SMI klettert auf Allzeithoch – auch internationale Börsen auf Rekordjagd
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nur eine Richtung gekannt - nach oben. Der Leitindex SMI setzte dabei einen neuen Rekord. Auch an den internationalen Börsen griffen die Anleger zu.
Für Rückenwind sorgten insbesondere Hoffnungen auf eine weniger restriktive US-Geldpolitik. Grund dafür war der schwache US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag. Dass die US-Wirtschaft im Juni nur halb so viele neue Stellen schuf wie erwartet, dämpft laut einem Marktbeobachter den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh.
Die Erwartungen an eine Zinserhöhung in den USA hätten sich nach den Arbeitsmarktdaten etwas nach hinten verschoben, hiess es im Markt. Das komme gut an den Börsen an, da höhere Zinsen die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen schmälere. Für gute Stimmung sorgte auch der sinkende Ölpreis.
Die US-Börsen bleiben nun am Freitag aufgrund des vorgezogenen Feiertags zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli geschlossen.
Derweil setzte sich die globale Korrektur unter KI-Werten fort. Pläne des Social-Media-Konzerns Meta verstärkten bestehende Sorgen vor einem Überangebot an Rechenkapazitäten, liessen Händler verlauten. Dies belastete vor allem techlastige Handelsplätze.
SMI, Dax und EuroStoxx auf Rekordhoch
Der Leitindex SMI schloss um 1,7 Prozent höher bei 14'352 Punkten. Am späten Nachmittag hatte der SMI bei 14'406 ein neues Rekordhoch markiert. Alle Titel ausser ABB und Logitech schlossen im Plus.
Auch die anderen europäischen Börsen gingen klar fester aus dem Handel. Dabei erreichten der deutsche Leitindex Dax sowie auch der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 ein Rekordhoch. Der breite Dow Jones notierte am Abend ebenfalls im Plus - zwischenzeitlich war der Wall-Street-Index erstmals in seiner Geschichte über 52'800 Punkte geklettert. Die techlastige Nasdaq notierte derweil am Abend im Minus.
Rückenwind erhielt der SMI insbesondere von den starken defensiven Schwergewichten. So waren sowohl die Pharmariesen Roche (+3,9 Prozent) und Novartis (+2,4 Prozent) als auch der Lebensmittelmulti Nestlé (+1,9 Prozent) stark gefragt.
Händler verwiesen bei Nestlé auf die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen beim US-Partnerunternehmen General Mills. Bei Roche kamen derweil Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Studie zu einem Lungenkrebsmittel gut an.
Umschichtung zu Zyklikern und Banken
Generell zeigte sich eine Umschichtung von den zuvor heiss gelaufenen Techwerten hin zu zyklischen Branchen, die zuletzt weniger nachgefragt wurden, wie ein Händler sagte. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung treibe die Rotation voran. Davon profitierten etwa Holcim (+2,9 Prozent), Kühne+Nagel (+2,6 Prozent) oder Sika (+2,3 Prozent).
Zudem seien auch Banken und Finanzwerte wieder stärker gefragt gewesen, was sich etwa bei UBS (+2,0 Prozent) zeigte. Auf der anderen Seite standen ABB (-1,5 Prozent) aufgrund der Techschwäche unter Druck.
Der Ölpreis profitierte indes von neuen Hoffnungen im Nahost-Konflikt und setzte seine Talfahrt der vergangenen Wochen fort - er notiert am Abend nur noch knapp über 70 US-Dollar je Fass der Sorte Brent. Die USA und der Iran haben nach Darstellung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in indirekten Gesprächen Fortschritte erzielt. (awp/sda)
