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China überrascht mit deutlichem Plus im Aussenhandel

China überrascht mit deutlichem Plus im Aussenhandel

Chinas Aussenhandel hat zum Jahresbeginn deutlich stärker zugenommen als erwartet.
10.03.2026, 07:0310.03.2026, 07:03

Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stiegen die Exporte im Januar und Februar in US-Dollar berechnet um 21,8 Prozent verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum.

An aerial view of a container terminal in seen in Shanghai, Tuesday, March 10, 2026. (Chinatopix via AP)
China Trade
Der Frachthafen von Shanghai.Bild: keystone

Vorab hatten Analysten lediglich mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent bei den Exporten in den beiden ersten Monaten des Jahres verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum gerechnet.

Für Chinas Importe erwarteten die Marktbeobachter ein Plus von 6,3 Prozent. Die Volksrepublik veröffentlicht wegen des Frühlingsfestes und der folgenden Feiertage, die dieses Jahr im Februar lagen, seine Aussenhandelszahlen für die beiden ersten Monate des Jahres zusammen, um Verzerrungen zu vermeiden.

Auswirkungen des Iran-Konflikts

Der rasante Anstieg im Aussenhandel fiel noch in die Zeit vor dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran, durch den die Schifffahrt in der Region, vor allem in der Strasse von Hormus, stark beeinträchtigt wurde. Erste Auswirkungen könnten sich in den März-Daten für Chinas Aussenhandel zeigen. Die Volksrepublik importiert vor allem Öl aus dem Iran.

Vor einem Jahr stand Chinas Aussenhandel noch unter dem Eindruck der Zölle von US-Präsident Donald Trump, was in einen Schlagabtausch mit Aufschlägen und Gegenaufschlägen der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt gemündet war. Trump wird Ende März in China erwartet. Der Zollstreit, in dem noch eine Pause herrscht, sowie das Handelsverhältnis beider Länder dürfte weit oben auf der Agenda stehen.

Laut Pekings Zolldaten gingen Chinas Exporte in die USA im Januar und Februar um 11 Prozent verglichen mit demselben Zeitraum 2025 zurück. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken sogar um 26,7 Prozent.

China will Nachfrage stärken

In Peking tagt noch Chinas Nationaler Volkskongress. Die Regierung stellte für dieses Jahr und den Fünfjahresplan bis 2030 Massnahmen in Aussicht, um den schwachen Konsum zu stützen. Allerdings lieferte Peking kaum Details dazu, weshalb Beobachter skeptisch sind, ob Chinas exportgetriebene Wirtschaft ihre Abhängigkeit von Ausfuhren in die Weltmärkte aufgeben wird.

Die geringe Nachfrage hatte im vergangenen Jahr die Importe im Vergleich zu den Exporten kaum steigen lassen. Am Ende erreichte China einen historischen Handelsüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar.

Rekordüberschuss Dorn im Auge der Handelspartner

Handelsminister Wang Wentao hatte während des Volkskongresses zum Rekordüberschuss gesagt, Peking habe den Standpunkt seiner Handelspartner zur Kenntnis genommen. China will Wang zufolge eine ausgewogene Entwicklung von Importen und Exporten umsetzen.

China hatte sich für dieses Jahr mit «4,5 bis 5 Prozent» das niedrigste Wachstumsziel seit Jahrzehnten gesetzt. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich Peking in Zukunft auf eine schwächere Konjunktur einstellt. Jahrelang hatte eine boomende Baubranche zu hohen Wachstumsraten beigetragen. Doch die Branche steckt schon länger in einer Krise.

Weiter Probleme im Inland

Immobilienbesitzer sind wegen fallender Wohnungspreise verunsichert. Das geschwächte Konsumvertrauen lässt die Menschen mehr sparen. Hinzu kommt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und ein schwach ausgebautes soziales Sicherungssystem, weshalb Familien Geld für schlechte Zeiten zurücklegen.

Unternehmen in der Volksrepublik konkurrieren parallel in Branchen wie der Autoindustrie in einem ruinösen Preiskampf, der die Margen vieler Hersteller dahinschmelzen lässt. Manche versuchen, im Ausland ihre Waren loszuwerden, oder verkaufen zu billigen Preisen, um Bestände abzubauen. Die Regierung will 2026 das Problem solcher Überkapazitäten anpacken und verspricht, den sich verselbstständigenden und unfruchtbaren Wettbewerb intensiv zu regulieren. Monopole und Marktverzerrungen sollen stärker bekämpft werden, heisst es darin. (sda/dpa)

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