Wirtschaft
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On mit Rekordquartal – US-Grosshandel dämpft Ausblick

Turnschuhe der Schweizer Sportmarke On, fotografiert am 26. August 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
On konnte im zweiten Quartal 2026 erneut einen Rekordumsatz erzielen.Bild: KEYSTONE

On mit Rekordquartal – US-Grosshandel dämpft Ausblick

11.08.2026, 12:4111.08.2026, 12:41

Der Laufschuhhersteller On hat im zweiten Quartal 2026 erneut einen Rekordumsatz erzielt und die Profitabilität weiter gesteigert. Die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr wurde allerdings leicht gesenkt.

Trotz der starken Entwicklung nimmt On die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 leicht zurück. Neu wird ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen 20-Prozent-Bereich erwartet, nachdem zuvor mindestens 23 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. In Franken soll der Umsatz zwischen 3.47 und 3.56 Milliarden liegen.

Bei den Produktkategorien legten Bekleidung (+48%) und Accessoires (+88%) klar stärker zu als das Kerngeschäft mit Schuhen (+11%). Mit einem Umsatzanteil von 92 Prozent bleibt dieses jedoch das wichtigste Standbein.

Im grössten Markt Amerika stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 452 Millionen Franken. In EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) nahmen die Erlöse um 15 Prozent auf 228 Millionen zu, in Asien-Pazifik gar um 43 Prozent auf 171 Millionen. Laut Co-CEO David Allemann ist das Wachstum dort breit abgestützt, insbesondere in China, Südkorea und Südostasien. Ohne die Währungseffekte wäre die Entwicklung in sämtlichen Produktkategorien und Märkten noch stärker positiv ausgefallen.

Höhere Profitabilität

Der bereinigte EBITDA stieg um 24 Prozent auf 168 Millionen Franken, die Marge auf 19,8 von 18,2 Prozent. Laut On ist dies vor allem auf den höheren Anteil des margenstärkeren Direktkundengeschäfts, Effizienzsteigerungen sowie auf den Verzicht auf grosse Rabattaktionen zurückzuführen.

Gerade im Grosskunden-Geschäft in Amerika habe On im zweiten Quartal allerdings eine gewisse Schwäche gesehen, sagte Allemann im Gespräch mit AWP. Der Markt sei dort zuletzt stark von Rabattaktionen geprägt gewesen. On wolle sich diesem Trend bewusst entziehen. «Wir lassen uns nicht auf Preisnachlässe ein», sagte der Co-CEO. Als Premium- und Innovationsmarke setze On stattdessen darauf, «mit neuen, innovativen Produkten die Nachfrage zu Vollpreisen anzukurbeln».

Turnschuhe der Schweizer Sportmarke On, fotografiert am 26. August 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
On lässt sich neu nicht mehr auf Preisnachlässe ein.Bild: KEYSTONE

Für den Anteil des Direktkundengeschäfts hat On laut Allemann keine feste Zielgrösse. Entscheidend sei, die Kunden dort zu erreichen, wo sie einkaufen wollten. Das Direktkundengeschäft wachse derzeit in allen Regionen stärker als erwartet. Auch in der Schweiz habe sich das Wachstum im laufenden Jahr nochmals beschleunigt.

Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 105.0 Millionen Franken nach einem Verlust von 40.9 Millionen im Vorjahresquartal. Diesen hatte das Management damals primär auf negative Währungseffekte zurückgeführt, die sich dieses Quartal nicht wiederholt hätten.

Umsatzprognose gesenkt

Trotz der starken Entwicklung nimmt On die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 leicht zurück. Neu wird ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen 20-Prozent-Bereich erwartet, nachdem zuvor mindestens 23 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. In Franken soll der Umsatz zwischen 3.47 und 3.56 Milliarden liegen.

Allemann sieht darin allerdings keine grundsätzliche Eintrübung der Geschäftsaussichten. Die bisher kommunizierten 23 Prozent lägen weiterhin «am oberen Ende» der nun breiter gefassten Erwartungen. Entscheidend sei insbesondere, wie schnell die kommenden Produktneuheiten bei den Konsumenten ankämen. Gleichzeitig halte On trotz der vorsichtigeren Umsatzprognose an den Margenzielen fest.

Die bereinigte EBITDA-Marge wird konkret weiterhin zwischen 19,5 und 20 Prozent erwartet. Angehoben wurde dagegen die Prognose für die Bruttogewinnmarge auf mindestens 65 Prozent nach zuvor 64,5 Prozent. Nicht eingerechnet sind mögliche Vorteile aus erwarteten Zollrückerstattungen in den USA.

Die entsprechenden Rückforderungsanträge seien bereits eingereicht worden. «Wir erwarten die Rückerstattung im zweiten Halbjahr», sagte Allemann. Zur Höhe wollte er sich noch nicht äussern. (sda/awp)

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