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Switzerland's Ricardo Rodriguez, center, celebrates with his teammates Mario Gavranovic, Remo Freuler, Xherdan Shaqiri and Stephan Lichtsteiner, from left, after scoring the 1-0 during an international friendly soccer match in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia between Switzerland and Japan at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, Friday, June 8, 2018. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Schweizer Nationalmannschaft reist mit einem guten Gefühl nach Russland. Bild: KEYSTONE

Das WM-Team steht und Lichtsteiner sagt: «Es ist die beste Nati, in der ich gespielt habe»

Das Vorbereitungscamp in Lugano ging gestern mit dem 2:0 im Test gegen Japan zu Ende. Am Montag fliegt der SFV-Tross nach Togliatti. Nationalcoach Vladimir Petkovic hat sehr viele Gewissheiten im Gepäck. Seine WM-Mannschaft steht auf zehn von elf Positionen.



Mit einer kleinen Ehrenrunde verabschiedete sich das Schweizer Nationalteam am Freitag von seinen Fans im Stadio Cornaredo von Lugano. Das zwölftägige WM-Vorbereitungscamp endete mit dem erhofften Sieg im Test gegen Japan. Das Publikum feierte die Mannschaft, wie es vielleicht in der Deutschschweiz nach einem Freundschaftsspiel nicht möglich gewesen wäre. Die Tessiner haben ihre Liebe zum Nationalteam wiederentdeckt.

«Die Mannschaft weiss, dass sie jeden Gegner schlagen kann.»

Stephan Lichtsteiner

Sie stehen der SFV-Auswahl nahe, weil der Trainer Vladimir Petkovic einer von ihnen ist. Weil mit Valon Behrami und Mario Gavranovic zwei Spieler von hier kommen. Weil der Captain Stephan Lichtsteiner seit zehn Jahren in Italien spielt und fliessend im Römer Dialekt spricht. Weil überhaupt fünf Internationale des WM-Kaders in der nahen Serie A spielen. Weil die inoffizielle Amtssprache im Team Italienisch ist.

epa06794835 Switzerland's players celebrate during the international friendly soccer match between Switzerland and Japan at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, 08 June 2018.  EPA/URS FLUEELER

Forza Svizzera – in Lugano wurde die Nati gestern euphorisch gefeiert. Bild: EPA/KEYSTONE

Im Campo Lugano war vor zwei Jahren am Teamgeist gearbeitet und damit die Basis für einen beachtlichen Erfolgsweg gelegt worden. Seit diesem Camp vor der EM 2016 hat die Schweiz in 21 Spielen nur einmal verloren. «Es ist die beste Nationalmannschaft, in der ich gespielt habe. Vielleicht nicht aufgrund des spielerischen Potenzials. Aber im mentalen Bereich. Sie weiss, dass sie jeden Gegner schlagen kann, und diese Mentalität wirkt sich auf die Trainings aus. Die Intensität wurde stetig höher», sagte etwa Lichtsteiner.

Die Aufstellung im Kopf

Auch Trainer Vladimir Petkovic blickt zufrieden auf das Camp in Lugano zurück und analysiert die beiden letzten Testspiele vor dem WM-Start vom kommenden Sonntag in Rostow gegen Brasilien. «Wir haben in Spanien bewiesen, dass wir auf die Dominanz eines Gegners reagieren können und leidensfähig sind. Gegen Japan haben wir agiert, ohne die Ordnung zu verlieren. Wir waren sehr kompakt und kamen zu mindestens fünf guten Chancen.»

Switzerland's Blerim Dzemaili, left, and  Haris Seferovic stand on the pitch during the Euro 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland, at the Geoffroy Guichard stadium in Saint-Etienne, France, Saturday, June 25, 2016. (AP Photo/Laurent Cipriani)

Auch in schweren Zeiten vertraut Vladimir Petkovic wohl auf Blerim Dzemaili und Haris Seferovic. Bild: AP/AP

Petkovic hat von seinem Team zu sehen bekommen, was er sich erhofft hatte. Es wurde ihm in Lugano bestätigt, dass es kurz vor der WM nicht vom Kurs abgekommen ist und dass er an Bewährtem festhalten kann. Er habe viele der elf Positionen für das WM-Startspiel im Kopf, so Petkovic. Zehn Spieler scheinen gesetzt. Im Tor steht Yann Sommer, vor ihm verteidigen Lichtsteiner, Fabian Schär, Manuel Akanji und Ricardo Rodriguez. Im defensiven Mittelfeld spielen Valon Behrami und Granit Xhaka, auf dem rechten Flügel ist Xherdan Shaqiri, im Zentrum Blerim Dzemaili und ganz vorne stürmt Haris Seferovic. Neun von diesen zehn standen schon vor zwei Jahren im EM-Achtelfinal gegen Polen in der Startformation.

