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Bitcoin-Preis sinkt: Warum Bitcoin einen Ausverkauf hinter sich hat

Bitcoin hat einen Ausverkauf hinter sich: Die (möglichen) Gründe für die Krypto-Schwäche

Bitcoin ist am Dienstag stark unter Druck geraten. Während es hierfür wohl eine Erklärung gibt, kennt die Krypto-Schwäche der letzten Monate keinen eindeutigen Grund – aber mehrere mögliche.
03.06.2026, 11:5303.06.2026, 11:53

Was ist passiert?

Erstmals seit Anfang April ist am Dienstag der Kurs der grössten Kryptowährung wieder unter die Marke von 70'000 Dollar gefallen. Im Tagesverlauf hat Bitcoin die Verluste noch ausgeweitet, am Ende des Tages respektive in der Nacht auf Mittwoch (Schweizer Zeit) notierte er bei etwas über 65'000 US-Dollar.

Damit verlor die Kryptowährung innert 24 Stunden fast sieben Prozent an Wert. Im Wochenvergleich sind es gar über zwölf Prozent.

Zum Vergleich: Bitcoin lag schon einmal bei fast dem doppelten Wert (über 120'000 US-Dollar im Oktober 2025).

Am Mittwochmorgen hat sich die Kryptowährung wieder leicht erholt, am Mittwochmittag notiert sie bei rund 66'600 US-Dollar.

Was ist der Grund?

Für den kurzfristigen Einbruch, der bereits am Montag begann, steht für die Community und die Medien ein klarer Schuldiger fest: Michael Saylor, respektive dessen Firma, der grosse Softwarehersteller und Kryptowährungsinvestor Strategy (bis Herbst 2025 noch MicroStrategy).

FILE - Michael Saylor, chairman and CEO of MicroStrategy, speaks during a panel discussion at the Bitcoin Conference, April 7, 2022, in Miami Beach, Fla. (AP Photo/Rebecca Blackwell, File)
Trump Crypt ...
Michael Saylor gründete in den 80ern Microstrategy.Bild: keystone

Am Montag wurde bekannt, dass Strategy zwischen dem 26. und dem 31. Mai 32 Bitcoins für 2,5 Millionen Dollar verkaufte – eigentlich ein Klacks, angesichts der 843'738 Bitcoin, die Strategy am 25. Mai gemäss eigener Aussage in seinen Büchern hielt. Der Softwarehersteller ist der grösste unternehmerische Bitcoin-Besitzer der Welt.

Doch der Ausverkauf, der durch viele verschreckte Investorinnen und Investoren als Folge ausgelöst wurde, resultierte weniger aus der Menge der verkauften Bitcoins als vielmehr aus dem Fakt, dass Strategy überhaupt verkaufte – erstmals seit 2022. Dessen Gründer Michael Saylor war nämlich bekannt für sein Mantra, niemals Bitcoin zu verkaufen. (Unterstrichen zum Beispiel durch seinen X-Post aus dem letzten Jahr: «Verkauf eine Niere, wenn es sein muss, aber behalte den Bitcoin.»)

Zwar konnte Strategy das Verkaufen der Bitcoins mit einer neuen Anlagestrategie erklären. Offenbar spielte das aber keine Rolle: Viele Investorinnen und Investoren verkauften als Folge ihre Kryptowährung – nicht nur Bitcoin war davon betroffen –, worauf auch Krypto-Aktien flächendeckend im roten Bereich notierten.

Die Effekte der «leveraged trader»
Wie so oft wurde auch dieser Ausverkauf noch verstärkt durch zahlreiche sogenannte «leveraged trader», also Anleger mit gehebelten Produkten. Diese setzen in diesem Fall nicht (nur) mit ihrem eigenen Geld auf Bitcoin, sondern nutzen dafür Fremdkapital. Gibt es eine starke Kurskorrektur, müssen viele Positionen aufgelöst und verkauft werden, um die Verluste zu decken. Mit anderen Worten: Werden gehebelte Händler, die auf steigende Kurse gesetzt haben, mit zu grossen Verlusten konfrontiert, werden ihre Bestände oft automatisch zum Marktpreis verkauft, damit die Fremdkapitalgeber (sogenannte Broker) ihr Kapital zurückerhalten.

Die Baisse vom Dienstag ist allerdings nicht isoliert zu betrachten. Bitcoin verliert schon länger an Wert, insbesondere seit dem Iran-Krieg.

Und warum verliert Bitcoin schon länger?

Bitcoin hat seit einiger Zeit Mühe, an seinen Rekordstand vom Oktober von über 126'000 US-Dollar anzuknüpfen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und nicht wirklich eindeutig.

