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So tief sind die Pegelstände der Schweizer Seen und Flüsse

Blick auf den Rhein und Wagenhausen (rechts) und Stein am Rhein (hinten), am Donnerstag, 30. Juli 2026 in Stein am Rhein. Der Rhein weist wie die meisten Gewaesser infolge grosser Hitze und Trockenhei ...
Der Rhein bei Wagenhausen und Stein am Rhein führt Niedrigwasser.Bild: keystone

So tief sind die Pegelstände der Schweizer Seen und Flüsse

Die wenigen Gewitter helfen kaum: Die Pegelstände vieler Flüsse und Seen im Schweizer Mittelland sind aufgrund der anhaltenden Hitze- und Trockenperiode auf einem rekordtiefen Niveau.
07.08.2026, 11:4007.08.2026, 11:40

Die aktuelle Trockenheit hinterlässt Spuren in der ganzen Schweiz. Wochenlange Hitze und ausbleibender Regen haben die Pegel vieler Seen und Flüsse im Mittelland auf historische Tiefststände gedrückt. Einzelne Regenschauer und Gewitter der letzten Tage haben daran kaum etwas geändert – zu kurz und zu lokal sind sie, um die seit Monaten anhaltende Trockenheit auszugleichen.

Betroffen sind längst nicht mehr nur einzelne Gewässer: Von den grossen Seen im Mittelland über kleine Voralpenbäche bis zu den Speicherseen in den Bergen zeigen die Messdaten des Bundes ein flächendeckendes Bild der Wasserknappheit. Wie tief die Pegel tatsächlich stehen, wo bereits historische Tiefstwerte erreicht wurden und wie es in den kommenden Tagen weitergehen könnte – ein Überblick.

Übersicht

Ein Blick auf die Karte aller hydrologischen Messstationen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zeigt, dass fast alle Schweizer Fliessgewässer und Seen derzeit einen «sehr tiefen» Abfluss respektive Wasserstand aufweisen. «Sehr tief» bedeutet, dass mindestens 95 Prozent aller Tagesmittel in der Normperiode zwischen 1991 bis 2020 höher waren als der aktuelle Abfluss oder Wasserstand.

Diese Einstufung betrifft nicht nur einzelne Regionen, sondern zieht sich praktisch durchs ganze Land – von den grossen Seen im Mittelland über die Voralpen bis in einzelne Alpentäler. Ausschlaggebend dafür ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: ein deutlich zu trockener Frühling, ein schneearmer Winter mit entsprechend wenig Schmelzwasser im Frühsommer und darauf folgend Wochen mit hohen Temperaturen, die die Verdunstung zusätzlich angetrieben haben.

Wie stark sich das im Detail auswirkt, zeigt ein Blick auf die einzelnen Messstationen: Bei Seen wie Flüssen haben in den vergangenen Wochen mehrere Orten neue Tiefstwerte für die jeweilige Jahreszeit registriert – teils sogar seit Beginn der Messungen.

Seen

Besonders eindrücklich zeigt sich die Trockenheit momentan am Untersee, dem westlichen Teil des Bodensees. So liegen etwa im Hafen in Mannenbach-Salenstein TG die Boote seit Wochen auf Grund und in der Badi Ermatingen müssen die Besucherinnen und Besucher erst durch ein stinkende Schlammschicht gehen, bevor sie das kühle Nass erreichen.

Derzeit liegt der Pegel in Berlingen TG gemäss den hydrologischen Daten des Bundes rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt im August und auf dem tiefsten Stand im August seit Messbeginn. Etwas besser sieht es am Obersee bei Romanshorn aus: Zwar erreichte der Seespiegel für den Monat Juli auch dort einen neuen Tiefstwert, das Pegeldefizit beträgt aber nur rund 1 Meter.

Der Bodensee reagiert auf Trockenperioden besonders empfindlich, durch die fehlende Regulierung wirken sich Hoch- und Tiefwasser jeweils besonders stark aus. Doch auch andere Seen haben mit Niedrigwasser zu kämpfen: Der Pegel des regulierten Zürichsees liegt derzeit nur noch bei 405,6 Meter – ein neuer Tiefstwert seit Messbeginn im Jahr 1951. Weil die Zuflüsse so wenig Wasser in den See führen, muss der Abfluss in die Limmat stark gedrosselt werden, um den Wasserstand wenigstens einigermassen zu halten.