Das einzige Fragezeichen ist auf dem linken Flügel zu setzen, wo sich Breel Embolo und Steven Zuber um einen Platz streiten. Entscheidend wird wohl sein, wie gut Embolo in den Tagen bis zum WM-Startspiel gegen Brasilien in Form kommt. Denn er hat den Rhythmus zuletzt erst mit Verzögerung gefunden, nachdem er in der Bundesliga wegen einer Oberschenkelzerrung die letzten Spiele verpasst hatte. Auf dieser Position hat an der EM und in der WM-Qualifikation Admir Mehmedi gespielt. Doch der Winterthurer fehlt an der WM wegen einer Verletzung.

Schweiz Breel Embolo, links, koepfelt an den Pfosten im Fussball WM Vorbereitungs-Spiel 2018 zwischen der Schweiz und Japan, im Stadion Stadio di Cornaredo in Lugano, am Freitag, 08. Juni 2018. (PPR/Christian Merz)

Reicht es für Breel Embolo in die Startaufstellung? Bild: PPR

132 brasilianische Namen

Somit ist Akanji der einzige Spieler, der in den vergangenen zwei Jahren einen Stammspieler (Johan Djourou) aus dem Team verdrängen konnte. Das bedeutet zweierlei: Petkovic hält loyal zu seinen Spielern und lässt sie auch in schwierigen Phasen nicht fallen. Blerim Dzemaili etwa war im Nationalteam auch während seines zwölfmonatigen Engagements in Nordamerika gesetzt. Oder Petkovic hält an Haris Seferovic fest, auch wenn dieser im Klub seit einem halben Jahr kaum gespielt hat.

Switzerland's Head Coach Vladimir Petkovic during a press conference after an international friendly soccer match in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia between Switzerland and Japan at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, Friday, June 8, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Vladimir Petkovic vertraut seinen Stammspielern. Bild: TI-PRESS

Die wenigen Bewegungen in der SFV-Auswahl zeigen aber auch, wie überschaubar das Reservoir an international bewährten Spielern für einen Schweizer Nationaltrainer ist. Das gilt nicht nur für die Besetzung der Startformation, sondern auch für die Zusammenstellung des gesamten WM-Kaders. Der Nationalcoach Brasiliens könne aus 132 Namen oder mehr auswählen, sagte Petkovic. Bei ihm ist es anders: 15 Spieler standen schon 2014 unter seinem Vorgänger Ottmar Hitzfeld im WM-Kader. 17 gehörten vor zwei Jahren zum Team an der EM in Frankreich. Ohne die Verletzung von Mehmedi und dem freiwilligen Verzicht des dritten Torhüters Marwin Hitz wären diese Zahlen noch höher.

Somit fliegt am Montag eine für ein Nationalteam kompakte und verschworene Einheit nach Russland. Einen Tag später absolviert die Schweizer Mannschaft im Torpedo-Stadion von Togliatti ein öffentliches Training. Russische Industriestadt statt Tessiner Sonnenstube. Wolga statt Lago di Lugano. Das Ziel aber bleibt das gleiche: Ein erfolgreicher WM-Auftakt gegen den grossen Favoriten Brasilien. (zap/sda)

