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Bundesrat plant Extragebühr für Billigpakete von Temu und Co. aus Fernost

Temu company logo displayed in France - 07 Feb 2025 In this photo illustration, Chinese website for online commerce Temu is seen displayed on a smart phone screen. France Copyright: xRomainxDoucelinx/ ...
Der Bundesrat will künftig bis zu fünf Franken pro Paket aus Fernost erheben, um mehr Kontrollen zu finanzieren.Bild: www.imago-images.de

Extragebühr für Billigpakete geplant: So reagiert der Konsumentenschutz

Eine Extragebühr für Pakete aus Asien spaltet die Meinungen von Konsumentinnen und Konsumenten. Nun äussern sich auch der Konsumentenschutz und der Detailhändler-Verband.
27.07.2026, 10:3127.07.2026, 10:31

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass über die zahlreichen Billigpakete aus Asien von Temu oder Shein berichtet wird. Vor allem einheimischen Unternehmen stossen die Billigplattformen aus Asien sauer auf. Hinzu kommt, dass viele der Produkte die Schweizer Anforderungen an Sicherheit und Qualität nicht erfüllen. Ihr grösster Vorteil bleibt jedoch der tiefe Preis.

Der Sache angenommen hat sich nun der Bundesrat. Kurz vor der Sommerpause hat er eine Revision des sogenannten Produktsicherheitsgesetzes in die Vernehmlassung gegeben. Die Schweiz soll künftig mehr Geld erhalten, um Waren zu kontrollieren, die in der Schweiz nicht zulässig sind.

Bezahlt werden soll die Gebühr von den Konsumentinnen und Konsumenten. Pro Paket könnten so bis zu fünf Franken an den Bund fliessen. Die Pläne stossen jedoch nicht überall auf Zustimmung. Kritiker befürchten, dass sich insbesondere Menschen mit kleinem Budget dadurch weniger leisten könnten.

Das sagt der Konsumentenschutz

Doch was sagt der Konsumentenschutz? Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt dieser, eine solche Gebühr sei «nicht in Ordnung», falls sie lediglich dazu diene, den «Schweiz-Zuschlag» zu schützen. Der Schweiz-Zuschlag ist der Umstand, dass Produkte in der Schweiz teilweise deutlich teurer verkauft werden als in ihren Nachbarländern. Gleichzeitig spricht sich der Konsumentenschutz aber dafür aus, die Produktsicherheit bei importierten Waren zu verbessern.

Der Paketbote der Schweizerischen Post Carlos Hugo Vega sortiert Pakete beim Beladen der Lieferwagen fuer die Zustellung, in der Distributionsbasis Oerlikon, aufgenommen am Dienstag, 5. Dezember 2023  ...
Schweizer Online-Händler müssten für jedes Produkt die Sicherheit garantieren.Bild: keystone

Der Detailhändler-Verband Swiss Retail Federation vermutet, dass vielen Konsumentinnen und Konsumenten das Bewusstsein dafür fehlt, dass zahlreiche Billigprodukte nicht den Schweizer Standards entsprechen. Schweizer Online-Händler hingegen müssten für jedes Produkt die Sicherheit garantieren, was laut Verband zu zusätzlichen Kosten für hiesige Unternehmen führt.

Die Swiss Retail Federation verweist darauf, dass auch die EU eine ähnliche Gebühr plant. Ohne Schweizer Regelung könnte sich die Schweiz zur «Paket-Einfuhrdrehscheibe für ganz Europa» entwickeln.

Konsumentenschutz und Detailhändlerverband sind aber beide der Meinung, dass Händler in Zukunft verpflichtet sein sollen, eine Ansprechstelle in der Schweiz zu haben.

(kek)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Unsinkbar 2
27.07.2026 10:55registriert August 2019
Ich bin nicht sehr einverstanden mit diesem Schweiz-Zuschlag. Viele Produkte, z.B. Schrauben oder so für den Modellbau, gibt es einfach von hiesigen Händlern nicht im Sortiment. Und wenn es sie gibt, kommen sie von der gleichen Fabrik in Shenzen, und dies 10x teurer. Und in Deutschland oder Frankreich bestellen kostet noch viel mehr an Gebühren, und viele EU Händler liefern nicht in die CH.
Eine EU/CH lösung wäre besser, aber da wir ja nicht im Zollmarkt der EU sind, schiessen wir uns ins eigene Bein.
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Bruno Wüthrich
27.07.2026 11:04registriert August 2014
Es gibt zwei Möglichketen: Entweder lassen wir es ganz, und zwar für Chinaware wie auch für einheimische,

oder

wir tun es für alle seriös.

Aber dass wir in der Schweiz Ja sagen zu ungleich langen Spiessen und dabei die einheimischen Händler benachteiligen, grenzt für mich an Selbstbetrug. Das geht einfach nicht!
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