Wirtschaft
International

Anklage fordert in Cum-Ex-Prozess neun Jahre Haft für Hanno Berger

Anklage fordert in Cum-Ex-Prozess neun Jahre Haft für Hanno Berger

06.12.2022, 13:0806.12.2022, 13:08

Im Strafprozess gegen den Architekten der Cum-Ex-Aktiendeals, Hanno Berger, hat die Anklage eine Freiheitsstrafe von neun Jahren gefordert. Der Angeklagte habe Geschäfte initiiert und sie anderen Beteiligten «beigebracht», sagte Staatsanwalt Jan Schletz am Dienstag vor dem Bonner Landgericht. Das mögliche Höchstmass für die Tatvorwürfe liegt bei 15 Jahren.

ARCHIV - 04.04.2022, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Hanno Berger, Angeklagter, steht im Gerichtssaal. Der Cum-Ex-Prozess gegen den bekanntesten Akteur des milliardenschweren Steuerbetrugs, der Anwalt Hann ...
Bild: DPA

In den drei Fällen der besonders schweren Steuerhinterziehung, bei denen Berger den Ermittlungen zufolge mitwirkte, sei ein Steuerschaden von 166.6 Millionen Euro entstanden. Schletz forderte die Einziehung von 27.4 Millionen Euro, die Berger und ein Ex-Kollege zahlen sollen. Nach dem Plädoyer der Anklage wurde am Dienstag die Erwiderung der Verteidigung erwartet. Ein Urteil soll in der kommenden Woche gefällt werden.

Bei den Deals, deren Hochzeit von 2006 bis 2011 war, werden Aktien mit («cum») und ohne («ex») Ausschüttungsanspruch rund um den Dividendenstichtag hin und her verschoben. Das Verwirrspiel diente dazu, sich vom Fiskus Steuern erstatten zu lassen, die nicht gezahlt wurden. Dem Staat entstanden dadurch Einbussen im zweistelligen Milliardenbereich.

(yam/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Von wegen mehr Eigenkapital – die UBS könnte sogar bestehende Sicherheiten abbauen
Setzen sich die bürgerlichen Ständeräte bei der «Lex UBS» durch, muss die Grossbank ihr Kernkapital gar nicht aufstocken. Im Gegenteil: Sie könnte Milliarden abbauen. Eine führende Professorin warnt, dass dies noch schlechter als der Status quo wäre.
Manche sagen, die Stimmung sei angespannt gewesen, andere sprechen von einer chaotischen Sitzung. Sicher ist, dass die Wirtschaftskommission des Ständerats letzte Woche einen brisanten Entscheid gefällt hat: Im epischen Ringen zwischen Bundesrat und UBS kam die bürgerliche Mehrheit der Grossbank ziemlich weit entgegen.
Zur Story