Meta zahlt fast 17 Milliarden USD in Kinderschutz-Prozess
Der Tech-Gigant Meta Platforms hat sich gemäss einem Gerichtsdokument zu einer Zahlung von 16,68 Milliarden US-Dollar (rund 13,4 Milliarden Franken) bereiterklärt, um die gesammelten Klagen von 29 US-Bundesstaaten in einem Vergleich beizulegen. Dies berichteten mehrere internationale Medien am Mittwochnachmittag.
Die Staaten hatten dem Konzern vorgeworfen, mit seinen Plattformen, darunter Facebook und Instagram, Kinder zu schädigen. Konkret sollen die jeweiligen Algorithmen bewusst so aufgebaut worden sein, dass sie Minderjährige süchtig machen und ohne die Zustimmung der Eltern personenbezogene Daten von Kindern sammeln. Diese Daten sollen zudem (ebenfalls ohne elterliche Zustimmung) zum Training von KI-Modellen eingesetzt worden sein.
Meta hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und angegeben, dass man intensiv am Kinderschutz auf den Plattformen gearbeitet habe. Aussagen von hochrangigen Meta-Mitarbeitern während des Prozesses liessen jedoch Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Virginia, Jay Jones, bezeichnete die Einigung als «monumentalen Sieg für den Schutz der amerikanischen Kinder»: «Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben», hiess es in einer Pressemitteilung.
Meta hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten einstecken müssen. So soll der Konzern nach einer Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen, die durch Nutzung sozialer Medien Schaden genommen haben.
Zudem müssen in dem Bundesstaat zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im Alter unter 18 Jahren eingeführt werden: Unter anderem sollen sie bei Facebook und Instagram maximal 90 Stunden pro Monat verbringen können. Meta will in Berufung gehen.
Zu einem Urteil kommt es nun nicht. Mit Einigung zu Milliardenzahlung verhindert Meta jetzt einen langwierigen Prozess mit unbekanntem Ausgang. Die Firma von Gründer und Multimilliardär Mark Zuckerberg verdient ihr Geld zu 98 Prozent mit digitaler Werbung und baut parallel eine KI-Infrastruktur auf.
Noch ist der Vergleich nicht rechtskräftig – zuerst muss ein Bundesgericht die Einigung genehmigen. Dann wird auch entschieden, bis wann Meta die Zahlung leisten muss. Der Tech-Konzern kann nun nur hoffen, dass die Sache schnell vom Tisch ist. (cpf)
