Zoll-Deadline rückt näher – was der Schweiz ab Ende Woche aus den USA droht
Die Schweizer Wirtschaft blickt dem Ende der Woche nervös entgegen, denn US-Präsident Donald Trump scheint wieder vom Zollfieber gepackt zu sein. Er erhöht am Dienstag im Handelsstreit mit Kanada den Druck und kündigt neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent an. Betroffen ist laut des Weissen Hauses eine breite Palette von Gütern, die in die USA importiert werden – als Beispiele wurden Hockeyschläger, Wein und Zement genannt.
Laut einer Erklärung aus dem Weissen Haus reagieren die USA damit «auf Kanadas diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte». Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten, laut Proklamation am 19. August. Ähnliche Vorwürfe macht der US-Präsident auch der Schweiz und auch uns droht diesbezüglich eine Deadline.
Konkret drohen die USA der Schweiz mit Zusatzzöllen von bis zu 12,5 Prozent ab dem 25. Juli. Zusätzlich zu den bereits heute geltenden 10 Prozent würden damit für Waren, die Schweizer Unternehmen in die USA exportieren, insgesamt 22,5 Prozent anfallen. Daran konnte auch Guy Parmelin bei seinem Besuch Ende Juni nichts ändern.
Hinzu kommt, dass die USA ab dem 31. Juli zusätzliche Zölle auf Pharmaprodukte erheben. Am Wert bemessen exportiert die Schweiz davon am meisten in die USA. Inwiefern diese auch die Schweiz treffen werden, ist unklar.
Parmelins US-Reise
Die Schweiz habe alle Zugeständnisse erfüllt und zügig umgesetzt, sagte Parmelin damals. «Wir sind ein verlässlicher Partner, wenn wir eine Verpflichtung eingegangen sind, halten wir uns daran. Das erwarten wir auch von der US-Seite: Ein Deal ist ein Deal», so der Schweizer Wirtschaftsminister weiter.
Eine Verpflichtung der USA, sich auch weiterhin an die Vereinbarung vom letzten Jahr zu halten, konnte der Bundespräsident den US-Vertretern aber nicht abringen. Auch ist die Schweiz weiterhin nicht sicher vor US-Untersuchungen unter Section 301 des US Trade Act.
Die «unfairen Handelspraktiken» der Schweiz
Solche Klagen, die die Trump-Regierung erhebt, nachdem die im Frühjahr 2025 erhobenen Zölle vom US Supreme Court als unrechtmässig beurteilt wurden, richten sich gegen angeblich «unfaire Handelspraktiken».
Im Fokus stehen für die Schweiz strukturelle Überkapazitäten in der Industrieproduktion und angeblich mangelhafte Massnahmen gegen Zwangsarbeit. Parmelin hat die Vorwürfe in Washington erneut entschieden zurückgewiesen.
Im ähnlichen Stil argumentierte Donald Trump bei seiner neuesten Zolldrohung gegen Kanada. Vor einigen Tagen schrieb er auf Truth Social, dass den USA mit der durch Waldbrände verursachten Luftverschmutzung hohe Kosten entstehen würden. Deswegen müssten diese Kosten «zwangsläufig» den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden.
(leo mit Material der sda/dpa)
