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Deutschland droht ein Gas-Preisschock, sollte Russland einmarschieren

Deutschland droht ein Gas-Preisschock, sollte Russland einmarschieren

18.02.2022, 09:1318.02.2022, 09:13

Das deutsche Ifo-Institut hat vor steigenden Öl- und Gaspreisen im Fall eines Einmarschs Russlands in die Ukraine gewarnt. «Selbst wenn die Gaslieferungen nicht eingeschränkt würden, käme es zu einem Preisschock, jedenfalls vorübergehend», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Freitag laut einer Mitteilung des Instituts.

Pipes for the Nord Stream 2 Baltic Sea gas pipeline are stored on the premises of the port of Mukran near Sassnitz, Germany, on Dec. 4, 2020. Russia's natural gas pipeline to Europe is built and  ...
Röhren für die Nord Stream 2 in Sassnitz (Deutschland) am 4. Dezember 2020.Bild: keystone

«Das träfe private Haushalte und Industrie in Deutschland gleichermassen», sagte er. Ein Lieferstopp sei unwahrscheinlich. Fuest verwies auf die gegenseitige Abhängigkeit: Westeuropa brauche russisches Öl und Gas, Russland sei auf das Geld angewiesen und wolle auch künftig noch Gas nach Europa verkaufen. Sonst würde die EU künftig zum Beispiel Flüssiggas aus Schiffen beziehen. Dafür Infrastruktur in Deutschland auszubauen, sei auf jeden Fall sinnvoll.

Im Fall einer weiteren Eskalation könnte den Angaben nach auch die Inflationsrate in Deutschland steigen. Bislang erwarte man für 2022 eine Rate von 4 Prozent, sagte Fuest. «Sollte ein Krieg ausbrechen, könnte sie noch höher ausfallen.»

Ifo-Aussenwirtschaftsexpertin Lisandra Flach sagte: «Würden weitere Sanktionen verhängt, könnten diese die deutsche Wirtschaft zusätzlich belasten, aber die russische Wirtschaft noch deutlich stärker.» Die wegen der Besetzung der Krim verhängten Sanktionen verringerten die deutsche Wirtschaftsleistung pro Jahr um rund 5 Milliarden Euro – das seien 0.16 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Der Schaden für Russland beläuft sich aber auf 1.2 Prozent der Wirtschaftsleistung.

(yam/sda/awp/dpa/lby)

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