Wirtschaft
Schweiz

«Bund» und «Berner Zeitung»: Verarmung der Medienlandschaft befürchtet

«Bund» und «Berner Zeitung»: Berner Regierung befürchtet Verarmung der Medienlandschaft

17.03.2021, 13:4417.03.2021, 13:44
Eine Verkaeuferin packt Zwiebeln in eine alte Ausgabe der Berner Zeitung, waehrend dem traditionellen "Zibelemaerit" am Montag, 23. November 2015 in Bern. Der Zibelemaerit findet am vierten  ...
Bild: KEYSTONE

Der Berner Regierungsrat bedauert, dass «Bund» und «Berner Zeitung» künftig eine gemeinsame Redaktion haben sollen. Mittelfristig drohe die Berichterstattung über lokale und regionale Themen in den beiden Zeitungstiteln zu verarmen.

Im Kanton Bern werde eintreten, was in Grossregionen wie Basel, Luzern und St. Gallen bereits der Fall sei: Eine Einheitsredaktion werde lokale Themen ohne den Blick auf die Konkurrenz behandeln. Das schreibt der Regierungsrat in seiner am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage von Grossrätin Natalie Imboden (Grüne).

Der Regierungsrat steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit der Leitung der TX Group, dem Mutterhaus von Tamedia. Immer wieder habe er auf die Bedeutung von zwei konkurrierenden Lokal- und Regionalredaktionen hingewiesen. Ein nächstes Treffen sei im Mai geplant.

Zwar sei unbestritten, dass die Medien als vierte Gewalt eine wichtige Rolle in der Demokratie spielten. Doch letztlich entscheide die Unternehmensleitung in eigener Verantwortung darüber, wie sie ihre Zeitungsredaktionen finanziell und personell ausstatte.

Grossrätin Imboden wollte auch wissen, wie der Fahrplan für die Revision des bernischen Informationsgesetzes aussieht. Die Staatskanzlei werde dem Regierungsrat die Gesetzesvorlage Ende März oder im April 2021 zur Vernehmlassungsfreigabe unterbreiten, schreibt die Regierung.

Der Grosse Rat hatte die Gesetzesrevision Ende 2019 angestossen. Er sprach sich damals für eine indirekte Medienförderung aus und bat um Prüfung von Massnahmen, die der «grossen Bedeutung eines unabhängigen, vielfältigen Qualitätsjournalismus für das Funktionieren des demokratischen Staates Rechnung tragen». (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
VW meldet fast 6 Milliarden Euro Verlust
Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung, schwache Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau haben Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Konzernergebnis nach Steuern lag in den Monaten Juli bis September bei rund minus 5,82 Milliarden Euro, wie der Autohersteller mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte VW ebenfalls einen Fehlbetrag gemeldet, damals waren es gut 1,07 Milliarden Euro.
Zur Story