Flüssigwaschmittel besteht grösstenteils aus Wasser
Waschmittel gibt's neben Pulver und Caps auch in flüssiger Form. Die teuren Markenprodukte sind dabei oftmals um ein Zigfaches teurer als die günstigeren Mittel vom Discounter. Die Gründe dafür sind unklar.
Die Gewinnspannen sowie die Rezepturen für die Flüssigwaschmittel sind dabei von den Händlern gut geschützt. «Wir bitten um Verständnis, dass wir grundsätzlich keine produktspezifischen Kostenstrukturen oder Kalkulationen offenlegen», schreibt beispielsweise der Persil-Hersteller Henkel auf Anfrage des Beobachters. Um sich trotzdem ein Bild zu beschaffen, hat das Konsumentenmagazin zehn Flüssigwaschmittel, die der «K-Tipp» einst auf Reinigung und Farbschutz testete, unter die Lupe genommen.
Bis zu 80 Prozent Wasser
Um den Netto-Warenwert für einen Liter Flüssigwaschmittel zu berechnen, hat der «Beobachter» die Grosshandelspreise der Rohstoffe, branchenübliche Rezepturen und die Herstellerangaben berücksichtigt. Dabei kam heraus, dass die Produkte bis zu 80 Prozent Wasser enthalten. Für die Industrie ist das ein lukratives Geschäft, kommen die Inhaltsstoffe so günstig daher.
Auch die waschaktiven Substanzen machen keinen grossen Unterschied aus, da ihr Anteil teils unter zehn Prozent beträgt. Bei der Analyse kam zudem heraus, dass bei den günstigeren Produkten der Kostenanteil der Rohstoffe am Literpreis höher ausfiel als bei den Markenprodukten.
Zu sehen ist das beim günstigsten Produkt: Beim M Budget, 1 for All der Migros macht der Anteil der Chemie am Preis 15 Prozent aus. Beim teuersten Produkt Ariel Universal+ von Coop City sind es dagegen 6 Prozent.
Das sagen die Hersteller
Auf Anfrage des Magazins antworteten die meisten Hersteller ähnlich: Der Anteil der Inhaltsstoffe lasse keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Kostenstruktur eines Produkts zu. Der Endpreis werde vielmehr von verschiedenen Faktoren bestimmt, darunter Forschung und Entwicklung, Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen, Herstellung, Verpackung, Energie, Logistik und Vertrieb sowie die Kosten und Margen der einzelnen Handelsstufen.
Coop stellt als Einziger fest, dass die Berechnung der Rohstoffkosten bei dem Waschmittel Oecoplan Universal Gel «viel zu tief sei».
(kek)
