Sport
Wintersport

Zurbriggen witzelt mit von Allmen – in Crans-Montana ist bald Ski-WM

Pirmin Zurbriggen, ancien skieur suisse, Michelle Gisin, skieuse suisse, Erika Hess, ancienne skieuse suisse, Franjo von Allmen, skieur suisse et Didier Defago, CEO de Crans-Montana 2027, posent de ga ...
Stars früherer und heutiger Tage: Pirmin Zurbriggen, Michelle Gisin, Erika Hess, Franjo von Allmen und Didier Défago (von links).Bild: keystone

Zurbriggen witzelt mit von Allmen – in Crans-Montana trafen sich Ski-Ikonen

160 Tage vor der Heim-WM treffen sich Schweizer Ski-Grössen aus zwei Epochen. Während Pirmin Zurbriggen in Erinnerungen schwelgt, lässt Michelle Gisin offen, ob sie 2027 als Athletin dabei sein kann.
26.08.2026, 19:2126.08.2026, 19:21
Martin Probst
Martin Probst

Pirmin Zurbriggen fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. «Es ist nächstes Jahr zwar schon 40 Jahre her, aber jetzt, wenn ich hier stehe, kommt sehr vieles wieder hoch», sagt der 63‑Jährige. 1987 hat er an der Ski-WM in Crans-Montana zweimal Gold und zweimal Silber gewonnen und war massgeblich an den erfolgreichsten Weltmeisterschaften eines Schweizer Skiteams in der Geschichte beteiligt. 14 Medaillen wurden es insgesamt.

An diesem Mittwoch ist Zurbriggen nach Crans-Montana zurückgekehrt. 160 Tage vor Beginn der nächsten Ski-WM an gleicher Stelle haben ihn die Organisatoren zusammen mit Erika Hess – sie gewann 1987 Slalom- und Kombi-Gold –, Franjo von Allmen und Michelle Gisin eingeladen, um in einer Zeitkapsel Wünsche und Tipps für die WM 2027 zu hinterlassen.

Pirmin Zurbriggen, ancien skieur suisse, pose lors de la rencontre medias pour les prochain Championnats du monde de ski alpin 2027 le mercredi 26 aout 2026 a Crans-Montana. (KEYSTONE/Jean-Christophe  ...
Pirmin Zurbriggen, der auf der anderen Talseite zuhause ist.Bild: keystone

Ganz einfach ist diese Aufgabe nicht. Zumindest, wenn man nicht die passende Disziplin auf dem Zettel für die Podestprognose hat. «Ich hätte mir den Riesenslalom der Männer gewünscht», sagt Erika Reymond-Hess und lacht. Dort geht mit Marco Odermatt ein klarer Favorit an den Start. Tippen muss die 64-Jährige schliesslich das Podest des Frauen-Slaloms.

«Lebe von Woche zu Woche»

Verraten werden die Tipps natürlich nicht. Wobei sich Zurbriggen ein Spässchen auf Kosten von Franjo von Allmen erlaubt. «Er musste zwar die Abfahrt der Frauen tippen, hat aber eine Slalomfahrerin aufgeschrieben.» Von Allmen wird im Februar als Topfavorit in der Abfahrt an den Start gehen. 2025 und 2026 gewann er die Hauptproben auf der Piste Nationale.

Wobei das mit den Prognosen bei Sportlerinnen und Sportlern ja so eine Sache ist. Zumindest, wenn sie ihre eigenen Erwartungen benennen sollen. «Die WM ist noch weit weg. Als Skifahrer lebe ich von Woche zu Woche», bemüht von Allmen dann auch eine der beliebtesten aller Sportlerfloskeln.