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • Walser 10.06.2018 11:23
    Highlight Highlight Die Nati ist gut. Wir haben zweifellos eine gute Mannschaft. Es hat aber keine Breite im Kader. Beim kleinsten Problem wird’s schwierig. Wenn die Nati die Vorrunde übersteht ist das ein grosser Erfolg und hoch anzurechnen.
  • B. Bakker 09.06.2018 21:29
    Highlight Highlight Ohne wirklich Eishockey-Fan zu sein, hoffe ich, dass sich die Nati ein Beispiel nehmen kann. Mit Leidenschaft, Wille, Glaube, Einsatz, und dem nötigen quäntchen Glück ist alles möglich! 💪🏼
  • barbablabla 09.06.2018 19:38
    Highlight Highlight Hopp schwiiz
  • Lümmel 09.06.2018 17:20
    Highlight Highlight Wem die Fussball-WM ebenfalls jetzt schon zum Hals raus hängt, der gebe mir einen Blitz. Die anderen ein Herz.
    • Hercules Rockefeller 09.06.2018 18:25
      Highlight Highlight Ich freue mich auf die WM aber ich helfe dir nicht, deine Herz/Blitz Ratio zu verbessern, darum trotzdem ein Blitz😏
  • Luca Brasi 09.06.2018 16:53
    Highlight Highlight Das erinnert mich jedes Mal an die Engländer, die bei jedem Turnier behaupten dieses Mal die beste Mannschaft zu haben. "Dieses Mal klappt, wir haben Gazza", "dieses Mal klappt es wirklich, wir haben Beckham und Wunderstürmer Rooney", "aber jetzt muss es einfach klappen, wir haben Terry, Lampard und Gerrard, so viel Qualität wie noch nie", "jetzt muss es klappen, wir haben mit Harry Kane eine Tormaschine und ein junges hungriges Team und ausserdem ist unsere Liga sowieso die beste der Welt" rofl
    • Capodituttiicapi 09.06.2018 17:16
      Highlight Highlight Piu o meno...
    • maricana 09.06.2018 17:32
      Highlight Highlight So wurde dies nie behauptet, es handelt wohl um einen Fehler bei der Übersetzung.
    • Walser 10.06.2018 11:29
      Highlight Highlight Brasi, du hast genau recht. Ist mir auch schon X Mal aufgefallen. Keine Ahnung warum die Engländer sich selber jedesmal komplett überschätzen. Sie sind und waren noch nie ein Spitzenteam. Oder so vor 50 Jahren mal. Sie haben keine Spielerdichte und ihre Liga lebt von dem Ausländern.
  • maricana 09.06.2018 16:43
    Highlight Highlight "Das WM-Team steht", aber was steht heutzutage noch nachhaltig.
  • meliert 09.06.2018 16:31
    Highlight Highlight lieferä nöd laferä
    • phreko 09.06.2018 18:32
      Highlight Highlight Lichtsteiner? Reicht der Champions League Final nicht?
  • Freilos 09.06.2018 16:31
    Highlight Highlight Ich fand die Mannschaft 2014 sehr stark. Es war eine sehr homogene Truppe die mit etwas Glück sehr viel hätte erreichen können.
  • Noblesse 09.06.2018 16:29
    Highlight Highlight Ein solch talentiertes Team hatte die CH noch nie. Wie wahr! Spiel für Spiel nehmen an der WM. Keine Tore kassieren und vorne Chancen eiskalt machen...Turniere haben ihre eigenen Gesetze So kommt man weit!
    • Jol Bear 09.06.2018 18:01
      Highlight Highlight Das mit dem "talentiertestem Team" ever hören wir nun seit gefühlter Ewigkeit. Und ganz falsch ist es auch nicht. Die Frage ist: Wie weit kann dieses Team kommen, wenn es sein Potenzial nutzt? Oder ist es ein sogenannt "ewiges Talent"? Irgendwann werden wir es wissen. Sicher ist: Allein die zuletzt regelmässigen Qualifikationen für EM und WM-Endrunden sind realistisch gesehen auch schon ein Riesenerfolg.
    • Lester McAllister 09.06.2018 20:30
      Highlight Highlight Die Frage ist eher: Hat das Team am Tag X die Form und das nötige Glück, wenn es drauf an kommt.
      Ein talentiertes Team haben alle Teilnehmer.
      Das Potential ausgenützt hat z.B Polen 2016
      Oder Nordirland
      Das wäre für die Schweiz auch möglich
      Aber vieleicht hatte die Schweiz diese Momente schon 94 bzw. 06 und niemand hat es bemerkt, gewürdigt.
      Jetzt wollen alle den Viertelfinal ins Viertelfinale
    • Amboss 09.06.2018 20:38
      Highlight Highlight @jol: klar hören wir das schon eine Ewigkeit, aber es ist ja auch so. Ich glaube, das ist wirklich die Beste Nati ever.
      Aber einerseits schlafen die anderen auch nicht und andererseits muss man halt auch realistisch sein. Unsere Nati besteht international gesehen aus Durchschnitts-Spielern. Nur Xhaka und Lichtsteiner spielen in Topclubs, der Rest in Mittelfeld-Vereinen. Viele sind auch nur Ersatz. Sorry, blöd gesagt jede Nation hat Spieler dieser Qualität. Insofern, ja die EM/ WM-Qualis sind keine Selbstverständlichkeit. Und es ist eine tolle Truppe, sie holen viel raus
    Weitere Antworten anzeigen
  • chnobli1896 09.06.2018 15:27
    Highlight Highlight Schade mit Seferovic :-(
    • Cachesito 09.06.2018 17:18
      Highlight Highlight Da hat es einer immer noch nicht kapiert. Select ion ist vorbei. Jetzt müssen wir wie ein Mann hinter unserer Mannschaft stehen. Und da gehört Harris auch dazu. Gestern hat er ja seine Qualitäten gezeigt. Also hört mal mit Bashen unserer Spieler auf. Hopp Schwiiz
    • Triumvir 09.06.2018 18:30
      Highlight Highlight chnobli1896 go home! solche Miesepeter braucht niemand! Wir können als Zwergstaat echt Stolz auf unsere Natu sein!
    • Nelson Muntz 09.06.2018 21:34
      Highlight Highlight Chnobli, setze einen 50er auf Harry als Torschützenkönig; wenns klappt bist du reicher als Warren Buffet und Bill Gates zusammen 🤣
  • Carlitos Fauxpas 09.06.2018 15:07
    Highlight Highlight Diä bescht SCHOGGI
    Diä bescht ARMEE

    und jetzt

    Diä bescht NATI

    Jetzt fehlt nur no s'beschtä Hasch um dä ganzi Zirkus tüchtig z'gnüssä!
  • Eric Lang 09.06.2018 14:57
    Highlight Highlight Was soll Lichtsteiner sonst auch sagen?!?

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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