Wie die Financial Times berichtet, waren es in den letzten Monaten vor allem kryptohortende Firmen wie eben Strategy, die im grossen Stil Bitcoin und Co. verkauften. Investoren in solche Firmen hätten mittlerweile Zweifel an deren Businessmodell (das auf einem positiven Kreislauf aus steigenden Kryptopreisen und massiven Aktien- und Anleiheemissionen beruht) und befürchteten, dass der Markt dafür übersättigt sei. Die Folge: zweistellige Aktienverluste solcher Firmen, die wiederum ihre Bestände verkaufen müssen, um die Verluste zu decken – wohl mit ein Grund, weshalb Krypto generell unter Druck kam.

Hinzu kommt das Marktumfeld, das Kryptowährungen nicht entgegenkommt: Steigende Inflation und die Aussicht auf wieder steigende Zinsen führen dazu, dass andere Investitionen attraktiver werden. Denn im Gegensatz zu diesen wirft Krypto keinen regelmässigen Zins oder keine Dividende ab. Erst vor Kurzem kam es ausserdem zu rekordverdächtig langanhaltenden Abflüssen bei Bitcoin-ETFs, was «eine nachlassende Nachfrage nach der grössten Kryptowährung verdeutlicht, obwohl risikoreiche Anlagen insgesamt zulegen», so Bloomberg. Mit anderen Worten: Andere Anlagen, die als ebenso risikoreich gelten wie Bitcoin, entschädigen für dieses Risiko und können deshalb in instabilen Zeiten attraktiv sein.

Was ist ein (Bitcoin)-ETF?

ETF, «Exchange-Traded Fund», heisst übersetzt «börsengehandelter Fonds». Ein Fonds ist eine Art Topf, in den eine Vielzahl von Anlegern Geld einzahlen kann. Die Manager des Fonds kaufen dann mit diesem Geld bestimmte Wertanlagen/Waren und verwalten diese. Nimmt der Preis für die erstandene Ware mit der Zeit zu, profitieren die Anleger.

Bei einem ETF gibt der Fonds zusätzlich Investmentzertifikate heraus, die wie Aktien an Börsen gehandelt werden können. Der Preis dafür steigt und fällt mit dem Kurs der darunterliegenden Güter. Im Falle eines Bitcoin-ETFs also mit dem Bitcoin-Kurs. (tog)

Ein weiterer Grund dürften die hohen Aktienbestände sein: «Während Bitcoin zu kämpfen hatte, erreichten die US-Aktienmärkte rasante Höchststände, sodass Anleger ihr Kapital in KI- und Chip-Aktien umschichteten und damit ihre Aufmerksamkeit und Investitionen regelrecht von digitalen Vermögenswerten abzogen», erklärt ein Krypto-Experte gegenüber BNN Bloomberg.

Wiederum andere nennen die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, welche Kryptowährungen wie Bitcoin unter Druck hält – während Tech-Aktien derzeit kaum ein Limit kennen. Dies habe, so schreibt es zum Beispiel CNBC, beide vorherrschenden Narrative rund um Bitcoin auf den Prüfstand gestellt: «Zum einen, dass es sich um digitales Gold handelt, das von geopolitischer Unsicherheit profitieren sollte, und zum anderen, dass es sich wie eine Tech-Aktie mit hohem Beta-Faktor [Volatilität einer Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt] verhält.»

Möglicherweise handelt es sich auch einfach um eine generelle «Krypto-Ermüdung». So schreibt die Newsagentur Bloomberg an anderer Stelle:

«Der regulatorische Optimismus, der einst aggressive Krypto-Käufe antrieb, trifft nun auf Gewinnmitnahmen, nachlassende ETF-Zuflüsse und eine breitere Ermüdung. Die Branche tut sich schwer, wieder Schwung zu gewinnen, da die Beteiligung von Privatanlegern schwindet, Hebelpositionen abgebaut werden und die Unsicherheit wächst, ob gesetzgeberische Erfolge kurzfristig zu nennenswerten Kapitalzuflüssen führen würden.»
Bloomberg

Fazit: Den einen klaren Grund für die (relative) Bitcoin-Schwäche gibt es nicht. Wo es hingeht, ist derweil auch unklar. Einige glauben, der Boden sei noch lange nicht erreicht. So überwiegt bei den Wetten auf der Wettplattform-Polymarket derzeit der Pessimismus. Andere behalten ihren Optimismus: Mit Donald Trump ist schliesslich ein Präsident im Amt, der schwor, Bitcoin und Co. gross zu machen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf ist gerade auf dem Weg.

(Mit Material der Agenturen Keystone-SDA/AWP)

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Die beliebtesten Kommentare
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ursus3000
03.06.2026 12:19registriert Juni 2015
"Mit Donald Trump ist schliesslich ein Präsident im Amt, der schwor, Bitcoin und Co. gross zu machen"
Das sollte ein Warnzeichen sein. Donald Trump hat sogar mit Casinos Konkurs gemacht.
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