5 Monate pro Jahr gefährdet – der Rhein wird zum Problem für die Schweizer Wirtschaft
Die Rheinschifffahrt könnte gegen Ende des Jahrhunderts wegen des Klimawandels während rund fünf Monaten pro Jahr gefährdet sein. Das berichtet der Blick.
«Der Rhein wird für die Schifffahrt künftig unzuverlässiger», sagte Massimiliano Zappa von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zur Zeitung. Der Fluss ist auch hierzulande zentral: Zehn Prozent der Güter und Rohstoffe, die die Schweiz mit dem Ausland handelt, werden auf Schiffen über den Rhein transportiert.
Es drohen chronische Milliardenschäden
Historisch seien kritische Pegelstände lediglich während etwa zwei Wochen pro Jahr aufgetreten. In den vergangenen Jahren haben sich Extremereignisse jedoch deutlich gehäuft. «Im aktuellen Sommer spürt man dabei stark den schneearmen Winter. Dieses Schmelzwasser fehlt», sagt Zappa gegenüber dem «Blick». Solche Ereignisse würden mit dem Klimawandel immer mehr zur Normalität.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen wären enorm, heisst es weiter. Sollte der Rhein in Zukunft regelmässig versiegen, würden chronische Milliardenschäden drohen. Laut ETH-Konjunkturforscher Jan-Egbert Sturm muss jetzt deshalb verstärkt auf Schiene, Strasse und Luft ausgewichen werden, sagt er zur Zeitung. Das erfordere Investitionen in Milliardenhöhe.
Massnahmen werden diskutiert
Auch in der Rheinschifffahrt selbst werden mögliche Massnahmen besprochen. Der CEO der HGK Group fordert etwa eine Flottenerneuerung bis 2035 von bis zu 1000 breiteren Transportschiffen mit weniger Tiefgang, berichtet der «Blick». Diese könnten im Vergleich zu alten Modellen bei extrem tiefem Flusspegel nahezu die doppelte Fracht laden.
Weitere Massnahmen wären eine Fahrrinnenvertiefung an besonders prekären Stellen sowie der Aufbau zusätzlicher Zwischenlager, damit im Frühling mehr importiert werden kann, heisst es weiter. Die Massnahmen würden für die nächsten Jahre zwar Abhilfe schaffen, langfristig seien sie aber nicht ausreichend. (hkl)
