewannen schlussendlich doch noch klar mit 4:1.
Bei den Bianconeri ist im Allgemeinen eine Euphorie zu spüren. Das neue Stadion ist endlich fertig gebaut und so kommen auch mehr Zuschauer zu den Spielen. Auch für das Heimspiel am Sonntag gegen den FC Zürich sind bereits viele Tickets vergriffen.
Die Erwartungen in Lugano werden sicherlich nicht kleiner. Seit der Saison 2018/19 erreichten die Luganesi immer mindestens den fünften Platz und wurden einmal sogar Vizemeister. Der Meisterpokal wanderte letztmals vor 77 Jahren zu den Luganesi. Beim Team vom dienstältesten Super-League-Trainer Mattia Croci-Torti fehlte in den letzten Saisons jeweils die Konstanz über das ganze Jahr. So startete man beispielsweise in der letzten Saison miserabel und konnte den Rückstand auf Leader Thun nicht mehr wettmachen.
Währenddessen läuft bei YB alles nach Plan. Nach zwei Spielen ist ein Torverhältnis von 10:2 ein klares Statement an die gesamte Liga wie auch das 6:0 im Kantonsderby bei Meister Thun. Das aktuell grösste Problem ist, dass der Kader noch viel zu gross ist. Bis das Transferfenster schliesst, könnte es bei den Young Boys noch zu einigen Abgängen kommen.
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