Wirtschaft
Russland

Raketenalarm in der Ukraine kostet 37,5 Millionen Franken pro Stunde

Raketenalarm kostet ukrainische Wirtschaft 37,5 Millionen Franken pro Stunde

Immer, wenn in der Ukraine der Alarm wegen Raketen oder Drohnen ausgelöst wird, kommt die Wirtschaft zum Stillstand. Das kostet.
30.09.2026, 15:0530.09.2026, 15:05

Die Sirenen ertönen, Menschen suchen Schutz in Bunkern – und das Wirtschaftsleben kommt zum Stillstand. In der Ukraine gehen so jede Stunde, in der Angriffe drohen, umgerechnet rund 37,5 Millionen Franken verloren, wie der Guardian mit Verweis auf den ukrainischen Wirtschaftsminister Oleksandr Krawtschenko berichtet. Denn wenn die Leute in den Bunkern sind, kommt das Geschäft zum Erliegen.

Hinzu kommen russische Angriffe auf die ukrainische Industrie, Logistikzentren und Warenhäuser. Russland versuche, «so ziemlich die ganze Wirtschaft zu zerstören», erklärt der ukrainische Wirtschaftsminister. Allein in diesem Jahr habe Russland so schon einen Schaden von über 8 Milliarden Franken angerichtet.

epa13269217 Damaged buildings at the site of a Russian strike in Kramatorsk, Donetsk region, eastern Ukraine, 28 September 2026, amid the Russian invasion. Designated an active combat zone, the admini ...
Zerstörte Häuser in Donezk.Bild: keystone

Jedes Mal, wenn die Sirenen erklingen, müssen die Arbeitnehmenden Schutz suchen. Da manchmal bis zu zehn Stunden pro Tag Sirenen heulen, kostet das viel Geld. Die Regierung hat deshalb kürzlich ein neues System eingeführt, das zwischen Raketen- und Drohnenangriffen unterscheidet. Bei Phase Rot müssen die Leute Schutz suchen, bei Gelb hingegen nicht zwingend.

Seit der Einführung bleiben viele Geschäfte deshalb in der gelben Phase offen. Das heisst aber nicht, dass die Menschen sicher sind. Regelmässig kommt es zu tödlichen Angriffen. Laut Krawtschenko wird deshalb derzeit diskutiert, ob mehr private Unternehmen ein Luftabwehrsystem kaufen dürfen.

Dennoch bleibt der Schaden immens. Krawtschenko dementierte, dass auch Korruption zum Verlust beiträgt. «Die Kriegskosten steigen einfach», sagt er. Zwar hofft die Ukraine auf die Unterstützung von EU-Ländern, doch «die allgemeine Müdigkeit in Europa steigt», sagt der Minister. Er warnt, dass sich die Regierung auf den womöglich «härtesten, rauesten Winter» des Krieges vorbereiten müsse. Immerhin: Von den rund 44 Milliarden Franken, die die Ukraine für 2027 benötigt, wurden dem Land bisher knapp 17 Milliarden zugesichert. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Ukraine-Konflikt
1 / 50
Der Ukraine-Konflikt
27. bis 28. Februar 2014: Prorussische Milizionäre besetzen den Regierungssitz und das Parlament in Simferopol, der Hauptstadt der Halbinsel Krim. Russisch sprechende Bewaffnete ohne Abzeichen übernehmen die Kontrolle über die Krim. Das prorussische Parlament der Krim setzt die Regierung ab.
quelle: x00514 / reuters tv
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Russland greift die Ukraine mit Oreschnik-Rakete an
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ems-Chemie geht gegen SP-Politiker Fabian Molina vor
SP-Aussenpolitiker Fabian Molina hat Bundesrat Guy Parmelin in der Fragestunde des Nationalrats drei Fragen zu angeblichen Geschäften Schweizer Firmen mit Russland und diesbezüglichen Sanktionsverstössen gestellt. In der Einleitung seiner Fragen hielt Molina fest, «laut der Republik beliefert» die Ems-Tochter Eftec von ihren russischen Werken aus «sanktionierte Rüstungsfirmen».
Zur Story