Franjo von Allmen, skieur suisse, pose lors de la rencontre medias pour les prochain Championnats du monde de ski alpin 2027 le mercredi 26 aout 2026 a Crans-Montana. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Von Allmen blickt zuversichtlich an den Start.Bild: keystone

Zurbriggen steht ein paar Meter daneben und schmunzelt. «Wenn ich Franjo zuhöre, weiss ich genau, wie er sich fühlt. Als Athlet weiss man, wie schnell es gehen kann und sich alles verändert», verteidigt die Skilegende die Zurückhaltung des Schweizer Hoffnungsträgers vor der Heim-WM.

Gisin lässt ihre Zukunft offen

Zurbriggen und Hess stehen an diesem Mittwoch für die Vergangenheit. Von Allmen und Gisin für die Zukunft. Wobei diese zumindest bei Michelle Gisin ungewiss ist. Noch immer spürt sie die Folgen ihres Sturzes im Dezember 2025, als sie sich im Abfahrtstraining in St. Moritz schwere Verletzungen an der Halswirbelsäule, am Handgelenk und im Knie zugezogen hatte. «Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass ich im Februar in Crans-Montana dabei sein werde. In welcher Form, ist völlig offen.»

Michelle Gisin, skieuse suisse, pose lors de la rencontre medias pour les prochain Championnats du monde de ski alpin 2027 le mercredi 26 aout 2026 a Crans-Montana. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Kann Michelle Gisin nochmals angreifen?Bild: keystone

Frühestens im Oktober will Gisin erste Trainingsversuche zurück auf Schnee absolvieren. «Derzeit bin ich einfach froh, dass es mir so gut geht, wie es mir geht», sagt die 32-Jährige im Wissen darum, dass sie auch gelähmt sein könnte. «Wie es sportlich weitergeht, wird sich zeigen.»

Etwas abseits unterhält sich Gisin mit Reymond-Hess über die Zeit nach der Karriere, darüber, wie es ist, das Leben als Spitzensportlerin zu beenden. Vielleicht spürt Gisin bereits, wohin ihr Weg führen wird. Der Austausch tut wohl so oder so gut. Genau wie das Schwelgen in den Erinnerungen. «Vor der WM 1987 habe ich zum ersten und einzigen Mal mit dem Männerteam Slalom trainiert», erinnert sich Reymond-Hess.

Erika Hess, ancienne skieuse suisse, pose lors de la rencontre medias pour les prochain Championnats du monde de ski alpin 2027 le mercredi 26 aout 2026 a Crans-Montana. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott ...
Erika Hess oberhalb von Crans-Montana.Bild: keystone

Und an Zurbriggen gewandt, sagt sie: «Erinnerst du dich noch daran?» Zurbriggen lächelt und sagt: «Ich bin mir nicht sicher, ob du unseretwegen Gold gewonnen hast.» Der Slalom der Männer mit Sieger Frank Wörndl aus Deutschland war neben der Kombination der Männer eines von nur zwei Rennen an der WM 1987, die ohne Schweizer Sieg zu Ende gegangen sind.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die meisten Siege im Ski-Weltcup
1 / 29
Die meisten Siege im Ski-Weltcup

Seit 1967 werden Skirennen im Rahmen des Weltcups ausgetragen. Diesen Fahrerinnen und Fahrern gelangen mindestens 30 Siege.

quelle: keystone / gian ehrenzeller
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Lara Gut-Behramis Karriere im Video
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Präsi Gerber über Ausverkauf beim Meister: «Der FC Thun ist doch kein Trostpflaster»
Anfang Woche haben zwei weitere Meisterhelden den FC Thun verlassen. Damit sind es sechs – und mehr sollen es auch nicht mehr werden.
Nun auch Michael Heule und Valmir Matoshi. Sie waren am Montag die bislang letzten Spieler, die den FC Thun verliessen. Verteidiger Heule unterschrieb bei Heidenheim in der 2. Bundesliga, Offensivmann Matoshi bei Sturm Graz. Nachdem schon Leonardo Bertone, Ethan Meichtry, Elmin Rastoder und Christopher Ibayi das Weite suchten, fielen damit weitere Schlüsselspieler des Meisters weg.
Zur Story