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Neue Umfrage zeigt: So wenig Vertrauen haben Schweizer in die Politik

Dunkle Gewitterwolken tuermen sich ueber dem Bundeshaus, am Ostermontag, 1. April 2024 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Düstere Aussichten: Eine Mehrheit der Bevölkerung glaubt, dass die Schweiz den grossen Problemen nicht gewachsen ist.Bild: KEYSTONE

Mietkosten und Grossmächte: Bevölkerung zweifelt an der Handlungsfähigkeit der Schweiz

Eine neue Studie zeigt: Nur ein Drittel der Schweizer Stimmberechtigten traut der Politik zu, rasch auf globale Krisen zu reagieren. Wo das Vertrauen am stärksten bröckelt – und wem die Bevölkerung die Lösung der grössten Probleme noch zutraut.
10.09.2026, 07:0010.09.2026, 07:00

Die Schweizer Bevölkerung zweifelt an der Handlungsfähigkeit ihres Landes. Das zeigt eine neue repräsentative Studie im Auftrag der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Pro Futuris und die Universität Bern befragten dafür 2414 stimmberechtigte Personen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.

Weniger als ein Drittel der stimmberechtigten Befragten hält die Schweizer Politik für fähig, rasch auf globale Krisen zu reagieren, heisst es im Bericht.

Eine relative Mehrheit hält die Schweiz für schlecht darauf vorbereitet, mit geopolitischen, geowirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen umzugehen.

Aussenpolitische Aufgaben

Am kritischsten bewerten die Befragten die Handlungsfähigkeit der Schweiz bei politischem Druck von Grossmächten, wie der USA und Russland. Fast die Hälfte hält die Schweiz nicht oder eher nicht in der Lage, auf solche Entwicklungen angemessen zu reagieren.

Eine grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer will deshalb enger mit anderen kleinen und mittleren Demokratien zusammenarbeiten, heisst es in der Studie. Drei Viertel der Befragten befürworten eine engere Kooperation über die Grenzen hinaus.

Rund 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung gewichtet sicherheitspolitische und militärische Kooperationen mit Nachbarländern, der EU oder der Nato höher als eine möglichst weitgehende Eigenständigkeit.

59 Prozent der Befragten finden zudem, die Schweiz solle sich international stärker für Demokratie, Menschenrechte und die Einhaltung des Völkerrechts einsetzen, auch wenn sich dies wirtschaftlich nicht lohnt.

Ausgeglichener sind die Meinungen bei der wirtschaftlichen Annäherung an die EU: Knapp 48 Prozent der Befragten lehnen eine stärkere Integration in den EU-Binnenmarkt ab. 44 Prozent stimmen zu.

Innenpolitische Aufgaben

Die ganz grossen Probleme sehen Schweizerinnen und Schweizer im eigenen Land: Gesundheitskosten, Zuwanderung sowie Miet- und Wohnkosten. Über 50 Prozent sagen, die Schweizer Politik sei diesen Aufgaben gar nicht oder eher nicht gewachsen.

58 Prozent wollen gemäss der Studie, dass die Schweiz weniger von grossen Tech- und KI-Unternehmen abhängig ist. Über die Hälfte will zudem, dass die Politik den Einsatz von KI reguliert und damit aktiv mitgestaltet.

Sonst soll der Staat sich eher raushalten: Eine relative Mehrheit von 40 Prozent befürwortet weniger wirtschaftliche Regulierungen, um Unternehmen mehr Freiheit zu geben.

Gleichzeitig finden knapp 80 Prozent der Befragten, dass Unternehmen mehr Verantwortung für den Wirtschaftsstandort übernehmen sollten: Sie wollen mehr langfristige Investitionen in Produktionsstätten, in die Ausbildung von Lernenden oder in die Weiterbildung von Mitarbeitenden.

Die Schweizer Bevölkerung traut dem Bundesrat, dem Bundesparlament und der Privatwirtschaft am ehesten zu, diese anstehenden Aufgaben zu lösen. Weniger Vertrauen haben die Befragten in die Medien, Gewerkschaften, die Zivilgesellschaft und in politische Parteien.

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