Erpressung, Viren und Börsenturbulenzen: GTA-VI-Leaks sorgen für Furore
Das heiss ersehnte Videospiel «Grand Theft Auto VI» (GTA VI) sorgt wieder einmal für Wirbel. Ein anonymer Leaker namens Cyberleek hat mutmasslich echtes Bildmaterial des noch unveröffentlichten Spiels im Internet verbreitet. Einem Bericht des US-amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes zufolge setzt der Leaker die Spielentwickler damit nun unter Druck.
Videos zufolge hat Cyberleek Zugriff auf eine aktuelle, spielbare Version von «GTA VI», das erst im kommenden November veröffentlicht wird. In einem Clip schiesst die Spielfigur das Wort «LEEK» mit Pistolenkugeln an eine Wand; weitere Aufnahmen zeigen einen Flug über die Spielwelt Vice City und neue Details wie das Betanken von Autos.
Für das Entwicklerstudio Rockstar Games droht der Verlust der Geheimhaltung: Der Leaker könnte jederzeit entscheidende Teile der noch unbekannten Spielgeschichte verraten.
Nobel getarnter Betrug
Cyberleek kommt laut der der Videospiele-Zeitschrift GamePro mutmasslich aus Deutschland, ist Mitte 30 und gibt vor, für die Rechte der Spieler zu kämpfen. Er fordert den Verkauf des Spiels auf einer echten Disc, keine versteckten Zusatzkosten und einen Offline-Modus.
Tatsächlich gehe es jedoch um Geld: Der Leaker nutzt die Aufmerksamkeit für Krypto-Werbung und kostenpflichtige Umfragen. Die Branchenkenner von BeInCrypto stufen die Aktion als Geldmacherei und Betrugsversuch ein.
Auf illegalen Webseiten tauchen angebliche Download-Links für «GTA VI» auf. Diese seien alle gefälscht. Wer darauf klickt, lade sich gefährliche Computerviren herunter, die Passwörter oder Geld stehlen können.
Die Aktie der Rockstar-Muttergesellschaft Take-Two verlor nach den Veröffentlichungen kurzzeitig rund 2.83 Milliarden US-Dollar an Wert, erholte sich später aber wieder stellenweise. Trotz des Vorfalls halten die Entwickler bislang am geplanten Erscheinungstermin am 19. November fest. Ausserdem veröffentlicht Netflix am 27. August einen offiziellen Einblick in das Spiel. Das Unternehmen hat sich bisher nicht offiziell zu den Leaks geäussert. (val)