Augenscheinlich ist das Niedrigwasser derzeit auch am Lago Maggiore, am Zugersee und Walensee. Bei allen drei Seen liegt der Pegel derzeit deutlich tiefer als normalerweise Anfang August. Etwas weniger betroffen ist der Genfersee, da die Rhone deutlich mehr Wasser führt als die Flüsse im restlichen Schweizer Mittelland.

Flüsse

Bei den Flüssen im Mittelland ist die Lage fast überall angespannt. Kleinere und mittlere Flüsse wie die Töss oder die Emme führen teilweise so wenig Wasser, dass ihr Bachbett kaum noch als Fluss erkennbar ist.

Doch auch grössere Flüsse sind betroffen: Der Rhein bei Neuhausen führt derzeit beispielsweise so wenig Wasser wie noch nie seit Messbeginn an einem Augusttag. Der Abfluss liegt mit rund 155 m³/s bei rund einem Drittel des langjährigen Monatsmittels für den August. Ähnlich sieht es für die Linth in Weesen SG, die Limmat, in Zürich, die Reuss bei Mellingen AG und die Aare bei Brugg AG aus.

Wie stark einzelne Flüsse betroffen sind, hängt zudem von ihrem Einzugsgebiet ab: Flüsse, die stark von der Schneeschmelze abhängen, spüren den schneearmen Winter besonders deutlich, während Flüsse mit grösseren Seen im Verlauf etwas ausgeglichener reagieren. Regionale Gewitter können die Abflussmenge eines Flusses ausserdem kurz ansteigen lassen. Meist reichen diese allerdings nicht aus, um den Abfluss längerfristig zu beeinflussen.​

Keine Entspannung in Sicht

In den kommenden Tagen dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Zwar gibt es über das Wochenende einen leichten Tempertatur-Rückgang, doch bis Mitte nächster Woche steigt das Quecksilber im Mittelland wieder verbreitet deutlich über 30 Grad. Da die Schweiz wieder in den Einflussbereich eines neuen Hochdruckrückens kommt, ist bis auf ein paar mögliche Gewitter auch kein ergiebiger Niederschlag in Sicht.

Das Sommerhalbjahr 2026 ist beim Niederschlagsdefizit längst auf Rekordkurs. Seit Messbeginn 1985 war noch kein Sommerhalbjahr so trocken wie das laufende. Bei der Messstation Zürich-Fluntern liegt der kumulierte Niederschlag per 5. August in diesem Sommer bei 212,9 Millimeter.

Das sind rund 272 Millimeter weniger als im langjährigen Durchschnitt von 485,4 Millimetern zum gleichen Zeitpunkt. Selbst das bisher trockenste Sommerhalbjahr der Messreihe, 2018, kam per 5. August noch auf 252,7 Millimeter – knapp 40 Millimeter mehr als aktuell.

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Die beliebtesten Kommentare
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prophet
07.08.2026 14:32registriert Dezember 2019
Ich weiss nicht wie es anderen geht, aber auf mich wirkt das deprimierend. Was sollen wir als Individuum noch ausrichten wenn der ganze Kahn unser Spezies Richtung Abgrund rast? Es müssten genau jetzt riesige Reformen und Gesetzesänderungen kommen zugunsten des Klimas. Aber es tut sich genau nichts, stattdessen haben wir Kriege, Waldbrände und den Rösti der meint, wir hätten genug getan für den Klimawandel. Wo ist die Perspektive??
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Warum du nicht versuchen solltest, die Sonnenfinsternis zu fotografieren
Am nächsten Mittwoch bahnt sich ein doppeltes Himmelsspektakel an. Denn am 12. August ab 19 Uhr schiebt sich der Mond langsam vor die Sonne. Der Höhepunkt wird für die Zeit zwischen 20.15 und 20.20 Uhr erwartet. Danach, wenn die Sonne um 20.42 Uhr hinter dem Horizont verschwindet, schwirren Sternschnuppen über den Nachthimmel und der Perseidenschauer erreicht seinen diesjährigen Höhepunkt.
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