Wirtschaft
Digital

China greift gegen Kryptowährungen härter durch – Bitcoin und Co. fallen

epa06262776 YEARENDER 2017 PHOTO ESSAYS
(04/26) Bitcoin miner Huang inspects a malfunctioning mining machine during his night shift at the Bitcoin mine in Sichuan Province, China, 26 September 2016. M ...
Ein chinesischer Bitcoin-Miner inspiziert einen defekten Computer.archivBild: EPA

China greift gegen Kryptowährungen härter durch – Bitcoin und Co. fallen

21.06.2021, 12:1521.06.2021, 12:15

Die chinesische Regierung greift im Kampf gegen Spekulationen mit Bitcoin & Co zu drastischen Mitteln. Die People's Bank of China (PBoC) verbot am Montag Geldhäusern und Zahlungsdienstleistern Geschäfte rund um Kryptowährungen. Dazu gehörten die Eröffnung von Konten oder die Abwicklung von Transaktionen.

Die Firmen sollten die Zahlungsmöglichkeiten für Kryptowährungsspekulationen umgehend unterbinden, so die Forderung aus Peking. Der chinesischen Führung, die selbst an einer digitalen Variante ihrer Währung Yuan arbeitet, ist Bitcoin & Co schon seit längerem ein Dorn im Auge. Sie befürchtet Gefahren für das Weltfinanzsystem, weil bei diesen Kryptowährungen allein Angebot und Nachfrage den Kurs bestimmen.

Am Wochenende hatten chinesische Behörden zudem die Schliessung von Serverfarmen angeordnet, die für die Verschlüsselung und Validierung von Transaktionen genutzt werden. Die Betreiber dieser Rechner heissen im Fachjargon «Schürfer» oder «Miner» und werden in Bitcoin bezahlt.

Bitcoin-Kurs fällt

Bislang wurde weltweit rund die Hälfte der neuen Bitcoin in China geschürft. «Die chinesische Regierung zieht dem heimischen Mining-Geschäft offensichtlich nun den Stecker», sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. «Viele Unternehmen könnten ins Ausland abwandern.»

Vor diesem Hintergrund fiel der Bitcoin-Kurs am Montag zeitweise um knapp zehn Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 32'085 Dollar. In ihrem Sog verbuchten andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Ripple ebenfalls zweistellige prozentuale Kursverluste.

Am Aktienmarkt flogen Werte aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, aus den Depots. So fielen die Papiere von Coinbase, Riot, Marathon, Overstock und Silvergate im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu acht Prozent.

Die Titel der deutschen Bitcoin Group, die eine Kryptowährungsbörse betreibt, büssten 3.6 Prozent ein. Die Titel der US-Softwarefirma MicroStrategy, die Milliarden in Bitcoin investiert hat, gab sieben Prozent nach.

(sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Bitcoin und Co.: Das passiert in Krypto-Foren auf Reddit
1 / 16
Bitcoin und Co.: Das passiert in Krypto-Foren auf Reddit
Praktisch jede grössere Kryptowährung hat auf Reddit ein eigenes Unterforum. Darin üben sich die Mitglieder vor allem in Selbstbestärkung, das richtige Investment getätigt zu haben. Sie hoffen, dass der Wert ihrer Währung nach oben schiesst: «to the moon», zum Mond. Hier zu sehen sind Posts aus dem Unterforum r/Litecoin.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Du willst Bitcoin kaufen? Dann schau zuerst dieses Video
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Er erfand den sprechenden Bankomaten – das machte ihn verdächtig
Gegen alle Widerstände studiert Alireza Darvishy in Zürich Informatik, macht bei der Credit Suisse Karriere – und wird zum Pionier für digitale Barrierefreiheit.
Alireza Darvishy steht am Zürcher Central und möchte in der nahegelegenen UBS-Filiale Geld abheben. Für die allermeisten Menschen ist das Routine: Karte rein, Betrag auswählen, fertig. Für Darvishy ist es etwas komplizierter. Er lebt mit einer Sehbehinderung und nimmt durch ein eingeschränktes Sichtfeld nur Formen, Farben und Bewegungen wahr. Deshalb sucht er beim Bankomaten die Kopfhörerbuchse. So kann die Maschine mit ihm sprechen.
Zur Story