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Neue ETH-Studie: Ölpflanzen belasten Artenvielfalt stärker als gedacht

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Mähdrescher ernten nach Sonnenuntergang auf einem Acker.Bild: keystone

Ölpflanzen belasten Artenvielfalt stärker als gedacht

Der Anbau von Palmöl, Soja und Kokosnüssen hat gravierendere Folgen für die Artenvielfalt als bisher angenommen. Laut einer neuen Studie der ETH Zürich ist der Anbau von Ölpflanzen für 1,5 Prozent des weltweiten Verlusts von Tier- und Pflanzenarten verantwortlich.
19.06.2026, 14:0719.06.2026, 14:07

Die Auswirkungen des Ölpflanzenanbaus auf die Artenvielfalt haben sich zwischen 1995 und 2020 massiv verstärkt. Sie nahmen in diesem Zeitraum um 80 Prozent zu, wie die am Freitag im Fachjournal «Nature Food» veröffentlichte Studie zeigt.

Die Forschenden untersuchten 19 verschiedene Ölpflanzen, die etwa in Kosmetika, als Brotaufstrich oder als Tierfutter verwendet werden, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) in einer Mitteilung zur Studie erklärte. Drei davon verursachten den grössten Schaden. Auf Ölpalme, Soja und Kokos entfielen zusammen rund 75 Prozent des durch die Pflanzenöle bedingten Biodiversitätsverlustes.

Tropische Regionen besonders betroffen

Rund 70 Prozent der Auswirkungen auf die Artenvielfalt entfielen dabei auf die Nutzung von Ölpflanzen für Lebensmittel, etwa als Speiseöl oder Tierfutter. Die restlichen 30 Prozent entfielen auf andere Verwendungszwecke wie Biokraftstoffe oder Bioplastik.

Besonders betroffen von den negativen Auswirkungen sind tropische Regionen. Dort führt die landwirtschaftliche Nutzung zu besonders grossen Verlusten, weil diese Gebiete eine hohe Artenvielfalt aufweisen und die Ausdehnung von Anbauflächen oft natürliche Lebensräume zerstört.

Globale Lieferketten in der Pflicht

Für ihre Analyse untersuchten die Forschenden auch die gesamten Lieferketten des Ölpflanzenanbaus. So zeigten sie, dass mehr als die Hälfte der negativen Effekte dem Konsum in anderen Ländern zuzurechnen ist.

Besonders stark tragen China, die EU und Nordamerika dazu bei: Zusammen verursachen sie laut Studie fast 60 Prozent der ausgelagerten Biodiversitätsschäden.

Um die bestehenden Probleme zu verringern, braucht es gemäss den Forschenden eine umweltfreundlichere Produktion, weniger Abholzung und eine Landwirtschaft, die Böden und Natur schützt. Auch der Konsum müsste sich verändern.

«Ein wichtiger Hebel ist, in den Produktionsländern in bessere Produktion und den Schutz von Ökosystemen zu investieren», sagt Studienleiter Stephan Pfister gemäss ETH Zürich. (sda)

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