Sportferien gedrängt wie selten: Das sind die Folgen für dich
Die Schweizer Sportferien verteilen sich normalerweise über bis zu zehn Wochen, mit Fokussierung auf sechs Wochen. Das verteilt die Gäste in den Schweizer Bergen besser, es gibt überall mehr Platz.
Doch die Sportferien sind nicht in allen Gemeinden an fixe Kalenderwochen gebunden. In einigen Regionen verschieben sie sich mit den Daten für die Fasnacht und Ostern. Insbesondere katholisch geprägte Kantone oder Gemeinden kennen nämlich noch Fasnachts- und/oder Osterferien.
2027 fällt der Aschermittwoch auf den 10. Februar, der Ostersonntag auf den 28. März. So früh wie seit 2016 nicht mehr. Das hat Folgen für die Sportferien, welche sich normalerweise für einen Grossteil der Kantone auf sechs Wochen verteilen. Denn diese werden in Jahren mit frühen Ostern jeweils zusammengepfercht. 2027 wird ein Grossteil der Gemeinden die Sportferien in den gleichen drei bis vier Wochen, mehr oder weniger zwischen dem 4. und 26. Februar, abhalten. Falls du also noch keine Skiferien geplant hast, könnte es sich lohnen, dies bald anzugehen.
Das sagen die Hoteliers
Wir haben uns bei verschiedenen Hotels in Wintersportdestinationen erkundigt, was die Folgen davon sind. Die gute Nachricht: Noch hat es praktisch überall Verfügbarkeiten. Normalerweise gibt es nach den Herbstferien eine dritte Buchungswelle für Sportferien und im November sind zwei Drittel der Plätze vergeben. Es gibt jedoch auch hier einen Trend zu spontanen Entscheidungen. Olivier Andenmatten vom Aktiv Hotel & Spa Hannigalp in Grächen VS sagt am Telefon: «Wenn wir jetzt Anfang November die Hälfte haben, ist gut.»
Auch wenn gedrängte Sportferien eher ein Problem für die Belegung von Ferienwohnungen sind, merkt er es bei seinem Hotel mit 30 Zimmern auch. «Wir könnten in wenigen Wochen zweimal vermieten. Dadurch steigt der Preis in diesen Phasen. Ende Januar und Anfang März hat es dagegen noch gut Platz.» Neben den gedrängten Sportferien in der Schweiz kommen auch noch die ausländischen Gäste: «Holländer, Belgier oder Deutsche haben oft noch Fasnachtsferien – da kommt dann oft alles zusammen.»
Auch Mathias Fankhauser, Präsident der Sektion hotellerieSuisse Adelboden-Lenk-Kandersteg und Gastgeber im Adler Adelboden, kennt das Problem. «Adelboden wird in der Hochsaison zur Kleinstadt. Wenn man als Hotel während den Sportferien und Fasnacht noch freie Zimmer hat, dann muss man über die Bücher.»
Kapazitätsgrenzen werden erreicht
Der Winter sei sowieso mit 12 bis 14 Wochen schon sehr konzentriert, gedrängte Sportferien helfen da nicht wirklich. «In solchen Jahren müssen wir agiler sein und besser planen», sagt Fankhauser. Denn qualifizierte Mitarbeitende wollen das ganze Jahr arbeiten können.
Ebenfalls zu spüren bekommt die Feriendichte das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide. Geschäftsleiter Nico Züllig sagt auf Anfrage: «Unser aktueller Buchungsstand für den Monat Februar liegt derzeit um 15 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wir sehen eine extrem verdichtete Nachfrage, die sich auf ein sehr enges Zeitfenster fokussiert.»
Er stösst mit seinem Hotel an den bekannten Spitzentagen im Februar an die absoluten Kapazitätsgrenzen. So werden die Absagen an Gäste im Februar «spürbar höher als in normalen Jahren» liegen.
Mehr Buchungen für den kommenden Februar hat auch Carole Hauser, Direktorin des Belvedere Swiss Quality Hotel & Waldhuus Bellary in Grindelwald, festgestellt: «Verglichen mit dem letzten Winter sind die Buchungen für die kommende Saison höher.»
Sie hält aber auch fest: «Ob dies an der Konzentration der Skiferien 2027 liegt, kann ich jedoch nicht beurteilen, da sich in Grindelwald die Skiferien bereits seit vielen Jahren auf den Februar konzentrieren.» Ihr bereiten die gedrängten Sportferien in der Schweiz weniger Sorgen.
März als entspannte Alternative
Was allerdings alle angefragten Betriebe beschäftigt, ist die Situation im März. Meist liegt dann eigentlich wunderbarer Schnee und es herrschen beste Verhältnisse. Aber weil sich im Unterland oft schon der Frühling ankündigt, nimmt die Lust auf Skifahren dann stark ab. «Im März haben wir noch Potenzial», sagt beispielsweise Hauser.
Andenmatten in Grächen geht gar aktiv auf die Gäste zu. Erhält er Buchungen ohne schulpflichtige Kinder, weist er die Gäste auf die Ferienwochen hin und schlägt ihnen den März als Alternative vor: «Dann sind die Preise oft tiefer, es hat weniger Leute auf den Pisten oder Restaurants und am Schluss haben alle etwas davon.»
Auch in Adelboden-Lenk versucht man, den März zu pushen und die Gäste zu verteilen. Verschiedene Hotels in der Destination bieten zusammen mit den Bergbahnen das Angebot «Skipass inklusive» ab drei Übernachtungen für die Zeit vom 1. März bis 5. April an.
Fankhauser sagt dazu: «Der Trend geht zur Ganzjahresdestination. Immer weniger Hotels schliessen während der Zwischensaison. Noch trägt uns der Winter, aber für den März müssen wir uns Gedanken machen – egal, ob die Sportferien so gedrängt sind wie 2027 oder nicht.» Übrigens: Die nächsten frühen Ostern sind 2032 (28. März) und 2035 (25. März).
