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Gucci verkauft neu Schuhe aus China – die Reaktionen

Der Gucci Drip kostet 790 Franken.
Der Gucci-Schuh «Drip» kostet 790 Franken.Bild: gucci.com

Gucci verkauft nun Schuhe «Made in China» – die Reaktionen

Das italienische Modehaus steht unter Druck: Die Umsätze sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Nun lässt es erstmals Produkte in China herstellen.
28.09.2026, 18:0328.09.2026, 18:03

Bislang brachte der Luxusriese Gucci grösstenteils Produkte auf den Markt, die in Italien gefertigt werden. Diese Ära scheint vorbei zu sein, denn Gucci verkauft nun Sneaker mit der Aufschrift «Made in China». Wie der «Standard» schreibt, könnte dieser Umstand nun am Luxus-Image der Marke rütteln. Denn ein Teil der gutbetuchten Klientel fragt sich, ob sie weiterhin Gucci kaufen will, wenn die Preise sinken.

Die Umstellung zeigt, womit Gucci-Designer Demna momentan zu kämpfen hat: Neben Innovation muss er auch das Finanzielle im Blick behalten und sogenannte «Aspirational-Käufer» anziehen. Dies sind Konsumentinnen und Konsumenten, die nicht ganz so viel ausgeben möchten wie die Superreichen.

Die Leute aus der Mittelschicht stellen den Grossteil der Kundschaft dar, die Luxus kauft – und sollen es nun vermutlich richten. Denn Gucci, Zugpferd des Konzerns Kering, verzeichnet im Vergleich zu vor drei Jahren die Hälfte des Umsatzes, was zu einigen Filialschliessungen geführt hat.

Futuristisches Design

Nun hat das Modehaus einen Sneaker namens «Drip» auf den Markt gebracht. Das Modell erinnert an futuristische Designs von Balenciaga, wo Demna früher als Designer tätig war. Der Schuh ist mit dem Label «Made in China» versehen. In einer Stellungnahme meint Gucci, dass Italien «immer im Mittelpunkt des Produktionsmodells und der Identität von Gucci stehen werde», man nun aber mit chinesischen Herstellern zusammenarbeite, so wie früher bereits mit Schweizer und japanischen Lieferanten für Produkte wie Uhren und Brillen.

Demna Gvasalia accepts applause at the end of the Gucci women's Spring-Summer 2027 fashion show, presented in Milan, Italy, Friday, Sept. 25, 2026. (AP Photo/Luca Bruno)
Demna Gvasalia
Demna designte einst für Balenciaga.Bild: keystone

Als Grund nennt Gucci vor allem technische Anforderungen. Der ausgewählte chinesische Produktionspartner verfüge über das Know-how und die Fertigungsmöglichkeiten, die notwendig seien, um die gewünschten Leistungs- und Qualitätsstandards zu erreichen. Weitere Pläne zur Auslagerung der Produktion gebe es jedoch nicht, schreibt der «Standard».

Der «Drip»-Sneaker wird als «Demnas erster Sneaker für Gucci» beschrieben und gehört zur aktuellen «Primavera»-Kollektion. Mit einem Preis von 790 Franken ist der Schuh immer noch günstiger als andere Gucci-Modelle.

So reagiert das Netz

Der Sneaker ohne Schnürung kommt nicht bei allen gut an. Verglichen wird er beispielsweise mit einem Pferdehuf, niederländischen Holzschuhen oder den Clownsschuhen von Ronald McDonald. Ein Kommentar unter einem Social-Media-Post lautet: «Sie können ihn gleich dort behalten … in China.» Jemand anderes witzelt: «Ja, ich brauche noch einen lässigen Schuh, der schreit: Hey, schaue ich reich aus?»

Es gibt aber auch positive Stimmen. Jemand schreibt: «Ich liebe ihn lowkey» oder «Ich brauche ihn dringend».

(kek)

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