Wirtschaft
Schweiz

Ems-Chemie: Fabian Molina wird wegen Russland-Fragen abgemahnt

Fabian Molina, SP-ZH, links, und seine Ratskolleginnen und -kollegen verlassen bei Sitzungsschluss den Saal, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 4. Juni 2026 im Nationalrat ...
Fabian Molina hat seiner Fragerei wegen unangenehme Post erhalten.Bild: KEYSTONE

Ems-Chemie geht gegen SP-Politiker Fabian Molina vor

27.09.2026, 10:3827.09.2026, 13:21

SP-Aussenpolitiker Fabian Molina hat Bundesrat Guy Parmelin in der Fragestunde des Nationalrats drei Fragen zu angeblichen Geschäften Schweizer Firmen mit Russland und diesbezüglichen Sanktionsverstössen gestellt. In der Einleitung seiner Fragen hielt Molina fest, «laut der Republik beliefert» die Ems-Tochter Eftec von ihren russischen Werken aus «sanktionierte Rüstungsfirmen».

Auslöser von Molinas Fragen war eine Recherche des Onlinemagazins Republik. Darin wurde vermutet, dass die Eftec mit russischen Firmen, die in den Angriffskrieg gegen die Ukraine involviert sind, geschäften könnte. Für diese Vermutung präsentiert der «Republik»-Text eine Reihe an Plausibilisierungen. Das Medium betont aber, dass nichts bewiesen sei.

Die Fragen haben für Nationalrat Molina ein Nachspiel. Am Freitag hat er einen Brief vom Rechtsdienst der Ems-Chemie erhalten, sagt Molina der Sonntagszeitung. Darin wirft das Unternehmen, das der SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher gehört, Molina vor, er verbreite im Parlament «wissentlich falsche, verunglimpfende und rufschädigende Behauptungen» über das Russland-Geschäft der Ems-Chemie.

Fabian Molina, SP-ZH, links, und Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, rechts, sprechen waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 10. Dezember 2020 im Nationalrat in Bern. (K ...
Martullo-Blocher hat Molina eine rechtliche Abmahnung zugeschickt.Bild: KEYSTONE

Die Ems-Chemie schreibt in ihrem Brief an Molina: «Wir halten fest, dass die Ems weltweit überhaupt nicht im Rüstungsgeschäft tätig ist.» Molina wiederum sagt gegenüber der «Sonntagszeitung»: «Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Konzern versucht, Parlamentarier mundtot zu machen, um kritische Fragen zu verhindern.» Er würde seine Fragen genau wieder so stellen.

Von politischer Einschüchterung, wie sie Molina ihr vorwirft, will Martullo-Blocher auf Anfrage der «Sonntagszeitung» nichts wissen. «Ems ist es wichtig, dass keine falschen und rufschädigenden Aussagen verbreitet werden, und geht deshalb konsequent dagegen vor», sagt Conrad Gericke, der persönliche Mitarbeiter Martullo-Blochers.

(her)

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