Ölpreise fallen weiter – Brent rutscht auf Vorkriegsniveau
Die Ölpreise haben ihre Talfahrt fortgesetzt. Rohöl aus der Nordsee verbilligte sich den vierten Handelstag in Folge, wobei der Preis auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs gefallen ist.
Am Morgen wurde ein Barrel (159 Liter) der weltweiten Referenzsorte Sorte Brent mit Lieferung im August bei 72.68 US-Dollar gehandelt und damit mehr als ein Prozent tiefer als am Vortag. Zeitweise rutschte die Notierung für Öl der Sorte Brent bis auf 72,24 Dollar und damit auf ein Niveau, das zuletzt vor dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar herrschte.
Zunehmender Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus
Wie bereits in den vergangenen Tagen wurden die Ölpreise erneut durch die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs belastet. Zuletzt hatten sowohl die USA als auch der Iran nach ersten Gesprächen Fortschritte signalisiert, wenngleich ihre Darstellungen bisweilen auseinandergingen.
Zudem haben mehr Öltanker die Strasse von Hormus durchqueren können. Die Meerenge ist eine für die Weltwirtschaft bedeutende Route für die Lieferung von Rohöl. Die Blockade der Meerenge infolge des Iran-Kriegs hatte den Ölpreis im März zeitweise über 120 Dollar je Barrel getrieben.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seien bisher ohne grosse Zwischenfälle verlaufen, heisst es in einem Marktkommentar der Dekabank. Neben dem zunehmenden Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus erklärten die Experten den starken Rückgang beim Ölpreis zudem mit Lagerbeständen im Iran. Sollten die Sanktionen der USA gegen den Iran nachhaltig gelockert bleiben, könnten die angesammelten Ölreserven des Förderlandes auf den Markt kommen und für ein zusätzliches Angebot sorgen. (hkl/sda/awp/dpa)
