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Nach Studie zu Medikament Del-desiran: Novartis-Aktie stürzt ab

Nach Rückschlag bei Medikamentenstudie: Novartis stürzt an der Börse ab

08.09.2026, 10:3808.09.2026, 10:38

Ein schwarzer Tag für die Anleger des Pharmakonzerns Novartis: Die Aktie des Börsenschwergewichts stürzte am Dienstag nach einer gescheiterten Studie zu einem Wirkstoff gegen Muskelkrankheit im frühen Handel zweitweise um über 10 Prozent ab.

Analysten sehen nach dem erneuten Forschungsrückschlag vor allem das Vertrauen der Anleger belastet. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) spricht von einem Vertrauensverlust in die gesamte Gruppe von Medikamentenkandidaten, die Novartis mit der Übernahme des US-Biotechunternehmens Avidity Biosciences erworben hatte. Dies, obwohl andere Mittel aus dieser Übernahme in bisherigen Tests positive Ergebnisse gezeigt hätten. Vontobel bezeichnet das Studienergebnis ebenfalls als deutlichen Rückschlag für die Medikamentenpipeline.

Die Erwartungen an den Wirkstoff Del-desiran waren hoch. Vontobel hatte ihm bei erfolgreicher Entwicklung einen möglichen jährlichen Spitzenumsatz von 3 Milliarden US-Dollar zugetraut und dabei das Risiko eines Scheiterns mitberücksichtigt. Diese Umsatzerwartung streicht die Bank nun aus ihrem Bewertungsmodell. Die UBS hatte auf vergleichbarer Basis mit bis zu 2 Milliarden Dollar gerechnet und wertet den Rückschlag ebenfalls negativ.

Letzte Woche Rekordhoch

In der sogenannten Harbor-Studie wurde Del-desiran zur Behandlung der Myotonen Dystrophie Typ 1 getestet, einer fortschreitenden Muskelerkrankung. Rund 150 Patienten wurden über 54 Wochen untersucht. Als wichtigstes Ziel wurde gemessen, wie schnell Betroffene ihre Hand öffnen können. Damit lässt sich die für die Krankheit typische Muskelsteifigkeit beurteilen.

Bei diesem Hauptziel brachte das Medikament nicht den erhofften Erfolg. Bei anderen untersuchten Kriterien gab es laut Novartis allerdings Hinweise auf eine Wirkung.

Für Novartis ist es bereits der zweite Studienrückschlag innerhalb weniger Tage. Erst am Montag war bekannt geworden, dass auch eine Studie mit dem Herzmittel Pelacarsen ihr wichtigstes Ziel verfehlt hatte. Die Aktie verlor daraufhin 3,2 Prozent. Am Dienstag sackte sie gegen 09.15 Uhr um weitere 9,6 Prozent auf 113.42 Franken ab. Noch in der Vorwoche hatte die Novartis-Aktie bei 132.68 Franken ein Rekordhoch erreicht. (sda/awp)

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